Ehrlich gesagt, Lisa Unger ist meine Lieblingsautorin im Thriller-Genre, nicht dass ich alles von ihr gelesen habe, aber bis jetzt empfinde ich dies als ihr schwächstes Buch 😅
Das Buch war mir zu lang gezogen, ohne wirklich einen Mehrwert zu haben.
Mir fehlten hier definitiv mehr Gefühle, mehr innere Zerrissenheit der Protogonistinen.
Fazit: das Buch ist gut, vielleicht nur nicht komplett überarbeitet
Das Buch „Die rote Jägerin“ ist ein Thriller von der Autorin Lisa Unger und auch mein erstes Buch von der Autorin. Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte zweier Frauen und auch das Cover wirkt auf mich sehr ansprechend.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und man kommt sehr schnell in die Story rein. Mir gefielen die Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Personen sehr, auch wenn die Perspektiven von Claudia und Zoey im Fokus standen, erlebte man die Story auch aus der Sicht des ein oder anderen Nebencharakters, was ich sehr mochte. Auch gefielen mir die Rückblicke in die Zeit, als Zoeys Eltern ermordet wurden sehr gut. So erfuhr man als Leser nach und nach was sich in jener Nacht ereignet hat und kann sich so ein vollumfängliches Bild machen. Die Spannung im Buch gefiel mir zum einen zwar gut, es gab aber auch einige ruhigere Szenen, die mir persönlich etwas zu langatmig erschienen. Dafür zog das Tempo gerade im letzten Abschnitt nochmal ordentlich an und es gab auch einige überraschende Wendungen, was ich wiederum sehr mochte.
Die Charaktere empfand ich als interessant, aber auch durchwachsen gezeichnet. Zoey gefiel mir sehr. Sie ist eine starke, junge Frau und versucht herauszufinden, wer hinter den Mord an ihren Eltern steckt. Gerade wie Zoey mit den verschiedensten Emotionen kämpft, wie Trauer, Wut oder Rache, wurde von der Autorin sehr gut dargestellt. Claudia ist von ihrer Vergangenheit gezeichnet, was auch ihr Verhalten sehr prägt. Ich empfand, dass sie für Raven eine gute Mutter ist, trotzdem dauerte es etwas, bis ich mir ihr warm wurde. Während Claudia die Vergangenheit am liebsten Ruhen lassen möchte, möchte Raven Klarheit über ihre Herkunft erlangen, was zwischen den beiden zum ein oder anderen Streit führt. Claudia ist mit Raven in das Haus ihrer Eltern gezogen, um dort einen Neuanfang zu starten, dabei wird ihr erst nach und nach klar, welche Trägödie sich dort ereignet hat und dass auch nach langer Zeit immer noch Gefahr droht.
Insgesamt hat mir „Die rote Jägerin“ gut gefallen. Ein interessanter Thriller mit überraschenden Wendungen und starken Protagonistinnen. Von mir gibt es daher vier Sterne und eine klare Leseempfehlung.
„Die rote Jägerin“ von Lisa Unger, gesprochen von Madeleine Coco Sanders. Die Story an sich ist gut und hat Potenzial, für mich ist sie aber etwas zu sehr in die Länge gezogen. Vieles war vorhersehbar, aber eine Überraschung gab es dann doch noch.
Story:
Als Zoey Drake noch ein Kind war, wurden ihre Eltern ermordet. Seither kämpft sie mit ihrer Traurigkeit und Wut.
Vor Jahren wurde Claudia Bishop vergewaltigt. Da sie am selben Tag auch Sex mit ihrem Mann hatte, ließ sie aus Angst vor der Wahrheit nie klären, wer der Vater ihrer Tochter Raven ist. An dieser Belastung ging ihre Ehe zugrunde.
Jetzt, nach der Scheidung, zieht Claudia in das alte Farmhaus ihrer Familie. Sie ahnt nicht, dass hier die Eltern von Zoey starben und weitere furchterregende Geheimnisse darauf warten, enthüllt zu werden …
Meinung:
Ja, mal wieder ein Buch aus dem Hause Festa. Ein Psychothriller. Ich frage mich nur, wo das das „Psycho“ im „Thriller“ war.
Die Charaktere wurden alle gut ausgearbeitet und besaßen Tiefe, auch wenn ich Zoey über weite Teile nicht greifen konnte, was ich wirklich schade fand. Auch habe ich bei einigen Handlungen etwas Authentizität vermisst. Auch finde ich, dass die Geschichte ziemlich in die Länge gezogen wurde und mich nicht wirklich erreichen konnte, der Funke bei Charakteren und Handlung ist einfach nicht übergesprungen. Zwar war die Thematik interessant und auch die Auflösung schlüssig und bot spannende Momente, aber für mich war es bis dahin ein schwerer Weg.
Den Schreibstil von Unger empfand ich jedoch als sehr angenehm, konnte das Buch für mich aber auch nicht retten. Für mich ein über weite Strecken recht lahmer Thriller, der aus seiner Thematik nur wenig rausholt – trotz wirklich guter Momente.
Vor 10 Jahren wurden Zoeys Eltern ermordet und sie selbst zum Sterben zurückgelassen. Doch sie hat überlebt und will nur eins: Rache. Und herausfinden, was damals passiert ist. Das bringt sie an ihre Grenzen.
Mein erstes Buch von Lisa Unger war spannend und überraschend, auch wenn mir schon vor der Auflösung klar war, was gespielt wurde, aber das schmälerte das Lesevergnügen nicht.