Ein Roman, der zwischen faszinierender Idee und erzählerischem Chaos taumelt – und mich trotz einzelner Lichtblicke letztlich bei Seite 342 verloren hat. 😅
Ich habe dieses Buch am 13.3. begonnen und musste mich wirklich jeden einzelnen Tag dazu zwingen, ein paar Seiten zu lesen, als wäre es eine lästige Pflicht und kein Hobby. Klar, das Lesewochenende und mein kurzer Ausflug zu The Bridge Kingdom haben für Ablenkung gesorgt, aber selbst danach war da einfach… keine Lust mehr. 🫣 Und das ist selten ein gutes Zeichen. Ein großer Teil dieses Problems liegt am Schreibstil, der sich stellenweise so sprunghaft und holprig anfühlt, dass man sich fragt, ob hier Absätze gewürfelt wurden. Dialoge wirken oft fragwürdig, schwanken extrem in ihrer Stimmung und lassen Figuren innerhalb weniger Zeilen komplett anders reagieren, als es logisch wäre. Einige Szenen hinterlassen nicht nur ein kleines Fragezeichen, sondern ein ausgewachsenes neonblinkendes „Warum zur Hölle?“. Denn ganz ehrlich: So verhält sich niemand. Wirklich niemand. 🙃 Dazu kommen leider auch noch mehrere Rechtschreibfehler, die den Lesefluss zusätzlich stören und das Gesamtbild unnötig schwächen. 🫣 Und trotzdem – ja, wirklich trotzdem – wird die Story irgendwann besser. Nicht plötzlich brillant, aber deutlich interessanter. Wenn man die genannten Schwächen zähneknirschend akzeptiert, erkennt man, dass hier eigentlich eine richtig gute Idee schlummert. Die Maya-Thematik war für mich der Kaufgrund, und genau hier liefert das Buch auch ab: Worldbuilding und grundlegende Story sind überraschend stark und hätten locker das Potenzial für ein echtes Highlight. Ich hätte wirklich gern mehr davon gehabt. Ebenso von den Interaktionen zwischen Lucy und dem männlichen Protagonisten, die viel zu selten auftauchen, obwohl sie zu den wenigen wirklich funktionierenden Elementen gehören. 😭 Lucy selbst trägt ein Geheimnis mit sich herum, das gefühlt jeder kennt – außer ihr. Nach und nach tauchen immer mehr Figuren auf, die ihr kryptische Hinweise zuwerfen, als würden sie in einem Wettbewerb für möglichst vage Andeutungen stehen. So entfaltet sich Stück für Stück, was eigentlich mit ihr passiert. Klingt spannend, ist es in der Theorie auch. In der Praxis wird das Ganze jedoch durch Lucys Verhalten ausgebremst. Sie wirkt leider erschreckend naiv, auch wenn der Text uns gern etwas anderes verkaufen möchte. Ihre Entwicklung ist zwar vorhanden, aber geprägt von ständigen Rückschritten und Entscheidungen, bei denen man sich ernsthaft fragt, ob das ihr Ernst ist. Denn seien wir ehrlich: Wenn mir jemand meine Erinnerungen geklaut hätte und ich die Chance bekäme, sie zurückzuholen, würde ich doch alles daransetzen, endlich Klarheit zu bekommen. Aber Lucy? Die scheint alle Zeit der Welt zu haben, regt sich lieber über Geheimnisse und Halbwahrheiten auf und stolpert dann auch noch ohne ausreichendes Wissen oder Training allein in gefährliche Situationen. 🤦♀️ Diese Mischung aus Trotz, Naivität und selektivem Denkvermögen war irgendwann einfach nur noch anstrengend. Die Nebencharaktere sind dabei ein gemischtes Bild: Einige bringen interessante Ansätze mit, andere bleiben so blass, dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Gerade hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Am Ende bleibt für mich ein Buch, das mich gleichzeitig neugierig und genervt zurücklässt. Ich würde wirklich gern wissen, wie es weitergeht, weil die Grundidee und das Setting stark sind – aber über einen Monat an einem Buch zu hängen und sich aktiv zum Weiterlesen zwingen zu müssen, spricht eine sehr deutliche Sprache. 🤷♀️ Dieses Buch hatte alle Chancen, großartig zu sein, und hat sich stattdessen entschieden, mich konsequent zu ermüden.

















