
Der Abschlussband dieser Dilogie war ein richtiges Highlight!
"Mein Körper, von Würmern verschlungen; mein Körper, ein Skelett ohne Fleisch an den Knochen, blutverschmiert und von Sehnen zusammengehalten." Mit "He who drowned the World" schließt Shelley Parker-Chans Dilogie rund um den Rebellenführer Zhu Yuanzhang ab, der im 14. Jhd. die Mongolenherrschaft beendete und die Ming-Dynastie ausrief. Zhu Yuanzhang kennt nur ein Ziel: den Kaiserthron. Doch nicht nur Zhu möchte den Kaiserthron, auch der von allen als weibisch verschmähte Gelehrte Baoxiang strebt nach dem Thron. Und dann ist da noch die Herrin Zhang, auch sie ist ambitioniert und hat zudem die nötige Stärke in Form eine großen Heeres hinter sich. Zhu hat keine andere Chance, als sich mit einem verhassten Feind zusammenzutun. Dieser will nur Rache am Kaiserthron. Wird dieses Bündnis für beide den erhofften Sieg bringen? „Wie konnte er in diesem Moment noch etwas anderes als Erleichterung empfinden? Doch auf seinem Gesicht lag unverkennbar der triumphierende Ausdruck eines Mannes, der sich das Äußerste abverlangt hatte - und zwar ohne Furcht, weil er gewusst hatte, dass er stark genug war, um durchzuhalten. Um zu überleben.“ Parker-Chan schafft hier in diesem Band eine wirklich bedrückende und düstere Atmosphäre. Sie lässt uns in die dunkelsten Abgründe der Menschen schauen. Die Charaktere sind moralisch grau, sie stoßen uns ab und gleichzeitig haben wir Verständnis für sie. Keine Seite ist nur gut oder nur böse, diese Zerissenheit gefällt mir sehr gut. Am besten hat mir tatsächlich die Figur des Baoxiang gefallen. Während ich ihm im ersten Band kaum meine Aufmerksamkeit geschenkt habe, da ich ihn als unangenehm empfand, wurde mir in diesem zweiten Band das tiefste seiner Seele offenbart. Plötzlich konnte ich ihn verstehen. Wenn ich sein Verhalten auch nicht gutheißen konnte. In diesem zweiten Band kommt nun auch die Phantastik stärker zum Tragen. Die Geister der chinesischen Mythologie sind hier allgegenwärtig. Auch das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Liebe, Hass und Schmerz, eingebettet in die chinesisch-mongolische Geschichte, mit ihren teils grausamen Geistern, haben dieses Buch für mich zu einem Highlight gemacht. "Verlangen ist der Ursprung allen Leidens."







