Puh, leider hat mich dieses Buch enttäuscht. Die Grundidee ist eigentlich großartig: eine Apokalypse, in der Transmenschen im Mittelpunkt stehen, dazu eine Gruppe TERFs, die Jagd auf sie macht – das hat enormes erzählerisches Potenzial. Leider wird daraus viel zu wenig gemacht. Wirkliche Spannung kommt lange Zeit nicht auf, stattdessen dreht sich ein großer Teil der Handlung um sexuelle Beziehungen. Eine echte apokalyptische Stimmung fehlt fast komplett. Erst die letzten rund 100 Seiten bauen Spannung auf und zeigen, was möglich gewesen wäre. Insgesamt wirkt es so, als wäre hier sehr viel Potenzial verschenkt worden.
Männer sind zu Monstern mutiert, Frauen bekämpfen sie und dazwischen stehen die Transfrauen. Sie brauchen das Östrogen aus den männlichen Hoden, um sich nicht ebenfalls in Bestien zu verwandeln. Deshalb sind sie eine Bedrohnung und werden von millitanten Frauen gejagt. An sich ein interessanter Plot, leider legt Gretchen Felker-Martin ihr Hauptaugenmerk jedoch nicht auf die Geschichte, sondern die sexuellen Gelüste ihrer Figuren. Klar, wenn der Krieg praktisch vor der eigenen Haustür tobt, geht doch nichts darüber, sich durch möglichst viele Betten zu kämpfen...
Krass...
Sehr krasses apokalyptisches Szenario, rund um Thema Geschlechter... Ich muss zugeben ich hab bei den Charakteren teilweise echt den Überblick verloren... Ansonsten ja geht e sums Überleben und Leben nach dem Weltuntergang, CisMänner sind mutiert, Cissfrauen gruppieren sich, Transgender kämpfen ums Überleben und Verrat und Intrigen und ja Sex... Alles schonungslos, brutal... Enjoy 😌 Wie gesagt war bei den Charakteren u d ihrer mehrfach unterschiedlicher Namensgebung teilweise echt verwirrt.

Willkommen zum #𝕗𝕖𝕤𝕥𝕒𝕗𝕣𝕚𝕕𝕒𝕪 (Werbung – Rezensionsexemplar) Heute mit meiner Meinung zu: Manhunt – Die Apokalypse der Geschlechter VÖ am 14.05.2024 im @festaverlag Hier geht’s zum Buch: https://www.festa-verlag.de/manhunt-die-apokalypse-der-geschlechter.html Dort findet ihr auch eine Leseprobe. Inhalt / Klappentext: Eine Epidemie hat Menschen mit hohem Testosteronspiegel in Kreaturen verwandelt, die nur von primitiven Trieben geleitet werden: Fressen und Sex. Alle Männer sind so zu gefährlichen Bestien geworden. Die Transfrauen Beth und Fran durchstreifen die Küste Neuenglands und verbringen ihre Tage damit, Männer zu jagen: Sie müssen das in ihren Hofen enthaltene Östrogen zu sich nehmen, um sicherzustellen, dass ihnen nicht dasselbe Schicksal widerfährt. Doch dann werden sie von einer Armee radikaler Feministinnen verfolgt. Die hassen Transfrauen noch mehr als Männer. Meine Meinung: Willkommen zum Kampf der Geschlechter! Die Autorin hat mit ihrem Debüt „Manhunt“ eine postapokalyptische Gesellschaftskritik erschaffen. Der Einstieg ins Buch viel mir gar nicht so leicht, denn die Kapitel sind recht lang und auch irgendwie unüberschaubar. Die Schauplätze und die Geschichten der einzelnen Charaktere wechseln in den Kapitel immer mal wieder, was mich oft kurz verwirrt hat. Auch die verwendeten Neopronomen xier/xiem habe ich beim lesen als sehr anstrengend empfunden. Mir persönlich gefallen they/them oder dey/dem wesentlich besser, weil es für mich im Text weniger holprig kling. Aber das ist natürlich Geschmackssache und ich finde die Verwendung von Neopronomen generell wichtig und wünschenswert. Die Geschichte ist schnell erzählt, TERF`s gegen Trans und non-binär und infizierte „Männer Zombies“ gegen Alle.. ABER: In diesem Buch glänzen die Charaktere, denn die sind hier so gut ausgearbeitet, dass man als Leser die Gefühle der Protagonisten schon fast körperlich spüren kann. Es gibt hier und da mal blutige Szenen und auch einiges an Aktion, aber es geht auch um Charakterentwicklung, Selbstzweifel und um das Gefühl falsch und und einfach nicht genug zu sein. Das Finale hat mir dann richtig gut gefallen, es war Aktion geladen und auch sehr emotional, so dass ich auch ein oder zwei Tränen verdrücken musste. Fazit: Ein lesenswertes Buch, auf das man sich einlassen muss und das hier und da etwas mehr Aufmerksamkeit vom Leser fordert. Für mich persönlich kein Highlight aber ein Debüt, welches sich nicht zu verstecken braucht!



