18. Mai
Rating:3

Der Anfang hat mich schon abgeholt und fand ich richtig gut. Als es aber an das Mittelstück ging muss ich ganz ehrlich sagen, da habe ich doch irgendwie so‘n bisschen den Fokus verloren. Natürlich habe ich die Quintessenz verstanden aber ich fand es irgendwie so unausgegoren und der Schluss zu schnell zu fix herausgearbeitet. Ich habe es als Hörbuch gehört und will nicht abstreiten, dass ich zwischendurch nicht mehr so ganz bei der Sache war.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
16. Mai
Rating:3.5

Jessica und Ingwer sind schon seit 20 Jahren ein Paar; seine Familie ist auch Jessicas Familie geworden, denn zu ihrer hat sie kein gutes Verhältnis. Jessica verbringt den Hochzeitstag mit ihrem Mann Ingwer und dessen Familie im Urlaub, als sie einen Anruf ihrer Halbschwester Sandra bekommt: Jessicas Papa ist gestorben. Auf der Beerdigung reißen alte Wunden aus der Kindheit wieder auf. Ihre Mutter zeigt nach wie vor offen ihre Verachtung Jessica gegenüber. Sie fühlt sich wieder so hilflos dem Schweigen und den Verletzugen ausgesetzt wie damals schon. Und Jessica muss plötzlich immer öfter an ihre Zwillingsschwester Annika denken, die starb, als sie eineinhalb Jahre alt waren. Sie kann sich nicht wirklich an sie erinnern, vermisst sie aber dennoch „Warum war Mutter so? Warum interessierte mich das noch? Warum war ausgerechnet Vater tot, der mir von allen noch am nächsten gestanden hatte? Warum vermisste ich auf einmal schmerzhaft meine Zwillingsschwester, die ich doch gar nicht richtig gekannt hatte?“ Während Jessicas Ehe plötzlich zu zerbrechen droht, muss sie lernen, ihren Alltag zu meistern und die Wunden der Vergangenheit heilen zu lassen. Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Die Geschichte hat mich berührt.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
8. Mai
Rating:3

Thematisch tiefgründig und schön

Die Thematik und Darstellung der Familiengeschichte ist berührend und tiefgründig. Jedoch sind die Darstellung der abschweifenden Gedanken nicht immer passend und ziehen das Buch in die Länge. Auch das Walthema hätte nicht sein müssen und zieht das Buch unnötig in die Länge.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
23. Apr.
Rating:4.5

Ein Buch über eine trostlose Kindheit, Trauer und die dadurch erzeugte Unmöglichkeit ein glückliches Leben zu führen.

Erzählt wird aus der Sicht von Jessica, die in Rückblenden Erinnerungen aus ihrer Kindheit beschreibt. Geboren als Zwilling, doch ihre Zwillingsschwester Annika verstirbt mit eineinhalb Jahren. Über die Tragödie wird nie gesprochen. Von ihrer Halbschwester erfährt sie nur Abneigung und ihre Mutter lässt sie immer spüren, dass sie die falsche Tochter ist. In der Familie ihres Mannes findet sie für sich eine Bilderbuchfamilie: Menschen die sich umarmen, zusammen lachen und gemeinsam in den Urlaub fahren. Teils düster, teils humorvoll erzählt uns die Autorin knappe Beobachtungen, die uns verstehen lassen, was Jessica geprägt hat und warum sie sich ihrem eigenen Glück im Weg steht.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
13. Apr.
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Rating:4.5

Der einsamste Wal der Welt „Allein geboren wurde ich nicht. Aber allein gelassen.“ (S. 93) Jessica fühlt sich schon ihr ganzes Leben fehl am Platz, von ihrer Mutter und ihrer Halbschwester ungeliebt. Auch ihr Vater ist distanziert, war aber früher derjenige, der sich am meisten um sie gekümmert hat. Die Familie ihres Mannes Ingwer, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist, ist da ganz anders: eng verbunden, symbiotisch, verbringen sie jede freie Minute zusammen, fahren sogar gemeinsam in den Urlaub. Danach hat sie sich früher immer gesehnt. Doch dann kommt der Anruf: Ihr Vater ist gestorben, ihre letzte Verbindung zu ihrem alten Leben. Auf dem Friedhof wird sie nicht nur mit diesem Verlust konfrontiert, sondern auch dem Grab ihrer Zwillingsschwester, die mit 1,5 Jahren starb. Und mit dem Vorwurf ihrer Mutter, Jessica trage die Schuld daran. Genau wie jetzt am Tod ihres Vater, dessen Herzprobleme während eines Telefonats mit ihr begannen. Petra Hucke hat es mir mit „Unterwasserblau“ nicht leicht gemacht. Der direkte, ungeschönte und stellenweise lakonische Erzählstil, durchzogen von Rückblenden in Jessicas Kindheit, ließ die Handlung oft wie eine lose Aneinanderreihung von Episoden wirken. Und doch hat mich das Buch zunehmend in seinen Bann gezogen – und schließlich mit einem echten Wow-Gefühl zurückgelassen. Jessica ist wurzel- und haltlos, klammert sich an Ingwer und dessen Familie. Aber ein kleiner Teil von ihr rebelliert. Doch ein Teil von ihr rebelliert. Heimlich bricht sie immer wieder aus ihrer scheinbar perfekten Ehe aus und bringt diese damit – bewusst oder unbewusst – in Gefahr. Sie weiß genau, dass es falsch ist, und kann dennoch nicht damit aufhören. Genauso wenig wie mit den unzähligen Selfies, die sie macht: Tausende Bilder ihres Gesichts, in denen sie nach Spuren ihrer Zwillingsschwester sucht, und stattdessen immer wieder ihre Mutter erkennt, die sie doch längst hinter sich lassen wollte. Denn in ihrer Erinnerung ist ihre Kindheit von Lieblosigkeit und Kälte geprägt. Ihre ältere Halbschwester zog früh aus und ließ sie allein zurück. Ihre Mutter stritt ständig mit ihrem Vater und machte Jessica für den Tod der Schwester verantwortlich. Schon damals fühlte sie sich wie der einsamste Wal der Welt – ein Bild aus einem Kinderbuch, das sie nie losgelassen hat. Und nun holt sie diese Vergangenheit wieder ein. Ihre Mutter braucht Hilfe, weigert sich jedoch, diese anzunehmen. Und Jessica fühlt sich, anders als ihre Halbschwester, nicht verantwortlich. Sie hat mit ihrem alten Leben abgeschlossen. Oder versucht es zumindest. Denn je mehr sie sich abgrenzt, desto deutlicher wird, dass die Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist. Ein eindringliches Porträt einer innerlich Getriebenen, die alles zerdenkt und doch nichts festhalten kann, auf der Suche nach Identität, Zugehörigkeit und einem Gefühl von Ganzheit. Ein Roman über die Brüchigkeit von Erinnerungen und die Frage, wie sehr uns unsere Herkunft bestimmt.

Unterwasserblau
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5. Apr.
Rating:4

Wenn das Chaos im Kopf ein zu schlechten Entscheidungen treibt

Wenn einem das Bauchgefühl sagt, dass irgendwas in der Familie nicht stimmt, dann liegt man meistens richtig. Und wenn man Pech hat, dann liegt dem ein wirklich schlimmes Familiengeheimnis zu Grunde. Jessica ist schon seit 20 Jahren mit Ingwer zusammen. Sie ist voll in seine Familie integriert. Dort hält man zusammen. Ingwer hat Brüder, mit denen er sich gut versteht und auch die Schwiegertöchter empfinden Sympathie für einander. Jessica möchte nichts anderes sein, als ein Teil dieser Familie. Denn ihre eigene ist sehr anstrengend. Zu ihrer älteren Halbschwester hat sie einen distanzierten Bezug und ihre Mutter gibt ihr permanent zu verstehen, dass damals die falsche Tochter gestorben ist – Annika, Jessicas Zwilling. Nur der Vater hat es irgendwie geschafft, schöne Erinnerungen in Jessicas Kopf zu pflanzen, die aber oft von der Mutter durchkreuzt werden. Nun ist ihr Papa tot, und sie muss aus einem Urlaub heimkehren, ins Ruhrgebiet. Sie ist etwas befremdet darüber, wie stark ihre Mutter gealtert ist. In ihrem Benehmen ist sie aber immer noch die alte und Jessica fühlt sich weder gewünscht, noch zu Hause. Sie sucht nach ihrem Zwilling auf dem Friedhof und nimmt sie gedanklich in sich auf, trägt sie mit sich rum und hat große Sorge, sie wieder zu verlieren. Und dann ist da noch ein Geheimnis, dass das Vertrauen auch in ihrer neuen Familie erschüttert Petra Hucke hat es geschafft, mich von Anfang an ihre Geschichte zu binden. Das wirklich schreckliche Familiengefüge, das durch Jessicas Mutter maßgeblich bestimmt wird, war gleichzeitig interessant und abstoßend. Auch das Geheimnis, dass Jessica mit sich trägt ist sicher polarisierend , m aber neugierig auf den Ausgang. Was zum Teufel hat Jessica dazu gebracht, ihr Glück aufs Spiel zu setzen? Dass etwas ganz schreckliches, passiert sein muss, ahnt man ziemlich schnell und die Lösung fand ich schockierend. Dass sich sowas auf den Werdegang einer lebenden Person niederschlägt, verwundert nicht. Ich hatte den Eindruck, dass hier so viel Fäden gekappt, neu verknotet und wieder angeschnitten wurden, dass es sehr viel Arbeit bedeuten würde, daraus ein neues stabiles (Familien) Netz zu flechten. Manche Motivation, so oder so zu handeln, hab ich zwar nachvollziehen, können aber nicht immer verstanden. Ein absoluter Sympathieträger war Ingwer – auf seiner Seite war ich jederzeit. Gefallen hat mir auch wie seine Familie Dinge kommuniziert. Selbst wenn Verletzungen passiert sind, behalten Sie die Contenance und gehen menschlich miteinander um. Nachdem ich das klar hatte, habe ich mir gewünscht, ebenfalls ein Teil dieser Familie zu sein. Petra Hucke hat mit Jessica eine Protagonistin geschaffen, die zu schlechten Entscheidungen neigt, aber so sehr ein gutes Leben haben möchte, dass sie bereit ist, vieles dafür zu verändern und Konsequenzen für fragwürdiges Handeln zu tragen. Das war sehr menschlich dargestellt. Eingefügt hat sie außerdem Themen wie Klassismus und psychische Erkrankungen. Die nehmen nicht besonders viel Raum bedienen aber Vergleichsmuster. Das ist starke Gegenwartsliteratur, die in bildhafter Sprache von Menschen erzählt, die nebenan wohnen könnten. Ein lesenswerter Roman, den ich allen empfehle, die Handlung mögen in denen krisengeschüttete Personen ihre Probleme angehen und eine Dialoge schätzen, die auf dem Punkt sind.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
3. Apr.
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Rating:4.5

Darum geht es: Jessica und Ingwer sind seit zwanzig Jahren ein Paar und verbringen ihren Hochzeitstag im Spreewald mit Ingwers Familie. Dort erlebt Jessica Tage voller Wärme und Vertrautheit, mit Paddeltouren, Ausflügen, dem Geburtstag der Schwiegermutter und gemeinsamen Grillabenden. In dieser Familie fühlt sie sich angekommen, geborgen und angenommen. Ganz anders als in ihrer eigenen Herkunftsfamilie, in der sie ohne Liebe aufgewachsen ist. Dort bestimmten Schweigen und harte, verletzende Worte den Alltag. Als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, wird sie abrupt aus dem Idyll gerissen und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Mein Leseeindruck: Was Petra Hucke hier geschrieben hat, hat mich tief beeindruckt. Besonders die Gegenüberstellung zwischen der liebevollen Schwiegerfamilie und der emotionalen Kälte ihrer eigenen Familie habe ich als sehr stark empfunden. Die Figur der Mutter ist dabei eindringlich und erschütternd gezeichnet – hart, abweisend und verletzend, ohne je Liebe zu zeigen. Beim Lesen wurde für mich spürbar, wie sehr eine Kindheit ohne Zuneigung einen Menschen prägen kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sehr uns unsere Herkunft formt und ob es möglich ist, sich davon zu lösen. Diese Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman und verleiht der Geschichte Tiefe und Kontinuität. Die emotionale Wucht des Romans hat mich oft überrascht. Immer wieder gab es Stellen, die mich schockiert und sprachlos gemacht haben. Mehr als einmal saß ich mit offenem Mund da, weil ich so entsetzt war über das Gelesene. Die direkte, schonungslose Sprache hat das noch verstärkt und das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis gemacht. Fazit: 4,5/5 ⭐️ Ein eindringlicher, schonungsloser Roman über familiäre Prägung, der tief bewegt, lange nachhallt und durch seine Klarheit und emotionale Kraft beeindruckt.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
24. März
Rating:4

Die bedrückende Atmosphäre die ich während des Lesens empfunden habe, spüre ich sofort wieder, wenn ich an die Geschichte denke. „Müsste ich darüber sprechen, würde ich zersplittern wie der Teller vorhin und in meine eigenen Scherben treten.“ Und genau das ist der Knackpunkt, in Jessis Familie wird nicht gesprochen. Es wurde verdrängt, Mauern errichtet statt sich dem Trauma zu stellen. Und in diesem Entsetzen von Verlust und Trauer wurde Jessi großgezogen. Und was das mit einem und aus einem macht zeigt die Autorin sehr deutlich. Wie oft habe ich gedacht, warum habt ihr es so weit kommen lassen? Hätte Jessi sich geliebt gefühlt, wäre die erwachsene Jessi eine andere geworden? „Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben?“ Wenn euch verkorkste, dysfunktionale Familiengeschichten, die einen bis ins Erwachsenenalter begleiten und zeichnen, interessieren solltet ihr „Unterwasserblau“ lesen. Ich habe stellvertretend für Jessi ein paar Tränen weinen müssen.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
19. März
Rating:4.5

Das Buch hat mich besonders durch seinen Ton berührt.

Der Roman „Unterwasserblau“ von @petra.hucke erzählt eine bewegende Familiengeschichte, in der Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht eine Familie, deren Mitglieder mit den Spuren früherer Entscheidungen, Verletzungen und unausgesprochener Gefühle leben müssen. Nach und nach werden Erinnerungen und Geheimnisse freigelegt, wodurch sich ein vielschichtiges Bild familiärer Bindungen, Konflikte und der Suche nach Nähe und Verständnis entwickelt. 💭 Der Roman ist am 12.03. im @eiseleverlag erschienen. 📖 Das Buch hat mich besonders durch seinen Ton berührt: Es ist zugleich zart und packend geschrieben. 👌🏻 Die Geschichte wirkt rau und ehrlich, aber immer wieder blitzt auch ein feiner, leiser Humor auf, der den Figuren zusätzliche Tiefe verleiht. Gerade diese Mischung macht den Roman so eindrucksvoll. Die Familiengeschichte geht sehr ans Herz und regt gleichzeitig zum Nachdenken über Beziehungen, Vergangenheit und Versöhnung an. ✨ Ich danke dem @eiseleverlag herzlich für das Rezensionsexemplar und kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen. 🌟 Wer ruhige, emotionale und zugleich eindringliche Familienromane schätzt, wird hier eine sehr besondere Lektüre finden. 📚💙

Unterwasserblau
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12. März
Rating:5

Was Familie mit uns macht

Jessica führt seit 20 Jahren eine glückliche Ehe mit Ingwer. Seine Familie ist zu ihrer geworden. Zu ihrer eigenen Familie hat sie keine Bindung mehr,  nur mit ihrem Vater telefoniert sie dann und wann. Als ihr Vater dann plötzlich stirbt und sie zur Beerdigung fährt,  muss sie sich mit ihrer Mutter und Halbschwester auseinandersetzen,  die ihr beide feindselig gegenüber stehen. Für Jessica fängt eine furchtbare Zeit an. Während sie versucht ihrer herzlosen Mutter zu helfen,  quält sie die Sehnsucht nach ihrem Mann.  Doch dann droht ihre Ehe zu zerbrechen. Die Autorin versteht es die ganzen Emotionen,  das Gefühlschaos, die Verzweiflung und die Selbstvorwürfe gut und nachvollziehbar zu beschreiben. Ich mochte Jessica sehr und wollte das Buch kaum aus der Hand legen. 

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
12. März
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Petra Hucke erzählt mit „Unterwasserblau“ einen leisen, emotional intensiven Roman über Herkunft, Familie und die schwierige Aufgabe, sich von den Prägungen der eigenen Kindheit zu lösen. Die Geschichte folgt einer Frau, die sich – ausgelöst durch einen Todesfall – ihrer Vergangenheit stellen muss und dabei erkennt, wie tief alte Verletzungen noch immer in ihr wirken. Zu Beginn des Romans wirkt Jessicas Leben stabil. Sie ist seit zwanzig Jahren mit ihrem Mann Ingwer zusammen und hat in dessen Familie eine Zugehörigkeit gefunden, die ihr in der eigenen Herkunftsfamilie immer gefehlt hat. Während eines sommerlichen Ausflugs im Spreewald, an ihrem Hochzeitstag, erreicht sie jedoch eine Nachricht, die alles verändert: Ihr Vater ist gestorben. Die Rückkehr zur Beerdigung führt Jessica zurück in eine Welt, die sie lange hinter sich lassen wollte. Dort begegnet sie ihrer Mutter und ihrer Halbschwester Sandra – Beziehungen, die von Schweigen, Enttäuschungen und emotionaler Distanz geprägt sind. Alte Wunden brechen wieder auf, und Jessica spürt erneut die Hilflosigkeit, die sie schon als Kind begleitet hat. Ein zentrales Thema des Romans ist die Frage, wie stark unsere Kindheit unser späteres Leben bestimmt. Jessica ist von einer lieblosen und konfliktreichen Familiengeschichte geprägt. Besonders die Beziehung zur Mutter ist von Ablehnung und Kälte überschattet. Hinzu kommt der frühe Tod ihrer Zwillingsschwester Annika – ein Verlust, an den sie sich kaum erinnern kann und der dennoch eine tiefe Leerstelle in ihrem Leben hinterlassen hat. Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass viele ihrer Entscheidungen, auch in ihrer Ehe, unbewusst von diesen frühen Erfahrungen beeinflusst sind. Der Roman begleitet Jessica auf einer emotionalen Reise der Selbstreflexion. Der Tod des Vaters zwingt sie, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und zu verstehen, warum sie geworden ist, wer sie heute ist. Gleichzeitig gerät auch ihre Ehe mit Ingwer ins Wanken. Dabei entwickelt sich Jessicas Figur spürbar weiter. Schritt für Schritt beginnt sie, ihre eigenen Muster zu erkennen und sich von den alten Prägungen zu lösen. Die zentrale Frage des Romans lautet dabei sinngemäß: Wann werden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Petra Hucke erzählt diese Geschichte in einer ruhigen, poetischen Sprache. Die Atmosphäre des Spreewalds am Anfang des Romans steht im starken Kontrast zu den emotionalen Untiefen der Familiengeschichte, die sich nach und nach öffnen. Der Stil bleibt dabei zugänglich und bildhaft. Hucke gelingt es, sowohl schwere Themen wie Trauer, Entfremdung und Einsamkeit als auch leichtere Momente mit leisem Humor und Wärme zu schildern. Besonders die inneren Gedanken Jessicas verleihen der Geschichte eine große emotionale Nähe. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Unterwasserblau“ ist kein lauter Roman voller dramatischer Wendungen. Seine Stärke liegt vielmehr in der stillen, präzisen Beobachtung menschlicher Beziehungen. Petra Hucke zeigt eindrücklich, wie unausgesprochene Konflikte und alte Verletzungen über Jahre hinweg nachwirken können – und wie schwierig es ist, sich davon zu befreien. Gleichzeitig erzählt der Roman auch von Hoffnung. Jessicas Weg ist schmerzhaft, doch er eröffnet die Möglichkeit eines Neuanfangs und eines versöhnlicheren Blicks auf sich selbst. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ein berührender Roman über familiäre Prägungen, verlorene Nähe und die Suche nach dem eigenen Selbst. Petra Hucke gelingt ein sensibles Porträt einer Frau, die sich ihrer Vergangenheit stellt, um ihre Zukunft neu gestalten zu können. Ein stilles, poetisches Buch über Verletzungen und Heilung – und über den Mut, sich selbst neu zu begegnen.

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
12. März
Rating:4.5

Eine Frau in ihren mittleren Jahren auf der Suche zu sich selbst und bei der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Die ersten Sätze dieses Romans versetzten mich in die typische Spreewald-Atmosphäre. Ich-Erzählerin Jessica ist mit ihrer Familie im Spreewald unterwegs und man lernt gleich die Geschichte des Paars grob kennen, denn sie feiern Hochzeitstag. Ein wundervoller Start. Aber bald erfahren wir auch von Chaos, Streit, Verfehlungen, Betrug und Sehnsüchten im Leben von Jessis, in ihrer und ihres Mannes Familien. Es geht aber auch um Entfremdung in Ehe und Familie und der Suche nach dem richtigen Weg, nach Vergebung und Aufarbeitung der Vergangenheit. Gut erzählt fließen die Worte ineinander und erzeugen Sätze, die leicht verständlich und gut verfolgbar sind. Die bildhafte Sprache der Autorin macht das Lesen angenehm und leicht und lässt den teils schweren Inhalt ans Herz gehen. Aber auch leichte, fröhliche Situationen werden lebendig und oft muss man über komische Situationen schmunzeln. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man meint, sie zu kennen und gespannt verfolgt, welche Motivation sie zum Handeln animieren. Als dann die schwierigeren Themen publik werden, kippt auch die Sprache und wird etwas schwermütiger. Man leidet mit, ist wütend über so viele falsche Entscheidungen, soviel böse Worte und so viel unausgesprochenes. Ich hätte nach dem Start ins Buch nicht gedacht, dass so viele tiefe Probleme zum Thema werden, dass so viel Schuld und Trauer auf mich einströmt, so viele Emotionen. Trotzdem bin ich Jessi gern erfolgt und fand Petra Hucke's Roman interessant und aufschlussreich. Ich habe das Buch gern und mit Gewinn gelesen und kann es allen empfehlen, besonders denen, die gern tiefgehende Gegenwartsliteratur lesen. Herzlichen Dank an NetGalley und den Eisele Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung zum Text bleibt davon unberührt. Unbezahlte Werbung.

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11. März
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Rating:5

🚣UNTERWASSERBLAU - Petra Hucke - Eisele Verlag - ET 12.03.2026 - 256 Seiten Wie tiefgreifend prägen uns familiäre Muster? Und ist es uns als Erwachsene möglich, uns von ihnen zu lösen? »Petra Hucke lockt ihre Leser mit leisem Humor in eine immer rasantere Strömung, bis in die Untiefen einer rauen Familiengeschichte. Unterwasserblau ist zart und packend zugleich.« Julja Linhof, Autorin von Krummes Holz, ZDF-aspekte-Literaturpreis Worum geht’s ? In ihrem Roman „Unterwasserblau“ beleuchtet Petra Hucke mit scharfsinnigem Blick die komplexen Dynamiken familiärer Beziehungen, die Bedeutung der Herkunft, gehütete Geheimnisse und Schweigen, das Familien oft prägt. Autorenportrait: Petra Hucke ist Romanautorin, freie Übersetzerin und Host des Podcasts „Frauenleben“. Sie studierte in Leipzig und lebt derzeit in München. Schon immer hat sie sich gefragt, wie es wäre, eine Schwester zu haben. Mein Leseeindruck: Bei diesem Buch fiel mir zunächst das wunderbare Cover auf. Und so war ich sehr gespannt auf den Inhalt, in welchem die Autorin Wunden und Traumata der Kindheit der Protagonistin berührend, einfühlsam und emotional verhandelt. Sie zeigt die Prägung durch die eigene Mutter und die Herkunft, wie diese die Bindung und Einstellung zu Familie formt und beeinflusst. Welche Lücke der Verlust eines Geschwister-/Zwillings reißen kann. Wie stärkend ein unterstützender und verständnisvoller Partner sein kann. Wie heilend es sein kann, sich der schmerzlichen Vergangenheit zu stellen und sich fallen zu lassen, um Antworten zu finden. Der schöne, leichtfüßige, unterhaltsame, flüssige, packende Schreibstil lies mich durch die Seiten fliegen. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Fazit: Ein Roman, der die Geschichte einer Frau erzählt, die sich auf die Suche nach Antworten begibt und dabei eine tiefgreifende Selbstfindung erfährt Eure, Claudia #Lesetipp #unterwassserblau #neuerscheinung

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5. März
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Rating:5

„Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht hatten?“ (S. 201) UNTERWASSERBLAU Petra Hucke ET: 12.03.26 Jessica verbringt ein paar Tage mit der Familie ihres Mannes Ingwer – und für sie ist es jedes Mal wie ein Ankommen. Die Schwiegereltern, die drei Brüder mit ihren Partnerinnen und Kindern: Wärme, Zugehörigkeit und Selbstverständlichkeit. Jessica und Ingwer haben sich bewusst gegen eigene Kinder entschieden. Stattdessen genießen sie ihre Rolle als Tante und Onkel, als Teil dieses lebendigen und liebevollen Gefüges. Dann der Anruf: Ihr Vater ist tot. Drei schlichte Worte aus dem Mund ihrer Halbschwester – und mit einem Schlag ist sie zurück in der Enge ihrer Herkunft. In einer Familie, in der Zuneigung kein Ausdruck fand, in der man nicht weinte, sondern schwieg. In der die Mutter dominierte, unzufrieden, nörgelnd, unnahbar – und der Vater sich hinter diesem Schweigen einrichtete. Jessica hat sich für diese Familie geschämt, seit sie denken kann. Und nun holt sie die Vergangenheit ein. Wie sich die Ereignisse entfalten, möchte ich nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Alte Wunden brechen auf und Fragen drängen sich in den Vordergrund. Wie prägt eine lieblose Kindheit einen Menschen? Lässt sich diese Erfahrung ablegen – oder schreibt sie sich unausweichlich in das weitere Leben ein? Petra Hucke erzählt mit großer Empathie von Verlust, Sehnsucht und der leisen Hoffnung auf Veränderung. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sehr viele Themen angerissen werden. Doch im Verlauf fügt sich alles stimmig zusammen. Der Ton ist fein und sensibel, die Sprache klar und zugleich poetisch. Ich bin regelrecht durch die Seiten getragen worden. Fazit: Eine eindringliche, zart erzählte Geschichte über Herkunft, Prägung und die Möglichkeit, sich neu zu verorten. 5/5

Unterwasserblau
Unterwasserblauby Petra HuckeEisele Verlag
20. Feb.
Rating:5

Jessica ist im Kurzurlaub im Spreewald mit der Schwiegerfamilie. Bei ihnen fühlt sie sich wohl. Sie sind ganz anders als die eigentliche Familie. Im Spreewald bekommt sie einen Anruf von ihrer Halbschwester Sandra. Jessica sVater ist verstorben. Zur Beerdigung reist sie zurück in ihre Heimat, in ihre Vergangenheit. Zu der Mutter, die nie was mit ihr anfangen konnte. Und zum Grab ihrer verstorbenen Zwillingsschwester. Ein sehr emotionaler Roman über das was Familie bedeutet. Jessica hat sich nie wohl gefühlt zu Hause. Ihre Mutter ist verbittert und meckert viel, der Vater ist meist nicht da, die Halbschwester hatte auch kein großes Interesse an ihr. Jetzt ist sie wieder da, bei ihrer Mutter, der sie es nie recht machen kann. Sie soll sie unterstützen aber die Mutter will sie eigentlich gar nicht bei sich haben. Jessica hatte immer eine Leere in sich, hat sich nie zugehörig gefühlt. So geht es ihr schon ihr ganzes Leben und das Gefühl ist immer noch da. Eigentlich hat sie sich ein schönes Leben mit ihrem Mann aufgebaut aber vielleicht kann sie das gar nicht aushalten? Vielleicht hat sie sich so an den Schmerz gewöhnt, dass sie ihn braucht. Die Protagonisten ist sicher keine super sympathische Frau aber sie ist echt. Sie macht Fehler, wird als arrogant wahrgenommen. Das mag ich immer ganz gern. Ihre ambivalenten Gefühle sind spürbar, ihr Schmerz präsent. Poetisch, zart und klug wird erzählt von alten Mustern und von Heimat. Eindringlich, still und absolut nachhallend ist dieses Werk. Eine große Leseempfehlung dafür.

Unterwasserblau
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