
No Matter What 😭💔
(Triggerwarnung unbedingt beachten❗️+ Spoiler) Lizzie Young ist wohl der komplexeste und umstrittenste Charakter der gesamten Reihe. In den vorherigen Teilen konnte man sie oft kaum ausstehen: Sie ist ständig negativ, sucht Streit mit Gibsie und geht dabei mit ihren Kommentaren oft viel zu weit. Alles, was man wusste, war, dass sie Gibsie für den Tod ihrer Schwester verantwortlich macht. Jetzt endlich einen Einblick in ihre Vergangenheit zu bekommen und zu verstehen, woher dieser ganze Schmerz, die Wutausbrüche und der Hass kommen, hat mich komplett zerstört. Bei diesem Buch weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Normalerweise bin ich bei sensiblen Themen in Büchern wirklich abgehärtet. Aber dieses Buch musste ich mehrmals zur Seite legen, weil ich so schockiert, angeekelt oder emotional überfordert war, dass ich einfach eine Pause gebraucht habe.😭 Dass Lizzie traumatisiert ist, war natürlich schon vorher klar, allein durch den Tod ihrer Schwester. Aber ich hätte niemals gedacht, dass mich ein Charakter emotional so fertig machen kann. Schon als kleines Kind wird sie mit einer bipolaren Störung diagnostiziert, muss ständig zu Ärzten und wird mit Medikamenten vollgestopft. Sowohl ihre Schwester, als auch ihr Vater zeigen ihr gegenüber oft wenig Verständnis und reagieren aggressiv auf ihre emotionalen Ausbrüche. Die Krebsdiagnose ihrer Mutter sorgt zusätzlich für noch mehr Spannung innerhalb der Familie. Kein Wunder also, dass sie Daddy Issues entwickelt. Und dann kommt das wahrscheinlich Schlimmste: Genau wie Gibsie wurde auch Lizzie jahrelang von Mark Allen missbraucht und vergew*ltigt und das seitdem sie gerade einmal fünf Jahre alt war💔 Als sie versucht hat, die Wahrheit zu sagen, hat ihr niemand geglaubt. Stattdessen wurde alles auf ihre bipolare Störung geschoben. Sie wurde weiter mit Medikamenten behandelt und man hat ihr eingeredet, dass nichts davon real sei und das Monster ihr in Wahrheit nichts antun kann. So lange, bis sie irgendwann selbst angefangen hat daran zu glauben. 💔 Je älter sie wird, desto schlimmer wird alles. Und ich dachte wirklich mehrmals: Schlimmer kann es jetzt nicht mehr werden. Dann kam die Szene, in der Mark sie mit neun Jahren zwingt die Pille zu nehmen, weil sie früh ihre Periode bekommt. Da dachte ich wirklich: Das ist die schlimmste Szene des Buches. Bis die Szene mit der Abtreibung kam… Dadurch, dass Lizzie selbst irgendwann glaubt, vieles davon wäre nur Einbildung gewesen, fällt es ihr unglaublich schwer, emotional mit allem umzugehen. Sie beginnt sich selbst zu verletzen und verliert sich immer mehr in ihrem eigenen Schmerz. Und ich verstehe einfach nicht, wie niemand etwas merken konnte?! Die blutigen Bettlaken. Die Schreie nachts. Die Angst. Die vielen Ärzte, die nicht hinterfragt oder gemerkt haben, dass ein neunjähriges Mädchen bereits die Pille nimmt?! Auch deshalb spielt Hughie so eine wichtige Rolle in ihrem Leben, schon seit ihrer Kindheit. Bei ihm fühlt sie sich sicher. Hughie versucht sie nicht zu verändern oder sie als „verrückt“ darzustellen. Er hört ihr zu, erklärt ihr Dinge und bleibt bei ihr- no matter what❤️🩹. Doch das Wichtigste: Er glaubt ihr! Als Leser*in ist einem dennoch klar, dass einfach viel zu viel auf Hughie lastet. Er ist selbst noch ein Kind, während das alles passiert. Natürlich zeigt er sich emotional oft viel reifer als die Erwachsenen um ihn herum, aber dennoch ist es zu viel Verantwortung, nicht nur für ein Kind, sondern generell für einen Menschen. Und genau deshalb hat man für Hughie so viel Mitgefühl. Weil man merkt, wie sehr er versucht für Lizzie da zu sein, obwohl er selbst eigentlich genauso jemanden gebraucht hätte, der ihn auffängt. Er ist einfach ein wundervoller Charakter, dem man wirklich nur das Beste wünscht🥹💗 Trotz ihrer Vergangenheit, ist nicht jede von Lizzies Handlungen gerechtfertigt! Situationen mit Gibsie, wie die Szene im Wasser aus Keeping 13, waren nicht okay, auch wenn Mark sie emotional manipuliert hat zu glauben, Gibsie sei schuld am Tod ihrer Schwester. Und auch die Tatsache, dass sie Hughie mehrfach mit Pierce betrügt, kann nicht einfach mit ihrer bipolaren Störung entschuldigt werden. Natürlich merkt man, dass sie ohne ihre Medikamente oft nicht sie selbst ist und emotional extreme Höhen und Tiefen erlebt. Aber trotzdem nimmt das ihren Handlungen nicht automatisch die Konsequenzen. Gerade deshalb ist Lizzie als Charakter aber auch einfach so komplex. Sie ist nicht nur Opfer. Sie ist verletzt, traumatisiert, manipuliert und gleichzeitig trotzdem verantwortlich für die Entscheidungen, die sie trifft. Dieses Buch war wieder einmal 5/5⭐️. Dennoch weiß ich nicht, ob ich jemals in der Lage sein werde dieses Buch nochmal zu re-readen💔
































































