Drama overload: so viel Chaos, so wenig Realität. Die Geschichte einfach nur überladen, für mich eine Zeitverschwendung.
Ich habe dieses Buch wegen der vielen positiven Bewertungen gelesen und weil ich Lust auf etwas Leichtes, Lustiges und Unterhaltsames für zwischendurch hatte. Leider wurde daraus eine große Enttäuschung. Zuerst das Positive: Der Schreibstil ist wirklich gut. Das Buch liest sich flüssig, die Sprache ist angenehm, und dafür, dass es sich um ein Debüt handelt, ist es sprachlich gut gelungen. Genau das war vermutlich auch der Grund, warum ich überhaupt bis zum Ende durchgehalten habe. Inhaltlich hat mich das Buch allerdings mehr und mehr frustriert – teilweise regelrecht aggressiv gemacht. Die Hauptfigur Kira war für mich von Anfang an extrem anstrengend. „Notorische Jasagerin“ wäre noch untertrieben. Viele ihrer Entscheidungen wirkten komplett unrealistisch und so absurd, dass ich mehrfach überlegt habe, das Buch abzubrechen. Das größte Problem für mich war aber die völlig überladene Handlung. In dieses Buch wurde gefühlt genug Drama für fünf verschiedene Romane gepackt: berufliches Chaos, Familiendrama, Geschwisterzickereien, Geldprobleme, Missverständnisse, Eifersucht, Hochzeitskatastrophen, Ex-Geschichten, neue Liebe – und ständig kommt noch etwas obendrauf. Ein Beispiel: Kira sagt ihren Urlaub mit ihrem Verlobten und ihrer besten Freundin kurzfristig ab, um die Hochzeit ihrer Schwester zu organisieren. Daraufhin wird irgendeine schräge Ersatzperson mit auf die Reise genommen – und plötzlich beginnt der Verlobte eine Affäre mit dieser. Die Verlobung endet dann einfach per SMS. Kein ernstes Gespräch, kein Telefonat und Kira nimmt das mehr oder weniger einfach hin. Sehr unrealistisch. Oder die berufliche Geschichte: Aus einem angeblich kleinen Meeting bei einem Konkurrenzunternehmen wird plötzlich ein riesiges Projekt, in das Kira gefühlt mehr Zeit, Energie und Einsatz steckt als der eigentliche Firmeninhaber (ihr künftiger Schwager) und das obwohl dieser kurz vor dem Konkurs steht und seine Existenz bedroht ist. So absurd. Selbst Nebenfiguren mussten offenbar noch unbedingt ein eigenes Drama bekommen: zb. der Pfarrer, der Polizeibekannt ist, weil er einer Frau nachgestellt hat. Irgendwann wirkte es einfach nur noch überzogen, wenn ohnehin schon alles eskaliert. Und selbst auf den letzten Seiten hört das Drama nicht auf, im Gegenteil: Missverständnisse, Beziehungschaos, abgesagte Hochzeit vorm Altar, aufgedeckte Lügen, Tränen, Streit, etc. und fünf Minuten später haben sich alle wieder lieb. So vorhersehbar. Mein Fazit: Sprachlich wirklich gelungen, aber die Handlung war für mich völlig überladen, unrealistisch und irgendwann einfach nur anstrengend. Ich kann die vielen begeisterten Bewertungen ehrlich gesagt nicht nachvollziehen und würde das Buch definitiv nicht weiterempfehlen.








