Der Beginn war super. Im Mittelteil haben mich die Ausschweifungen und aus meiner Sicht unwesentlichen Romanelemente gelangweil t. Dennoch habe ich mich auf das abendliche Lesen gefreut und wollte wissen, wie es mit Malcolm und seiner Ehefrau weitergeht. Auf jeden Fall würden die Figuren gut gezeichnet.

Mit „Sieben Tage einer Ehe“ hat Mary Beth Keane einen stillen, präzise beobachtenden Roman geschrieben, der zeigt, dass große Literatur nicht laut sein muss. Im Mittelpunkt stehen Jess und Malcolm, ein Paar Anfang vierzig, das sich nach vielen gemeinsamen Jahren in einer Sackgasse wiederfindet. Ihr Traum von Familie ist an den Realitäten des Lebens zerschellt: ein unerfüllter Kinderwunsch, berufliche Belastungen und falsche Entscheidungen haben das Fundament ihrer Beziehung erodieren lassen. Als ein Schneesturm die Kleinstadt Gillam lahmlegt, werden die beiden plötzlich aus ihrem Alltag gerissen. Die Isolation wird zum Brennglas – und zum Prüfstein für eine Liebe, die sich unmerklich abgekühlt hat. Keane nutzt diese sieben Tage, um Jess und Malcolm Stück für Stück auf sich selbst zurückzuwerfen. In ruhigen, atmosphärisch dichten Szenen zeigt sie, wie sich ein Paar verlieren kann, ohne es zu merken – und wie schwer es ist, sich wiederzufinden. Der Roman lebt weniger vom äußeren Geschehen als von der psychologischen Präzision, mit der Keane ihre Figuren seziert. Sie urteilt nicht, verteilt keine Schuld, sondern lässt Leserinnen und Leser ganz nah an den Gefühlen und Gedankengängen ihrer Protagonisten teilhaben. Jeder, der in einer langjährigen Beziehung steckt oder steckte, wird Momente erkennen: das langsame Verstummen, die kleinen Verletzungen, die Verschiebung von Prioritäten, das Gefühl, nicht mehr gemeinsam zu träumen. Keanes Stärke liegt im Alltäglichen. Ihre Sprache ist leise und dabei glasklar, die Dialoge wirken authentisch, die Stimmungen glaubhaft. Gerade weil sie auf große Dramen und melodramatische Verwicklungen verzichtet, entwickelt die Geschichte eine enorme emotionale Kraft. Ja, manches erscheint vorhersehbar – aber nie kitschig oder konstruiert. Das Ende fügt sich stimmig ein, ohne den Figuren etwas aufzuzwingen. „Sieben Tage einer Ehe“ ist kein klassischer Liebesroman, sondern ein nachdenkliches, fein gezeichnetes Porträt zweier Menschen, die lernen müssen, ehrlich zu sich selbst zu sein. Ein Buch, das berührt und das eindrucksvoll zeigt, dass Liebe Arbeit bedeutet – und manchmal auch Mut zur Veränderung. Ein kluger, einfühlsamer Roman über zweite Chancen, unerfüllte Träume und die Frage, was es wirklich heißt, eine Familie zu sein. Absolut lesenswert und die perfekte Winterlektüre! Aus dem amerikanischen Englisch von Heike Reissig.
Klappentext war vielversprechender 😩
Ein kluger und realitätsnaher Roman mit authentischen Charakteren.
Nur kann mir mal jemand verraten, was sich deutsche Verlage dabei denken ein Titel zu nehmen, der Leserinnen total irritieren kann. Denn unter 7 Tage einer Ehe hat man ja eine Vorstellung, die dann im Buch so nicht vorkommt. Denn wir erleben Malcom und Jess nicht nur 7 Tage sondern fast ein ganzes Jahr und darüber hinaus erfahren wir auch viel über ihre Vergangenheit. Im englischen heißt das Buch "The Half Moon" und was soll ich sagen, es dreht sich in dem Buch viel um die Bar und wie sie eigentlich der Beginn ist, von der Entfremdung. Ansonsten ist das Buch eine realistische Lovestory mit absolut realistischen Charakteren. Wir erfahren viel was die beiden schon durchgemacht haben, es ist absolut nachvollziehbar warum die beiden sich entfremden. Und das es in einer Ehe nicht um das ich geht, sondern um das wir. Ob sich Jess und Malcom fürs wir entscheiden oder doch lieber fürs ich, lest am besten selbst. Ich kann es definitiv empfehlen!
Abwechslungsreich und interessant
Seit vielen Jahren sind Malcolm und Jess verheiratet. Ihr unerfüllter Kinderwunsch und unzählige Behandlungsversuche haben die Ehe sehr belastet und sie haben sich immer mehr voneinander entfernt. Beide beginnen ihre eigenen Wege zu gehen. Als dann ein Schneesturm alles lahmlegt ergibt sich eine Chance wieder zusammenzufinden…ob sie diese nutzen können und wollen? Mich hat „Sieben Tage einer Ehe“ von Mary Beth Keane (Übersetzung: Heike Reissig) neugierig gemacht, als es mir beim Stöbern in die Hände gefallen ist, also habe ich es gekauft. Ehrlicherweise fand ich den Anfang etwas zäh. Eigentlich war er vielversprechend, aber der Lesefluss stellte sich nicht ein. Das war allerdings nach rund 30 Seiten erledigt, was eindeutig für den Roman spricht! Die Autorin hat hier ein ganzes Netz an Zusammenhängen, Geheimnissen, Verbindungen und persönlichen Geschichten gewoben und alles miteinander verbunden. Auf den ersten Blick fällt das gar nicht so auf, erst im Lauf der Geschichte finden alle Puzzleteile ihren Platz. Auch die persönliche Eben zwischen Malcolm und Jess ist recht interessant. Ich habe die Dynamik zwischen ihnen nie ganz verstanden und ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob sie sich wirklich lieben oder ob sie einander einfach so sehr gewöhnt sind. Jedenfalls lässt der Roman auch manchen Spielraum für die eigene Interpretation und insgesamt ist darin sehr viel los. Beim Lesen ist man sozusagen der Beobachter, der seine ganz eigenen Schlüsse ziehen kann, wenn er möchte oder man bleibt passiv und folgt der Geschichte, ohne sich Fragen zu stellen und wartet einfach nur ab was passiert. Zweiteres liegt mir allerdings nicht. Ich ziehe beim Lesen gerne meine eigenen Schlüsse und stelle Vermutungen an - so wird‘s doch erst richtig spannend! Eine gute Abwechslung und interessante Lesestunden sind hier sicher! Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️
Seit dem College sind Malcolm und Jess ein Paar. Sie ist Anwältin er Barkeeper und sie leben in ihrer Heimatstadt Gillam. Sie möchten eine Familie gründen. Doch das ersehnte Kind lässt auf sich warten. Malcom findet seine Erfüllung in der eigenen Bar, Jess beginnt eine Affäre. Bei einem schweren Schneesturm und der Isolation kommen die Probleme der fragilen Ehe auf den Tisch. Sie beginnen zu reden. Mich hat das Buch zu Beginn in den Bann gezogen. Die Schilderung wie sich so ein Alltag einer langjährigen Ehe plötzlich zu verändern beginnt ist spannend zu Lesen. Die Geschichte wird strigent geschildert. Sie hat mir gut gefallen und ich empfehle sie gern weiter.
Feinfühliger, kluger Roman
Ein ehrlicher Blick auf eine lange Beziehung, in die der Alltag eingekehrt ist. Bei Jess und Malcolm drehte sich das Leben lange um den unerfüllten Kinderwunsch. Mit den immer wieder vorhandenen Rückschlägen, der Sehnsucht nach einem Baby und der Frage ob man um jeden Preis dieses Ziel weiterhin verfolgen sollte, müssen beide erstmal für sich zurechtkommen. Dabei entfernen sie sich immer weiter voneinander und gehen sehr unterschiedlich damit um. Melancholisch, klug und einfühlsam lesen wir vom Zerbrechen einer Beziehung, falschen Entscheidungen und der Aufgabe von Lebensträumen. Ein schonungslos ehrlicher Roman über Menschen um die 40, die Entscheidungen treffen und ihr Leben neu sortieren müssen.

Kennst du das Gefühl, du siehst in Zeitlupe einem Unfall zu und kannst einfach nicht helfen oder etwas machen? So fühlt sich dieses Buch an. In diesem Buch liest man hautnah die Geschichte einer Ehe. Man kann die Gefühle der beiden spüren, ihre Taten verstehen, ihre Entscheidungen beschreien. Ein wirklich spannendes Buch über ein Paar in den 40gern, die mitten im Leben stehen. Sollen sie neu anfangen oder das alte, gewohnte Leben so weiterführen? Mir hat die Umsetzung sehr gefallen. In langen Kapitel wird es erzählerisch aus beiden Seiten geschrieben. Was mich ein bisschen beim Ebook gestört hat, es switchte so zwischen den Zeiten und ich habe manchmal nicht begriffen, ob ich im jetzt bin oder in der Vergangenheit. Die Story aber ging mir sehr nah sowie auch das Endfazit. Gerne hätte ich mehr in der Danksagung über die Autorin erfahren, wie sie zu dieser Geschichte kam. Ein gutes Buch, fernab von Mainstream, mit reifen Protas und wirklich top geschrieben.
Der Titel ist ein wenig verwirrend. Ansonsten hat es mir aber sehr gut gefallen.
Authentischer Einblick in eine Ehe in der Krise
Unaufgeregt aufregend, langweilig Unlangweilig!!!
7 Tage einer Ehe ist ein Buch, das definitiv jeder, der sich in einer langjährigen Partnerschaft oder Ehe befindet, gelesen haben sollte. Es erzählt auf unaufgeregte Weise, wie das gemeinsame Leben dahinplätschert und ehe man sich versieht unterschiedliche Wege einschlägt. Man kann den anderen auf dem Weg nicht mehr sehen und weiß somit auch nicht mehr, was er fühlt, macht und sieht. Der Erzählstil der Autorin gleicht sich diesem dahinplätschernden Alltag an. Zuerst hätte ich ihn als „sehr einfach“ und als eine „monotone Abfolge von Ereignissen “ beschrieben. Denkt man ein wenig drüber nach, merkt man schnell, dass der Schreibstil eigentlich nur unseren schnellen Alltag widerspiegelt und kaum versucht man sich an einem Moment des Durchatmens und der Klarheit, steht man vor dem Scherbenhaufen (s)einer Geschichte und fängt an zu reflektieren. Dies gelingt der Autorin auf eine sehr unaufgeregte Weise und ich fand es einfach klasse. Es regt zum Nachdenken an.










