Gesellschaftscomic mit klugen Ansätzen, vielen Zitaten und Theorie, der teils aber zu abstrakt wirkt.
Mit Ich fühl’s nicht verbindet Liv Strömquist Gesellschaftskritik, Satire und Comicstil zu einer Analyse moderner Beziehungen und Liebesvorstellungen. Die Grundidee wirkt dabei interessant und stellenweise auch durchaus treffend, schwankt jedoch zwischen ironischer Überspitzung und fast essayartiger Theorie. Besonders die zahlreichen Zitate und philosophischen Einschübe sorgen dafür, dass das Buch teilweise eher wie ein Aufsatz als wie ein klassischer Comic wirkt. Gerade dadurch geht die Leichtigkeit, die man mit dem Medium verbindet, an einigen Stellen verloren. Gleichzeitig bleibt der Ton bewusst überspitzt und ironisch, wodurch die gesellschaftskritische Richtung deutlich wird. Die Beispiele aus der Popkultur wirken stark überzeichnet, passen aber zum satirischen Stil des Buches. Inhaltlich beschäftigt sich die Geschichte vor allem mit dem Gefühl, sich ständig anpassen zu müssen, um geliebt zu werden, sowie mit der Angst, etwas zu verpassen. Diese Gedanken wirken teilweise nachvollziehbar, werden stellenweise aber auch recht pauschal dargestellt. Der Zeichenstil bleibt schlicht, unterstützt aber den analytischen Charakter des Comics. Philosophische und psychologische Ansätze werden zwar eingebaut, wirken jedoch teilweise etwas abstrakt und nicht immer leicht greifbar. Emotional hinterlässt das Buch weniger ein starkes Gefühl als vielmehr Denkanstöße. Der Ton bewegt sich konstant zwischen Satire und Ernst, wodurch der Comic weniger wie reine Unterhaltung, sondern vielmehr wie eine gesellschaftliche Analyse im Comicstil wirkt. Fazit: Ich fühl’s nicht ist ein ungewöhnlicher Comic, der moderne Liebe und gesellschaftliche Erwartungen kritisch betrachtet. Die Mischung aus Ironie, Theorie und Gesellschaftsanalyse funktioniert nicht immer gleich gut, bietet aber einige interessante Gedankenanstöße über Beziehungen, Selbstoptimierung und emotionale Unsicherheit.












