23. Apr.
Rating:5

Egal in welcher Zeit der Mensch gelebt hat, Gott war und ist derselbe geblieben.

Erwartet hatte ich einen Roman, der ähnlich ist wie Outlander. Jedoch ist es ein völlig anderes Buch – mehr als nur ein weiterer Outlander von Diana Gabaldon. Darum geht es in diesem neuen Roman von Thomas Franke: Jan ist Student der Transkulturellen Europastudien. Als er auf dem Weg zum Geburtstag seiner Oma ist, die auf Helgoland lebt, passiert ihm etwas, das man nicht erleben möchte. Eben befand er sich noch im 21. Jahrhundert, doch durch einen unglücklichen Sturz von der Fähre ins Wasser findet er sich im nächsten Moment im 18. Jahrhundert wieder – genau genommen im Jahr 1792. Er begibt sich sofort auf die Suche nach einem Weg zurück ins 21. Jahrhundert und begegnet dabei vielen Persönlichkeiten. Alva ist, genau wie Jan, plötzlich in vergangene Jahrhunderte geschlittert. Allerdings macht es den Anschein, dass sie gar nicht zurück ins 21. Jahrhundert möchte. Für sie ist das Reisen durch die Zeit ein Verstecken vor der Gegenwart, damit ihre eigene Vergangenheit sie nicht einholen kann. Welche Abenteuer Jan und Alva erleben und ob sie sich vielleicht schon in der Gegenwart kannten, dazu empfehle ich dir, das Buch selbst zu lesen – denn mir hat es sehr gefallen. Außerdem mochte ich, wie gut Thomas Franke den Glauben dezent in alle Zeitepochen einfließen lässt. Da ist ein Mann, der meint, dass man Gott in seinem Leben nicht braucht – und plötzlich erlebt und lernt er Menschen kennen, die in Zeiten leben, die man sich kaum vorstellen kann und auch nicht möchte. Diese Menschen glauben fest an Gott. Jede Zeitepoche zeigt, dass Gott immer da war und dass der Glaube an ihn Menschen verändert und Hoffnung schenkt. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Der Erzählstil von Thomas Franke hat mich gefesselt, und sein Roman zog mich so in den Bann, dass ich mich ständig fragte, wie das Buch enden wird – und letztlich hat es mich regelrecht begeistert.

Die Ufer der Zeit
Die Ufer der Zeitby Thomas FrankeGerth Medien
22. Feb.
Zwischen Sturm und göttlicher Führung
Rating:4.5

Zwischen Sturm und göttlicher Führung

Wenn die Nordsee tost und der Himmel sich über Helgoland verdunkelt, beginnt eine Reise, die nicht nur durch Jahrhunderte führt, sondern tief ins Herz und in den Glauben hinein. Die Ufer der Zeit von Thomas Franke verbindet historische Spannung mit einer leisen, tragenden Botschaft von Hoffnung und göttlicher Führung. Jan Petersens Sturz in die Fluten ist wie ein Riss im Gefüge der Welt – und zugleich wie ein Ruf. Plötzlich finde ich mich mit ihm im Jahr 1792 wieder, spüre das einfache, entbehrungsreiche Leben eines friesischen Fischerdorfes und ahne, dass hinter all dem mehr steht als Zufall. Von dort aus führen ihn die Zeitsprünge ins Mittelalter, in die napoleonische Ära und bis in die dunklen Jahre des Dritten Reiches. Jede Epoche ist atmosphärisch dicht und glaubwürdig gezeichnet. Besonders berührt hat mich die geistliche Dimension. Zwischen Angst, Verlust und Sehnsucht schimmert immer wieder die Frage nach Gottes Plan auf. Alva ist dabei weit mehr als nur eine Begleiterin – sie wird zu einem Zeichen von Treue, Hoffnung und einer Liebe, die ihren Ursprung in etwas Größerem hat als menschlicher Kraft. Manche Übergänge hätten noch etwas sanfter sein dürfen, doch die emotionale Tiefe und die klare christliche Botschaft tragen die Geschichte kraftvoll. Zurück blieb in mir nicht nur Staunen über Raum und Zeit, sondern auch ein stilles Vertrauen, dass kein Weg zufällig ist.

Die Ufer der Zeit
Die Ufer der Zeitby Thomas FrankeGerth Medien