13. Jan.
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Rating:5

Das Buch hat mich schon durch das Cover und den Rückentext angesprochen und neugierig auf die Geschichte gemacht. Westerwald um 1680 und später. Es geht zum einen um Jakob , er arbeitet gern mit Holz, hat viel Schlimmes erlebt und lässt sich nicht unterkriegen. Sein fester Glaube an Gott hilft ihm dabei,obwohl es nicht immer leicht ist. Dann geht es um Karl, seinen Enkel, in den 1720er Jahren, ebenfalls im Westerwald. Beide haben es aus verschiedenen Gründen nicht leicht in und mit ihren Familien. Karl und seinen Großvater verbindet von Anfang an etwas ganz besonderes miteinander. Sie fühlen sehr ähnlich, lieben beide die Arbeit mit Holz und sind fest im Glauben. Eine sehr bewegende Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe, die zum Nachdenken einlädt über das eigene Leben und die mir nahe gegangen ist. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Das Holz, aus dem wir geschnitzt sind
Das Holz, aus dem wir geschnitzt sindby Annette SpratteFrancke-Buch
9. Nov.
Rating:5

In einer Welt voller Vorurteile und Egoismus zeigt dieser warmherzige, ergreifende Roman, was passiert, wenn Menschen mit feinen, sensiblen Antennen und einem besonderen Gespür für die Welt um sie herum verurteilt, erniedrigt und abgelehnt werden. Die besondere Beziehung zwischen dem jungen Karl und seinem Großvater Jakob hat mich sehr beeindruckt und oft zu Tränen gerührt, einfach weil beide als Außenseiter, als anders betrachtet werden und ständig damit zu kämpfen haben. Verspottet, ausgegrenzt, als schwach bezeichnet, selbst von der eigenen Familie, hinterlässt viele Narben und gleichzeitig Fragen. Während man Karl begleitet, der ständig für alles verantwortlich gemacht wird, ohne die Schuldfrage zu klären, der an sich selbst zweifelt und dabei doch so sanft, liebevoll und feinsinnig ist, erhält man gleichzeitig Rückblicke in das Leben seines Opas, was mich sehr berührt und innerlich doch viele Male zerrissen hat. Karls Talent für die Schnitzerei gibt ihm Zuflucht und aufgrund des guten Einflusses und Zuspruchs seines Opas, verfolgt Karl tapfer und mutig seine Ziele und erhält auch die Möglichkeit, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Nach dem Verlust seines Großvaters und eskaliert auch die häusliche Situation durch ein familiäres Unglück, so dass Karl auf sich allein gestellt ist, einzig seine Freundschaft zu der Magd Anna gibt ihm Mut und Hoffnung und nach und nach entdeckt er auch, was seinem Großvater widerfahren ist. Diese Geschichte ist ein Meisterwerk, eine Kunst, weil es hier nicht um Gut und Böse geht, um irgendwelche Schuldzuweisungen, sondern dazu auffordert, hinter die Kulissen des anderen zu schauen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu respektieren. Immer wieder wird durch die Rückblicke, Bibelzitate und gute Klosterfreunde des Großvaters hervorgehoben, wie Gott jeden Einzelnen betrachtet, was für ihn den Wert eines Menschen ausmacht und dabei wächst Karl über sich selbst hinaus, was ich unglaublich spannend und stark fand. Der Bezug zwischen der Kunst aus einem einfachen Stück Holz Besonderes zu schaffen und dem, wie wir in Gottes Hand sind ist eine geniale Idee, was das Buch so einzigartig, so lebendig, gefühlvoll und besonders macht. Gott sieht mehr in jedem einzelnen von uns, als wir selbst begreifen und teilweise akzeptieren wollen und wer sind wir, dass wir den Wert eines anderen Menschen in Frage stellen oder uns Rechte herausnehmen, die uns nicht zustehen. Die Einzigartigkeit jedes Menschen wird durch diesen Roman deutlich hervorgehoben, ebenso wie die Macht der Vergebung und der Liebe. Für mich ein absolutes Lesehighlight, ein Roman, den man niemals vergessen darf, den man immer wieder lesen kann und sollte und sich jeder dabei die Frage stellt: Aus welchem Holz bin ich geschnitzt!

Das Holz, aus dem wir geschnitzt sind
Das Holz, aus dem wir geschnitzt sindby Annette SpratteFrancke-Buch
3. Nov.
Rating:5

Ein emotional berührendes Buch über die Liebe vom Enkel und Großvater und die Beziehung zueinander.

Was für ein starkes, emotional berührendes Buch! Es ist das erste Buch das ich von Annette Spratte las. Wenn ihre Bücher alle so sind, dann muss ich diese umgeben von Taschentuch-Boxen lesen. Das Buch beginnt mit einer kleinen Szene, in der die großväterliche Liebe zu Karl beschrieben wird. Karl ist ein sensibles Kind und zog es vor, wenn es ihm zu wild wurde, sich zum Großvater oder in den Stall zu den Tieren wo er aus Holz verschiedene Sachen schnitzte, zurückzuziehen. Seine sensible, ruhige Art gefällt seinem Vater und den älteren Brüdern nicht, für alles kriegt Karl die Schuld. Karl und seine Geschwister werden größer, der Großvater verstirbt. Mit dem Tod des Großvaters verliert Karl seinen Beschützer und ist dem Spott und Gemeinheiten, vor allem dem seiner älteren Brüder völlig schutzlos ausgeliefert. Es kommt sogar so weit, dass einer von ihnen ihm nach dem Leben trachtet. Eingetaucht in die Geschichte, ließ sie mich nicht los. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Mehrmals musste ich innehalten, um meine Augen trocknen zu lassen, in die Tränen beim Lesen stiegen. Einerseits tat Karl mir sooo leid und am liebsten wäre ich selbst in der Geschichte um seinen Quälern die Meinung zu geigen. Und anderseits bewunderte ich ihn für seine Stärke wie er alles still über sich ergehen ließ. Annette hat Karl einen schönen Charakterzug gegeben. Still, ein Beobachter, die Ungerechtigkeit ertragend ohne zu verbittern. Ich persönlich hätte es nicht gekonnt. Sie hat mir lebhafte Bilder vor Augen geführt und aufgezeigt wie das Leben im 18. Jahrhundert war. Der Glaube in diesem Buch kommt in vielen Dingen zum Vorschein: Bibelzitate, das Leben im Kloster als Rückzugort um zur Ruhe zu kommen und Frieden. Aber auch wie die Hauptprotagonisten zum Glauben an Gott standen. Dieses Buch zeigt auf, dass man nicht vorschnell urteilen sollte, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Aus diesem Buch nehme ich für mich mit: Denjenigen die mir Böses wollen, mit Liebe zu begegnen, verzeihen und nicht verbittern, denn das ist, was einen stark macht. Es ist ein sehr gutes Buch, das ich gern und von Herzen weiterempfehle. Es ist für mich ein Highlight.

Das Holz, aus dem wir geschnitzt sind
Das Holz, aus dem wir geschnitzt sindby Annette SpratteFrancke-Buch