"Das flüsternde Glas" ist, genau wie Band 1, wieder eines meiner Highlights dieses Jahr. Es gibt Bücher, bei denen man am Schluss denkt "ja, das war gut, aber das könnte ich auch" - und dann gibt es Bücher, bei denen man die ganze Zeit vollkommen baff ist, wie jemand das so gut hinbekommt und die Glas-Trilogie zählt eindeutig zu letzterer Kategorie. Wie kann man nur so viele sympathische Monster ausdenken und diese Atmosphäre schon ein zweites Mal so genial düster aufbauen? Wobei düster hier immer in Relation zur Zielgruppe gelesen werden muss, wenn es ist Krabat-düster, nicht Horror-düster (das würde ich auch gar nicht gern lesen). Moritz, Konstanze und Helene sind mit der Elster und den Boogelbies diesmal in Bad Greifenstein, einer einstigen Wallfahrtsstadt nahe der Grenze, wo den Gerüchten nach ein Mock lebt - jenes Wesen, das Helene helfen könnte. Doch die Monster sind generell sehr greifbar in Bad Greifenstein und Moritz scheint sie zudem noch magisch anzuziehen, was umso gefährlicher wird, als sich unter den Monstern auch ein Werwolf befindet. Die Reise war wieder phantastisch, spannend, mit sehr vielen Wendungen und Offenbarungen, ohne dabei Moritz und seine Reise oder sein Ziel, Helene zu helfen, aus den Augen zu verlieren. Es hat unglaublich viel Lesespaß gemacht und dennoch einen größeren Bogen zu Band 1 geschlagen und das Finale vorbereitet, das ich nun gar nicht erwarten kann. Dazu kommen wunderschöne Illustrationen, sowohl auf dem Cover als auch von den Monstern, und eine meisterhafte Bilderwelt durch Worte, so dass ich Rita und die Wachgesellschaft, die Burg und die Monster stets vor Augen hatte, genau wie Dr. Mehltau und Moritz und Helene. Vervollständigt wird das durch eine liebevoll gestaltete Karte, die gut den Stil und die Atmosphäre des Buches einfängt und beim Lesen hilft, sich in Bad Greifenstein zurecht zu finden. Große Leseempfehlung!
1. Jan.Jan 1, 2024
Das flüsternde Glas (Glas-Trilogie Band 2)by Heiko HentschelSüdpol Verlag GmbH
