Düster, brutal und überraschend stark
Dark Side von Nils Osowski hat mich ehrlich überrascht. Was zunächst wie ein eher klassischer Thriller beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte mit Wendungen, die ich so nicht erwartet habe. Zugegeben: Das erste Drittel und einige Passagen zwischendurch ziehen sich etwas. Aber es lohnt sich, dranzubleiben. Der Schreibstil ist durchdacht und besonders die wechselnden Perspektiven (POV) der Charaktere sind stark umgesetzt. Anfangs wirkt es fast so, als wären es zu viele Figuren, doch am Ende fügt sich alles stimmig zusammen. Die Morde sind nichts für schwache Nerven: brutal, blutig und vor allem eindringlich inszeniert. Gleichzeitig wirft das Buch spannende Fragen auf – gerade die Biografie des Killers bewegt sich irgendwo zwischen Wahnsinn und verstörender Realität. Ein echtes Highlight ist die Idee mit der Polaroid-Kamera – kreativ und wirkungsvoll eingebaut. Zitate: > „Der Moment dauerte nur einen Wimpernschlag lang. Dann kam die Stimme zurück, die nie weit weg ist.“ > „Weil die Götter ihre Opfer fordern, wie sie es immer getan haben.“ Für mich am Ende ganz klar: eine Leseempfehlung für alle, die düstere Thriller mit Tiefgang mögen.

















