"Feuerland – Berliner Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis heute" von Christian Simon
Christian Simons Buch „Feuerland“ ist eine kompakte, aber facettenreiche Reise durch die wirtschaftliche Entwicklung Berlins – von den mittelalterlichen Anfängen bis in die Gegenwart. Dem Autor gelingt es, die oft trockene Materie der Wirtschaftsgeschichte mit Leben zu füllen, indem er historische Fakten mit Anekdoten und biografischen Skizzen von Unternehmerpersönlichkeiten wie Carl Bolle oder Georg Wertheim verwebt. Die Sprache ist klar und zugänglich, dabei nie oberflächlich. Simon schreibt konzentriert und pointiert, was das Buch auch für Nicht-Historiker lesenswert macht. Mit rund 100 Abbildungen wird der Text visuell ergänzt, was die historische Entwicklung greifbarer macht. Vom Handwerk im Mittelalter über die industrielle Revolution bis zur Gegenwart – Simon deckt die zentralen wirtschaftlichen Umbrüche Berlins ab und zeigt, wie sie das Stadtbild und die Gesellschaft geprägt haben. Neben wirtschaftlichen Erfolgen werden auch die Schattenseiten nicht ausgespart, etwa die Verelendung großer Bevölkerungsschichten im Zuge der Industrialisierung. Wer allerdings eine tiefgreifende wirtschaftswissenschaftliche Analyse erwartet, wird enttäuscht. Das Buch ist eher als Einführung oder Überblick gedacht und kein akademisches Standardwerk, sondern ein populärwissenschaftliches Sachbuch mit Herz für die Stadtgeschichte. Es eignet sich hervorragend für Leserinnen und Leser, die sich für Berlin interessieren und verstehen möchten, wie wirtschaftliche Entwicklungen das urbane Leben geprägt haben.
