Hier mal ein anderes Thema, welches man vielleicht nur aus der TV-Narichtenwelt kennt.
Es geht um die Kriegstustände in Syrien.
Das Buch hat mich auf sämtliche Ebenen geschockt, gerade weil man es nur am Rande mitbekommt.
Beziehungsweise hab ich manchmal ehr das Gefühl, dass die Gesellschaft mehr geschockt ist über ein verstorbenen Eisbären in Gefangenschaft. Und die Empörung dabei liegt meist nicht daran, dass der Eisbär in Gefangenschaft lebt. 🙄
Ich finde es schrecklich, dass sowas immer noch ein Thema ist und das Wort "Krieg" nicht der Vergangenheit angehört.
Aber naja, manches wird sich wohl nicht ändern.
Worum geht´s?
Lea ist Kriegsreporterin und in den Krisengebieten der Welt zu Hause. Nach dem arabischen Frühling verschlägt es sie 2012 nach Syrien, wo sie den Beginn des Krieges hautnah miterlebt. Zwischen Soldaten, Bomben und Leichen versucht sie mit dem Kriegsfotografen Nathan den Sinn hinter dem Konflikt zu verstehen.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat nur 250 Seiten, dennoch musste ich mir 3 Tage Zeit nehmen, um es in vollen Zügen zu genießen. Dies ist kein Buch, was man mal eben schnell weg lesen kann. Jede einzelne Seite, jedes geschriebene Wort musste ich erst einmal verdauen.
Es ist ein sprachgewaltiger, philosophischer und emotionaler Epos über die Entwicklung des Syrienkrieges und den Sinn und Unsinn hinter der brutalen Gewalt.
Schon auf den ersten Seiten wird mir klar, was mich hier erwartet. Gänsehaut, Beklemmung, Wut, Unverständnis und viele Tränen.
Eingebettet in die Geschichte von Lea und Nathan erläutert die Autorin geschickt den Beginn des Zerfalls eines Landes. Sie schreibt schonungslos und tiefgründig vom beginnenden Krieg, von fliegenden Granaten und sterbenden Kindern. Mir stockte der Atem wie greifbar dieser Krieg durch dieses Buch gemacht wird. Dennoch schaffte es die Autorin das Lebendige zu bewahren, Hoffnung zu zeigen und die Liebe nicht zu vergessen.
Lea und Nathan sind unglaublich tolle Charaktere, die unerschütterlich auf das Gute im Menschen hoffen, doch immer wieder gerät dieses Hoffnung ins wanken, wenn ihnen Kugeln um die Ohren fliegen.
Dieses Buch regt zum Nachdenken an, es gibt Aufschluss darüber, was syrische Flüchtlinge erlebt haben könnten und verdeutlicht die Zerrissenheit des einst so schönen Landes.
Das Ende des Buches gibt Ausblick auf die folgenden Teile und die weitere Entwicklung des Syrienkonflikts. Ich habe viele Tränen verloren, aber umso mehr habe ich ein noch besseres Verständnis für eine unglaubliche Sinnlosigkeit auf unserem Planeten erhalten.
Ich kann diesem Buch mit meinen Worten nicht gerecht werden!
Fazit: Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und ich empfehle es allen, die eine tiefgründige und gut recherchierte Geschichte über ein Gräuel unserer Zeit lesen möchten. 10/5 Sternen!
السلام لسوريا
Ergreifend, schockierend und ernüchternd. Ich kann‘s empfehlen.
Mehr unter: https://meenzerbuuchmeedsche.wordpress.com/2021/02/15/rezension-ich-rette-die-welt-aber-erstmal-eine-rauchen-von-a-k-grundig/
„Ich rette die Welt – aber erst mal eine rauchen“ von A.K. Grundig
Darum geht es:
Syrien, 2012: Gewaltsame Übergriffe verwandeln die friedlichen Proteste in einen blutigen Bürgerkrieg. Die Kriegsreporterin Lea überlebt nur knapp eine Doppelexplosion. Zwischen Bombenanschlägen und Beschuss unterschiedlichster Kriegsparteien sucht sie nach den Gründen für die Eskalation. An ihrer Seite ist Nathan, ein berühmter, vom Schicksal gezeichneter Fotograf. Gemeinsam stoßen sie auf menschliche Abgründe und unbequeme Wahrheiten. Die Frage nach dem Sinn für all das Chaos in Syrien und in der Welt gerät zu einem Rennen auf Leben und Tod.
Ich bin einfach nur fassungslos. Und traurig. Und wütend. Und entsetzt. Und das alles zu gleich!
Ich sage es direkt vorweg: dies ist definitiv kein Buch, das man mal so eben weg lesen kann. Das Gelesen will Seite für Seite verarbeitet werden und lässt einen lange nicht los….
Erzählt werden die Anfänge des Syrienkonflikts – eingebettet in einer Geschichte um die Journalistin Lea und den Kriegsfotografen Nathan. Wir erleben hautnah wie Bomben in unmittelbarer Nähe hochgehen und wie Menschen auf andere Menschen schießen – egal ob es sich um unbeteiligte Zivilisten es handelt oder nicht. Wir sehen die Zerstörung, die Verletzen und die Leichen und fühlen das Leid und die Angst der Menschen.
Und fühlen das Entsetzen und ein großes Unverständnis!
A.K. Grundig versteht es diesen Krieg direkt zum Leser zu transportieren und mit ihm alle Bilder, die damit einhergehen. Es regt zum Nachdenken an und gibt uns ein besseres Verständnis dafür, was all die Geflüchteten Menschen miterlebt haben können.
Ich habe verhältnismäßig lange für das Lesen dieser Geschichte gebraucht, obwohl es nur knapp 240 Seiten sind.
Es ist schwere Kost – trotzdem lege ich jeden dieses Buch ans Herz: Bitte lest es!
Für mich es definitiv ein Lese-Highlight des Jahres!
5 von 5 Sterne