Rating:4★
Zwischen Erix’ stürmischen Auftauchen und Duncans sündhaft grausamen Grinsen stolpert Robin in eine Dynamik, die mehr Funken schlägt als ganz Icethorn im Winter. Wer hier wen verführt, verletzt oder verflucht, wechselt stündlich..und genau deshalb kommt man nicht los.
Dieses Buch reißt uns zurück in Icethorn, als hätte der Hof selbst keine Zeit für höfische Floskeln und noch weniger Geduld für Leser, die gern sanft landen. Robin wird erneut ins politische Schlachthaus geschubst, und während um ihn herum Intrigen sprießen wie giftige Dornen, versucht er verzweifelt, nicht schon wieder über die eigenen Füße zu stolpern. Er wächst..schneller, härter, frecher, und die alten Fae spähen aus ihren Schatten, als wollten sie prüfen, ob dieser Junge tatsächlich ein König oder nur ein hübsch verpacktes Opfer ist. Seine Zweifel? Köstlich chaotisch. Wer behauptet, in diesem Hofspiel die Fäden im Griff zu haben, lügt oder ist ein Oakstorm. Und die Beziehungen…ein Geflecht, das man eigentlich entwirren sollte, es aber nicht tut, weil es zu viel Spaß macht, sich darin zu verheddern. Erix bleibt der emotionale Orkan, der ohne Vorwarnung durch die Seiten peitscht. Sein Schicksal bricht einem das Herz, während er gleichzeitig dafür sorgt, dass man alle Beteiligten inklusive dem Autor kollektiv verflucht. Doch dann marschiert Duncan herein. Morally grey, unverschämt h0t, völlig unbeeindruckt davon, dass Robin eigentlich schon genug Probleme hat. Sein Vergnügen daran, Robin zu quälen, ist… nennen wir es mal literarisch stimulierend. Und ja, seine Rolle als potenzieller Love interest wirft in meinem Kopf eine Dreiecks-Dynamik auf, die so köstlich ist, dass man sich selbst dafür verurteilen müsste. Die Welt bleibt ein frostig schimmerndes Wunderwerk: gefährlich schön, von politischer Spannung durchzogen, als könnte die Magie jederzeit beschließen, jemanden zu verschlingen. Einige Szenen trödeln wie zwei Verliebte, die den Wein im Weinkeller zu gründlich getestet haben, und manche Twists flüstern sich selbst zu früh aus. Doch die Atmosphäre trägt das alles, jede Zeile glimmt, kratzt, und zieht einen weiter.
Unterm Strich: düsterer, dreckiger, emotionaler als Band eins. Weniger straff, aber dafür voller Biss und süchtig machender Dynamiken. Das Hofspiel tobt..und Robin lernt endlich, mit den Dolchen zu tanzen, statt nur zu bluten.
A Kingdom of Liesby Ben AldersonVAJONA