Eine Achterbahnfahrt...
Diese Rezension wird nicht einfach, denn ich habe das Buch gerade abgeschlossen und kann nicht sagen ob ich es mag oder ob ich es nicht mag. Die ersten hundert Seiten haben sich gezogen wie zähflüssiger Gummi. Ich stolperte über endlose Seiten, wo ganze Sätze kaum einen Sinn ergaben. Am ersten Tag dachte ich, ich sei zu müde und daher würden sich die gelesenen Seiten anfühlen als würde mich jemand zublubbern, also ging ich ins Bett nur um zu merken dass es ausgeruht sich genauso angefühlt hat. 100 Seiten voller "Tell" ohne das wünschenswerte "Show". Die beiden Hauptcharaktere begegnen sich auch erst so spät und ihre Gedankengängen machten Null Sinn. Cindi, die früher Kristy hieß, hatte einen gewalttätigen Exmann und diese Angst trieb sie zur Flucht und begleitet sie immerzu. Diese wurde wirklich gut beschrieben ebenso ihre Angst vor Ordus, unserem Krakenmann. Richtig funktionieren begann die Geschichte ab ca. Seite 100 aber bis etwa zur Hälfte des Buches war es ein endlos wiederholendes mühsames Stolpern von Ordus: Jeder verachtet mich und meine Gefährtin wird mich nie lieben und von Cindi: Ich fürchte ihn, er wird mir wehtun, ich bin in Gefahr.. Das kann man natürlich nachvollziehen aber wie es geschrieben wurde war im wahrsten Sinne des Wortes plump. Es fühlte sich an wie ein endloses Jammern. Die erste Hälfte des Buches habe ich bedauert dass das ganze Potential dieser seltenen Monster-Lovestory nicht ausgeschöpft wurde. Die Wiederholungen, manche Sachen in der Geschichte, die einfach keinen Sinn ergaben, ganze Kapitel die völlig sinnlos waren wie zum Beispiel der Haihundopus. Der Fluch hat diese Tier verwandelt, aber wie genau hat man versäumt gut zu erklären. Warum muss man Kapitel aus der Sicht eines Haihundes schreiben? Die witzigen Pointen fand ich nicht witzig, es kam mir erzwungen witzig vor. Ja, der Haihund liebt Kokosnüsse und an einer einzigen Stelle habe ich geschmunzelt, aber meiner Meinung nach waren die Kapitel von Vasz (heißt übrigens so wegen der Vaseline und komischerweise weiß ein Krakenmann was Vaseline ist obwohl er nicht bei den Menschen gelebt hat) unnötig. Die witzigen Stellen hätte man ruhig aus der Sicht der Protagonisten schreiben können. Warum also habe ich 3,5 Sterne gegeben? Weil die letzte Hälfte des Buches wirklich gut war, als hätte man nur in der letzte Hälfte das richtige Tempo gefunden was den schreiberrischen Erzählstil betrifft. Trotz des abgeschlossenen Endes gibt es aber auch einiges was nicht abgeklärt wurde, wie z.B was mit der Familie ihres Ex-Manns ist, vor der sie die ganze Zeit so furchtbare Angst hatte. Außerdem tauchte der Bösewicht in der Geschichte viel zu plötzlich auf den letzten Seiten auf, wieder viel zu plump, als hätte es jeder x-beliebige Charakter sein können. Ich weiß, ich werde noch einige Tage über dieses Buch nachdenken, vor allem weil ich nicht weiß ob es mir positiv in Erinnerung bleiben wird. Gab es tolle Momente in dem Buch? Definitiv, deswegen bereue ich es nicht es gelesen zu haben, aber es gab auch genauso viele Momente wo ich mich wirklich aufraffen musste weiterzulesen und beinahe die Flinte ins Korn geworfen hätte.








