Meer, Höhlen, Geheimnisse und ein Ende, das ich nicht erwartet habe
Die Atmosphäre des Romans hat mich überzeugt. Der viktorianische Schauplatz wirkt unglaublich immersiv und die Sprache ist derart bildhaft, dass man beim Lesen permanent das Gefühl hat, einen Film vor Augen zu haben. Gerade die Kulisse mit der rauen Küste, dem Meer und den Höhlen erzeugt eine fast schon gotische Stimmung, die sich konsequent durch den gesamten Roman zieht. Für mich persönlich war es eher eine „leichtere“ Geschichte für zwischendurch, im positiven Sinne. Ich lese sonst häufig düsterere Literatur oder Bücher mit psychologisch intensiveren Themen, weshalb dieses Buch für mich eine angenehm spannende Zwischenlektüre war, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Die Spannung bleibt konstant präsent und Laura Purcell versteht es wirklich, diese unterschwellige Beklemmung aufzubauen, die viele viktorianische Thriller so faszinierend macht. Was mich allerdings überrascht hat, war die Richtung, die die Handlung gegen Ende einschlägt. Achtung, kleiner Spoiler: Dass die Geschichte letztlich so stark in diese folkloristische Feen-Thematik geht, hatte ich überhaupt nicht erwartet. Ich bin ehrlich gesagt eher davon ausgegangen, dass der Fokus stärker auf den medizinischen oder gesellschaftlichen Aspekten der damaligen Zeit liegen würde, gerade weil das viktorianische Zeitalter in dieser Hinsicht ja unglaublich ambivalent und faszinierend war. Deshalb war das Ende für mich nicht unbedingt das, womit ich gerechnet hatte. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist atmosphärisch dicht, spannend geschrieben und perfekt für alle, die bildhafte, viktorianische Thriller mit einer leicht unheimlichen Note mögen. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.
































































