
Krimi mit Luft nach oben
Nachdem ich sehr beeindruckt von der Veih und Khalid Reihe war und Eckert als einen der besten Krimiautoren in Deutschland empfinde, war ich auf seine erste Reihe sehr gespannt. Es stellt sich aber heraus, dass Eckert in dieser Phase nicht an sein späteres Können heranreicht. Es ist ein grundsolider Krimi, mit viel Korruption und menschlichen Abgründen. Der Hauptakteur durch und durch unsympathisch mit klischeehaften Alkohol- und Gewaltproblemen gezeichnet. Man wird nicht recht warm mit ihm, obwohl man ihn mögen möchte. Die Korruption spitzt sich bis in höchste politische Ämter zu, wird am Ende zwar enttarnt, aber nicht aufgelöst. Erzählerisch fließt der Roman gekonnt vor sich hin. Handwerklich gut gemacht, aber Orte und Szenen sind nicht zu Ende erzählt und es bleiben Lücken. Der Umfang des Filzes in der Düsseldorfer Polizei ist irgendwie auch unglaubwürdig. Ich war mir bis zur Mitte des Buches nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterlesen möchte, aber habe mir nun erst einmal Band 2 besorgt. Insgesamt war es dennoch durchweg spannend, obwohl der Täter spätestens im letzten Drittel bekannt ist. Man fiebert mit, ob die Verschwörer durchkommen oder der Kommissar den gordischen Knoten zerschlagen kann.


