Die „Orangenblüten-Saga“ von Alexandra Marza hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Beide Bände direkt hintereinander zu lesen, war einerseits intensiv, andererseits hat es die Schwächen des zweiten Teils umso deutlicher hervorgehoben. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Marza schafft es, eine atmosphärische, fast schon sinnliche Kulisse zu erschaffen, die einen leicht in die Geschichte hineinzieht. Besonders im ersten Band hatte ich das Gefühl, wirklich in die Welt der Figuren einzutauchen und ihre Emotionen nachzuvollziehen. Gerade deshalb waren meine Erwartungen an den zweiten Teil entsprechend hoch. Nach den vielen offenen Fragen aus Band eins hatte ich gehofft, hier mehr Klarheit und Entwicklung zu bekommen. Stattdessen wirkte der zweite Band auf mich über weite Strecken wie eine Wiederholung bereits bekannter Motive und Konflikte. Einige Handlungsstränge wurden erneut aufgegriffen, ohne wirklich neue Tiefe zu gewinnen, was die Geschichte stellenweise unnötig in die Länge gezogen hat. Besonders irritierend empfand ich die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und Fernando. Diese wirkte auf mich wenig organisch und entwickelte sich sehr plötzlich, ohne dass ich als Leserin wirklich nachvollziehen konnte, wie es dazu kam. Dadurch erschien die Beziehung eher konstruiert als gewachsen, was es mir schwer gemacht hat, emotional mitzugehen. Insgesamt bleibt für mich ein gemischter Eindruck: Ein starker, atmosphärischer Beginn mit viel Potenzial, dem ein zweiter Teil folgt, der dieses Potenzial nicht vollständig ausschöpft. Trotz des schönen Schreibstils hätte ich mir eine konsequentere Weiterentwicklung der Handlung und glaubwürdigere Figurenbeziehungen gewünscht.
30. Apr.Apr 30, 2026
Der Geschmack von dunklen Orangenby Alexandra MazarNova MD
