Was für eine Traurigkeit!
Tue lebt auf einem Hof in der dänischen Provinz. Armut, Depressionen, Schmutz. Und ich habe ihn gefühlt.
Was für eine Traurigkeit!
Tue lebt auf einem Hof in der dänischen Provinz. Armut, Depressionen, Schmutz. Und ich habe ihn gefühlt.
Ein Episoden Roman
„Hof“ von Thomas Korsgaard ist ein Buch ohne Larmoyanz, ein Text mit kindlichem Blick auf missliche, familiäre Umstände. Tue lebt mit seiner Familie auf einem ärmlichen Hof. Das Geld ist mehr als knapp und reicht kaum für seine Eltern und die beiden Geschwister. Also muss eine Idee her. An Hundezucht wird u.a. gedacht. Überall stinkt es nach Exkrementen, die Vierbeiner sind alles andere als erzogen und weil die Mutter bedingt durch eine Fehlgeburt an einer Depression erkrankt und der Vater mit Gaunerei, dem Decken von Hunden und neuerdings dem Zahngoldverkauf seiner eigenen Zähne zeitlich angespannt ist, schlägt sich Tue alleine durch. Wie ihm das gelingt, lesen wir in kurzen Episoden, welche locker aneinandergereiht sind und einen Einblick in das trostlose Leben des heranwachsenden Hauptcharakters geben. Mal ist es der Hof, der aufgeräumt werden muss. Mal die Hundezucht, bei der Tue hilft. Oder aber der Kampf gegen die Läuse, welche in der Schule grassieren. Korsgaards „Hof“ ist der Beginn einer Coming-of-Age Trilogie, die im nächsten Jahr weitergeführt wird und nicht den Blick vom Elend abwendet. Wer sich nicht vor Episodenromanen scheut, wird mit „Hof“ seine Freude haben und die kurzen Kapitel leicht weglesen. Mir persönlich fehlte jedoch die Tiefe und Nähe zu den Charakteren, da der Text m.E. immer dann aufhörte und sich einem anderen Thema zuwandte, wenn es für mich gerade interessant wurde.
Ein Lieblingsbuch.