
Schräg, grotesk und überraschend tiefgründig 🤪
Stacking Doll war mein erstes Buch von Carlton Mellick III — und ich glaube ehrlich gesagt, ich hätte niemals erraten können, worauf ich mich da eingelassen habe. 😅 In der Geschichte geht es um Ben, der in die Matrioschka Ynaria verliebt ist. Eine lebendige, atmende Steckpuppe, in deren Innerem viele weitere Persönlichkeiten und Wesen leben. Um sie heiraten zu dürfen, lässt Ben sich auf einen Test ein, der Brauch ist, unter den Matrioschka Eheschließungen, nach und nach muss er jede einzelne Facette von Ynaria kennenlernen. (Klingt verrückt, ist noch viel verrückter❗️) Und genau damit beginnt ein absolut bizarrer, grotesker und völlig abgedrehter Trip❗️❗️❗️ Geschrieben wird das Ganze aus Ben's Perspektive. Ben selbst mochte ich echt gerne. Er ist aufmerksam, liebevoll und bemüht wirklich alles dafür zu tun, Ynaria glücklich zu machen. Selbst dann noch, wenn ihre verschiedenen „Schichten“ ihn immer wieder an seine Grenzen bringen.🤯 Zu Ynaria selbst möchte ich gar nicht zu viel verraten… außer vielleicht: Sie ist wahnsinnig facettenreich❗️🤭 Und nein..... auf das, was dieses Buch daraus macht, wäre ich in meinen wildesten Träumen nicht gekommen. Andere Charaktere spielen kaum eine Rolle, was aber irgendwie auch gar nicht nötig war. Ynaria bringt schon genügend Persönlichkeiten mit. 😅 Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht. Viele ihrer Persönlichkeiten werden eher oberflächlich angerissen und da wäre definitiv noch mehr drin gewesen. Das ist tatsächlich auch mein größter Kritikpunkt. Der eigentlichen Botschaft der Geschichte hat das allerdings keinen Abbruch getan. Der Schreibstil ist super einfach gehalten und das Buch liest sich wirklich in einem Rutsch weg. Klar, es ist nicht besonders lang, aber vor allem möchte man einfach ständig weiterlesen. Mit jeder Seite wird alles noch absurder und man sitzt irgendwann nur noch da und denkt sich: Was zur Hölle lese ich hier eigentlich gerade? 🤣 Und trotzdem… funktioniert es erstaunlich gut. Ich war gleichzeitig verwirrt, verstört, fasziniert und irgendwie begeistert davon, wie konsequent diese verrückte Idee umgesetzt wurde. Das Buch ist definitiv nicht für jeden geeignet. Wer allerdings etwas völlig Schräges, Groteskes und Durchgeknalltes für zwischendurch sucht, könnte hier richtig Spaß haben. Für mich war es weniger Horror und mehr ein permanenter Zustand aus Schock, Unglauben und morbider Faszination. Stellenweise musste ich schmunzeln, an anderen Stellen hat es mich wirklich geekelt und genau das macht dieses Buch irgendwie so besonders. Die Kernaussage fand ich am Ende fast mit am stärksten: ❝ 𝒟𝒾𝑒 𝒶𝓊ß𝑒𝓇𝑒 𝐻ü𝓁𝓁𝑒 𝑒𝒾𝓃𝑒𝓇 𝐹𝓇𝒶𝓊 𝓏𝓊 𝓁𝒾𝑒𝒷𝑒𝓃, 𝒾𝓈𝓉 𝑒𝒾𝓃𝒻𝒶𝒸𝒽. 𝐸𝓈 𝒾𝓈𝓉 𝒹𝒾𝑒 𝓈𝒸𝒽ö𝓃𝓈𝓉𝑒 𝐻ü𝓁𝓁𝑒. 𝐸𝓈 𝒾𝓈𝓉 𝒹𝒾𝑒, 𝒹𝒾𝑒 𝓈𝒾𝑒 𝒹𝑒𝓇 𝒲𝑒𝓁𝓉 𝓏𝑒𝒾𝑔𝑒𝓃 𝓌𝒾𝓁𝓁. 𝒜𝒷𝑒𝓇 𝒹𝒶𝓈 𝒾𝓈𝓉 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝒾𝒽𝓇 𝓌𝒶𝒽𝓇𝑒𝓈 𝐼𝒸𝒽. ❞ Und genau das macht Stacking Doll, trotz all seines Wahnsinns überraschend gut. Fazit: Schräg. Abgedreht. Skurril. Grotesk. Absurd. Aber gleichzeitig unglaublich unterhaltsam und viel tiefgründiger als erwartet. ⭐️⭐️⭐️⭐️ / 5 Sterne





















































