Ich bin ganz zufällig über dieses Buch gestolpert. Viele wissen, dass ich mich hin und wieder mit deutschsprachiger Fantasy schwer tue, weshalb ich von "Nephilim: Der Schwur" nach ein paar Seiten umso mehr begeistert war. Izzy Kramer hat einen wahnsinnig angenehmen Schreibstil, der es mir definitiv einfacher gemacht hat, in die Handlung einzusteigen. Ich war anfangs etwas überfordert, da viel mit Rückblenden gearbeitet wurde und sich in Vergangenheit und Gegenwart die Erzählperspektive ändert. Doch besonders das fand ich im Verlauf des Buches erfrischend. Zudem hat man das Gefühl, auf unterschiedliche Art und Weise von unserem Hauptcharakter zu lernen. "Der Schwur" ist definitiv ein gelungener Reihenauftakt. Die Protagonisten sind interessant, haben etwas Mysteriöses an sich und ziehen so umso mehr die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich. Levi ist unter besonderen Umständen in diese Welt gelangt und musste bereits in jungen Jahren einen tragischen Verlust erleben. Über Jahrzehnte hinweg begleitet ihn nun schon das Versprechen, die Schuldigen zu finden, die dafür Verantwortung tragen. Doch besonders unauffällig ist er aufgrund seiner sonderlichen Erscheinung nicht: übergroß, weiße Augen und ebenso weißes Haar. Er ist ein Außenseiter, hält sich mit zwielichtigen Aufträgen über Wasser und tut das, was er gut kann. Und genau deshalb fiebert man als Leser umso mehr mit, als er endlich auf einen Hinweis stößt. Levi ist aufgrund seiner Hintergrundgeschichte ein großartig komplexer Charakter, der einen an die Geschichte fesselt. An dieser Stelle muss ich allerdings zugeben, dass, obwohl ich die Nephilim und deren Kultur spannend fand, ich hier stellenweise gestruggled habe. Alles scheint dort auf mehreren Ebenen so perfekt, dass man es gar nicht glauben kann, wenn man sich die Realität anguckt. So schön die Vorstellung, dass alles für eine gesunde Welt getan wird, ist, konnte ich mich damit nicht identifizieren. Und natürlich ist dies das Tolle des Fantasy-Genre - alles ist möglich; es war schlichtweg einfach nicht zur Gänze meins. Ich denke, dass zudem der Kontrast zwischen Levis Vorgeschichte und den Nephilim mir zu groß war. Doch auch diese Utopie hat ihre Risse bekommen: Wesen, die ein menschliches Elternteil haben und somit nicht reinblütig sind, werden ausgegrenzt. Ich konnte Levis Wandel, mehr über sich und seine Herkunft zu lernen, nachvollziehen, aber dennoch hatte ich das Gefühl, dass er sich durch die Anwesenheit der Prinzessin so plötzlich und grundlegend geändert hat. Dennoch finde ich ihn als Protagonisten super und habe bis zur letzten Seite mit ihm mitgefiebert. Besonders seine Vorgeschichte hat mit gut gefallen; der unbekannte Riese, der sich auf einmal in einer neuen Welt wiederfindet. Kramer hat bei der Ausarbeitung definitiv tolle Arbeit geleistet. Das Ende lässt definitiv vermuten, wohin die Reise geht und ich bin gespannt, was Levi erwartet. Trotz der paar Kritikpunkte ist Izzy Kramers Debüt ein wundervoller Reihenauftakt. [Ich habe ein Rezensionsexemplar durch den Wortschatten Verlag erhalten, was jedoch in keiner Weise meine ehrliche Meinung beeinflusst hat.]

Toller Schreibstil und spannende Thematik, Luft nach oben im Worldbuilding.
Er erledigt die schmutzige Arbeit für die Londoner Mafia, doch insgeheim ist er auf der Suche nach dem Mörder seiner Ziehmutter. Unauffällig zu bleiben ist nicht so leicht, mit dem weißen Haar und den ebenso weißen Augen. Eines nachts sieht er ein wunderschönes, blondes Mädchen unter einer Straßenlaterne tanzen. Etwas so Schönes hat er noch nie gesehen. Die Fremde führt ihn schließlich den Pfad seiner Herkunft. "Nephilim - Der Schwur" beginnt richtig stark, ich war direkt gefesselt vom Schreibstil und mochte den finsteren Protagonisten auf Anhieb. Stellt euch einen Geralt von Riva vor, der sich als Auftragskiller durch die Unterwelt unseres heutigen Londons kämpft - genauer gesagt das London im Jahr 2020 während der Pandemie. Aus der Ich-Perspektive erzählt uns "Leviathan" von seinen Aufträgen, während wir in kurzen Zwischenkapiteln in die Kindheit des weißhaarigen Riesen geführt werden, die schnell klar werden lässt, dass er kein Mensch ist. Er ist kräftiger, altert langsamer und die meisten Menschen begegnen ihm mit Furcht, sogar Hass. Die junge Nonne Sofia sorgt für seinen Platz im Waisenhaus, kommt für ihn auf und sieht regelmäßig nach ihm. Sie ist seine Ziehmutter für ihn und es zerreißt ihn fast, als sie tot aufgefunden wird. Auch diese berührenden Rückblenden mochte ich sehr, ich witterte die 5⭐️ schon! Im weiteren Verlauf des Buches trifft er auf die titelgebenden Nephilim und lernt ihren Lebensraum kennen. Trotz des gleichbleibend überzeugenden Schreibstils entstand der Eindruck bei mir, als hätte das Genre ab diesem Zeitpunkt von Dark Fantasy für ältere Leser zu Jugendfantasy gewechselt. Plötzlich ist alles ein wenig niedlicher, lustiger, theatralischer. Izzy Kramer hat sich an ein überraschend großes Worldbuilding heran gewagt, das ich so nicht kommen sah und riesiges Potential in sich birgt. Dieses Potential konnte aber nicht ganz ausgeschöpft werden. Vieles in der Utopie, die sie erschuf, wirkte undurchdacht auf mich. Vieles wird dadurch gerechtfertigt, dass alles aus der Sicht des Neulings betrachtet wird, der sich noch nicht auskennt aber das kann man nicht immer als Ausrede heranziehen. Vielleicht wird in den geplanten Folgebänden noch das ein oder andere erklärt, wir werden sehen. Die geheimnisvolle junge Frau, die seiner Ziehmutter so ähnelt, entpuppte sich für mich als ziemlicher Unsympath. Auch wenn sie Gründe für ihr Verhalten vorbringen kann, empfand ich ihre Art dennoch als unangemessen. Allerdings sorgt sie auch für unterhaltsame, schlagfertige Dialoge mit dem Protagonisten, den sie nun "Rook" nennt. Nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen, wer oder was die Nephilim sind - und wer die Gegner. Die Historie rund um die Nephilim und ihre Widersacher ist grandios. Wer gerne Engelthematiken in der Fantsy liest, kommt auf seine Kosten. Da ich den ersten Teil gelungen und den zweiten Teil eher so okay fand, komme ich im Schnitt auf eine Bewertung von 4⭐️ und bin schon gespannt, wann und wie die Reihe fortgesetzt wird! Dieses Buch erhielt ich als Rezensionsexemplar.

Der Schreibstil hat mir wirklich unglaublich gut gefallen.
Meinung/Fazit: Das Buch hat definitiv Highlight- Potenzial. Die Story ist was Neues, was es in dieser Form nicht hundertfach gibt und daher mal wieder sehr erfrischend für mich war. Der Schreibstil toll, und mein Lob ans Lektorat hier das Besondere nicht rausgestrichen zu haben. Denn handwerklich ist es nicht immer korrekt, aber stilistisch super schön an manchen Stellen. Das macht es fast schon experimentell, ist aber sehr einfach gehalten und damit angenehm zu lesen. Einen Stern muss ich allerdings trotzdem bei der Story abziehen. Die erste Hälfte des Buches ist hier nicht mehr mit der zweiten Hälfte zu vergleichen, da das Ganze plötzlich ganz wo anders hinläuft. Auch das war zwar positiv überraschend, hat mich aber ganz schön rausgerissen an der Stelle. Auch mit dem weiblichen Love- Interest bin ich nicht warm geworden. So oder so gibt es von mir eine Leseempfehlung, denn dieses Buch hat etwas Neues und Aufregendes, das mir sehr gut gefallen hat.
Ein spannende Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Versehen mit vielen Geheimnissen, die nicht alle gelüftet werden. Der Auftakt ist gut, hat mich nicht ganz überzeugt, für mich etwas zu klischeehaft.
Die Idee der Reihe, der Weltenbau und besonders der Hauptcharakter und seine Hintergrundgeschichte haben mir richtig gut gefallen. Levi kennt seine Herkunft nicht, ist fehl am Platz, erlebt einen tragischen Verlust am eigenen Leib und kämpft sich durch eine Welt, die ihn eigentlich gar nicht haben will. Er will der einsame Wolf bleiben, der er schon als kleiner Junge war, doch lässt ihn der Schicksalsschlag seiner Kindheit nicht los. Mir gefällt so etwas sehr. Dann sieht er plötzlich eine Person, die seine Existenz auf den Kopf stellen wird und ihn mit seiner wahren Herkunft konfrontiert. Ab hier wird es für mich nicht mehr ganz so prickelnd. Die Nephilim sind ein in meinen Augen zu "perfektes" Volk, aus heutiger Sicht. Totale Akzeptanz - sei es gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft. Totaler Tier- und Pflanzenschutz. Ein grünes Utopia. Natürlich hat dieses Utopia durch die "Lichtwelt", wie die Oberfläche genannt wird, kleine Risse: vermischtes Blut, "unreine" Nephilim, werden trotzdem beleidigt und ausgegrenzt. Mich hat diese Wunschwelt, wie sie sich heutzutage viele Menschen vorstellen, nicht ganz überzeugen können. Supermärkte, die wie unsere Biomärkte die beste Qualität an Produkten aus dem eigenen Land anbietet. Und Tierprodukte sind ein Luxus, denn Lebewesen werden nicht ausgebeutet und nur selten getötet. Ganz so meins war das dann doch nicht. Unser Macker Levi verändert sich durch die bloße Anwesenheit der Prinzessin viel zu sehr. Der sonst so grummelige Einzelgänger buhlt um ihre Zuneigung, passt sich der Welt mehr oder weniger kommentarlos an und geht zur Schule, um mehr über die Welt der Nephilim zu erfahren. So will es schließlich der König... Die Vordergrundgeschichte um den großen unbekannten Riesen hat mir ausgesprochen gut gefallen und auch der Zusammenprall mit der ihm vollkommen neuen Welt, seinem Herkunftsort, war durchaus amüsant und wirklich toll ausgearbeitet. Aber in meinen Augen hat dieses Weltenkonzept mit dem sehr grünen und toleranten Schwerpunkt Schwächen. Es klingt zu perfekt und stellenweise etwas "kindisch", wenn man dies in Relation mit dem Anfang des Buches und seinem dramatischen und trüben Setting vergleicht. Dieser atmosphärische Sprung ist zu gewaltig. Ganz zum Schluss - etwas zu spät und kurz - wird ein neues Volk vorgestellt: Barbaren, welche auf Krieg und Sklaverei aus sind. Der Counterpart zu den friedliebenden Nephilim. Es läuft also auf Krieg hinaus. Trotz meiner Kritikpunkte ist Izzy's Debüt- und Auftakt ein gelungener Urban-Fantasy-Roman und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Besonders für Levi

Die Idee der Reihe, der Weltenbau und besonders der Hauptcharakter und seine Hintergrundgeschichte haben mir richtig gut gefallen. Levi kennt seine Herkunft nicht, ist fehl am Platz, erlebt einen tragischen Verlust am eigenen Leib und kämpft sich durch eine Welt, die ihn eigentlich gar nicht haben will. Er will der einsame Wolf bleiben, der er schon als kleiner Junge war, doch lässt ihn der Schicksalsschlag seiner Kindheit nicht los. Mir gefällt so etwas sehr. Dann sieht er plötzlich eine Person, die seine Existenz auf den Kopf stellen wird und ihn mit seiner wahren Herkunft konfrontiert. Ab hier wird es für mich nicht mehr ganz so prickelnd. Die Nephilim sind ein in meinen Augen zu "perfektes" Volk, aus heutiger Sicht. Totale Akzeptanz - sei es gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft. Totaler Tier- und Pflanzenschutz. Ein grünes Utopia. Natürlich hat dieses Utopia durch die "Lichtwelt", wie die Oberfläche genannt wird, kleine Risse: vermischtes Blut, "unreine" Nephilim, werden trotzdem beleidigt und ausgegrenzt. Mich hat diese Wunschwelt, wie sie sich heutzutage viele Menschen vorstellen, nicht ganz überzeugen können. Supermärkte, die wie unsere Biomärkte die beste Qualität an Produkten aus dem eigenen Land anbietet. Und Tierprodukte sind ein Luxus, denn Lebewesen werden nicht ausgebeutet und nur selten getötet. Ganz so meins war das dann doch nicht. Unser Macker Levi verändert sich durch die bloße Anwesenheit der Prinzessin viel zu sehr. Der sonst so grummelige Einzelgänger buhlt um ihre Zuneigung, passt sich der Welt mehr oder weniger kommentarlos an und geht zur Schule, um mehr über die Welt der Nephilim zu erfahren. So will es schließlich der König... Die Vordergrundgeschichte um den großen unbekannten Riesen hat mir ausgesprochen gut gefallen und auch der Zusammenprall mit der ihm vollkommen neuen Welt, seinem Herkunftsort, war durchaus amüsant und wirklich toll ausgearbeitet. Aber in meinen Augen hat dieses Weltenkonzept mit dem sehr grünen und toleranten Schwerpunkt Schwächen. Es klingt zu perfekt und stellenweise etwas "kindisch", wenn man dies in Relation mit dem Anfang des Buches und seinem dramatischen und trüben Setting vergleicht. Dieser atmosphärische Sprung ist zu gewaltig. Ganz zum Schluss - etwas zu spät und kurz - wird ein neues Volk vorgestellt: Barbaren, welche auf Krieg und Sklaverei aus sind. Der Counterpart zu den friedliebenden Nephilim. Es läuft also auf Krieg hinaus. Trotz meiner Kritikpunkte ist Izzy's Debüt- und Auftakt ein gelungener Urban-Fantasy-Roman und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Besonders für Levi 😏




