Wieder einmal musste ich feststellen, dass ich anscheinend der Typ Leser für Vorgeschichten und Zwischenbände von Reihen bin. So hatte ich zu Beginn des Jahres die Powder Mage Trilogie gelesen. Es handelt sich bei den Büchern um sogenannte #flintstockfantasy. Letztendlich wird weniger mit Pfeil und Bogen geschossen, sondern das Schwarzpulver steht im Mittelpunkt und das Setting erinnert ein wenig an die Zeit der Industrialisierung. Also keine klassische Fantasy wie man sie von Tolkien, Tad Williams oder Robert Jordan kennt. Am Ende dreht sich ein großer Teil des Magiesystem um das Schwarzpulver, weil die „Powder Mages“ den guten Stoff mit Gedanken entzünden können, ganz klassisch durch die Nase ziehen oder auch drauf herumkauen. Und, was noch ganz wichtig ist, der Fokus auf Schlachten ist nicht zu übersehen. Mich störte bei der Trilogie beim ersten Teil en wenig, dass ich keinen Bezug zu den Personen aufbauen konnte, das Magiesystem nicht sonderlich transparent war und gefühlt nur Blut floss. Beim dritten Buch hingegen zog sich die Handlung gefühlt wie Kaugummi. Und jetzt kommen wir zu den Novellen: Es handelt sich um vier Geschichten, die vor der Trilogie spielen. Und endlich, endlich wurden viele meiner Fragen beantwortet und ich habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen. · 📚 In den ersten beiden Geschichten stehen der junge Tamas, ein Protagonist aus der Trilogie, und seine spätere Ehefrau Erika im Vordergrund. Ich lernte endlich die Person „Tamas“ kennen, verstand, warum er so tickte und es später in der Trilogie so eskalierte. · 📚 In der dritten Geschichte, die Jahre später spielt, begleiten wir Tamas‘ Sohn durch die Sümpfe und erfahren, was es mit seiner geheimnisvollen Begleitung auf sich hat. · 📚 Und in der letzten Geschichte, die wiederum vor der dritten Geschichte spielt (warum auch immer diese Reihenfolge gewählt wurde) weiß ich als Leser dann auch, warum Taniel durch die Sümpfe in der dritten Geschichte robben muss. So schließt sich manch ein Kreis. · ⏰ Mir gefiel zudem das Tempo. Die Geschichten umfassten jeweils grob 150 Seiten und hatten keine Längen. Es ging Schlag auf Schlag, sodass keine Langeweile aufkam. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, dass viele wichtige Details ausgelassen wurden, im Gegenteil. Ich verstand auf diese Weise das Magiesystem, den Kontext der späteren Trilogie und die Verhaltensweise mancher Charaktere. Ich kann daher empfehlen, diese Novellen vor der Trilogie zu lesen. Mir hätte die Lektüre geholfen und wahrscheinlich hätte ich dann auch so manches Detail besser verstanden – und weniger herumgemault😊.
21. JuniJun 21, 2024
Novellen aus dem Powder-Mage-Universum: Das Feuer der Revolutionby Brian McClellanCross Cult Entertainment
