Ein Roman aus vielen Perspektiven, mit Schmerz, persönlicher Entwicklung und Neuerfindung.
Eine junge Wissenschaftlerin, Frieda, hat nach einem nächtlichen Überfall psychische wie physische Spätfolgen. Diese haben Auswirkungen auf ihre Arbeit mit den Tieren, die sie liebt.
Über Umwege wird sie in einem anderen Zoo angestellt und trifft dort auf eine Tigerdame aus der russischen Taiga. Und auch dieses Tier hat mehr erlebt, als es sollte.
Aus verschiedenen Perspektiven beschreibt Polly Clark bildlich und eindrucksvoll den Weg weiblicher Figuren in dieser Welt – ob Tiger, Frau oder Tochter.
Es ist kein schneller Roman. Er entwickelt sich. Er beschönigt nichts. Er zeigt die Härte der Frau in einer männlich dominierten Welt – sowohl im Zoo als auch im kalten Russland.
Es ist ein Roman mit Nachhall – auch wenn dieser ein wenig auf sich warten lässt.
Ich muss sagen, dass ich anfangs Probleme hatte reinzukommen in die Geschichte. Aber ab einem Punkt hatte sie mich.
Der Roman ist in mehrere Teile aufgeteilt und jeder erzählt eine eigene Geschichte - dachte ich.
Frida, eigentlich Primatenforscherin, innerlich und äußerlich verletzt, landet nach einer schwerwiegenden Verfehlung in einem kleinen privaten Zoo bei den Tigern. Hier trifft sie auf die ebenso innen und außen verletzte Tigerdame Luna. Beide müssen wieder lernen zu vertrauen.
Tomas der in der Taiga zusammen mit seinem Vater ein Tigerreservat betreibt und diese beobachtet. In diesem Teil erfährt man sehr viel über die Tiger und ihr Wesen und dass ohne wie ein Sachbuch zu klingen. Und die Beschreibungen der Landschaft und der Witterungen haben mir immer wieder eine Gänsehaut beschert.
Sina, die zusammen mit ihrer Mutter in den Wäldern lebt, weit ab von der Zivilisation und im Einklang mit der Natur und den Tigern.
Diese drei Teile sind miteinander verbunden und diese Verbindungen werden in kleinen Nebensätzen dargestellt und im vierten Teil endgültig miteinander verknüpft.
Polly Clark schafft es die drei Teile so aufzubauen, dass sie am Ende ein großes Ganzes ergeben. Zum Schluss fällt alles an seinen Platz. Nichts bleibt mehr offen.
Eine Hommage an den Tiger und eine Aufforderung an den Menschen, den Lebensraum des Tigers zu respektieren und zu bewahren.
Ein sehr intensives Leseerlebnis hatte ich mit diesem Buch über sibirische Tiger, ihr Leben in Gefangenschaft und in Freiheit und ihre Berührungspunkte mit dem Menschen. Die wilde sibirische Taiga ist ihr natürlicher Lebensraum, genau wie der des Volkes der Udehe, für die das Töten eines Tigers das größte Verbrechen ist.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt, die jeweils die Geschichte einer Person erzählen, die eine Verbindung mit dem bedrohten Amurtiger hat. Ein Abschnitt ist auch aus Sicht eines Tigers geschrieben.
Mich hat das Buch sehr gefesselt und die verschiedenen Blickwinkel waren interessant zu lesen, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, noch ein wenig bei dem aktuellen Protagonisten zu bleiben, in den ich gerade so richtig eingetaucht war, um zu erfahren wie es dort weitergeht. Letztlich hat sich aber alles sehr gut zusammengefügt und die Abschnitte waren bewusst und gut so gewählt. Einzig das Ende hat mich nicht so überzeugt, aber das ist Geschmackssache und dazu verrate ihr hier natürlich nichts.
Ein intensiver Roman über den Tiger.
Einen Satz, den ich überrascht bin zu schreiben, denn ich bin mit dem Buch aus meiner Komfortzone raus und in die Tierwelt gegangen.
Polly Clark, die Autorin, begab sich für diesen Roman selber auf Recherche nach Russland, tief in den Winter hinein um mehr über den Tiger zu erfahren.
Das ist ein Buch, in das man sich, sobald man in die starke Sprache rein ist, fallen lassen kann. Ein gutes Kopfkino mit ausgefertigte Charaktere und einem besonderen Setting.
VON ENGLAND NACH RUSSLAND
Die Autorin hat die Personen und ihre Kultur, Gesellschaft, ihren Hintergrund, gut getroffen.
Als wir über Frieda lasen, war ich in England, in einem britischen Zoo. Ich befasste mich mit den Bonobo, einer Primatenrasse und erforschte ihre noch unentdeckten Lebensweisen. Leider ist Frieda aber was schreckliches zugestoßen und ihr Leben nimmt noch eine weitere Wendung, mit der sie erst lernen muss umzugehen.
Ein paar Seiten weiter befand ich mich in einem trockenen, kalten Russland, weit oben und weg von der Zivilisation. Die Menschen die hier sind, sind definitiv anders. Ihre Ziele und Wünsche unterscheiden sich stark und ihre Auffassung vom Leben ist anders. Sei es die politische Meinung über das Land oder die Natur.
Aus beiden Perspektiven baute sie kleinere Besonderheiten raus und lies die Geschichte damit sehr authentisch wirken.
TIERWELT
Tiere sind hier ein Kernpunkt, bzw. der Tiger ist das Herzstück des Romanes. Auch wenn es am Anfang um den Bonobo geht und Frieda keine Interesse an sowas, wie einen Tiger hegt, wandelt sich das schnell.
Es ist kein Buch, wo wir mit Fakten erschlagen werden, die sich alle interessant anhören. Die Autorin schreibt über das Wesen des Tigers, über sein Denken, über seine Art – wild und geschmeidig.
Der Tiger selbst wird zu einer Hauptperson in dem Roman, was ich so bis dato nicht gelesen habe. Es hinterließ bei mir einen starken Eindruck und löste alle möglichen Emotionen aus. Der Part mit dem Tiger hatte mir, wenn ich auf den Roman zurückblicke, am besten gefallen.
NATUR UND DIE MENSCHEN
Die Autorin hat hier viele Personen reingebracht mit ihrer Lebensgeschichte, Leidensweg und ihnen allen eine starke Stimme gegeben. Es ist auf seine Art, ein sehr intensiver Roman mit vielen Facetten und Wendungen. Auch wenn es am Anfang nicht ganz leicht für mich war reinzukommen (Frieda ist nicht mein liebster Charakter gewesen), so hatte sich es am Ende doch sehr für mich gelohnt dranzubleiben.
Mit den Beschreibungen der Natur hatte die Autorin mich am Anfang rumgekriegt, weil ich gerne atmosphärische Romane lese. Und die Wildheit von Sibirien konnte man regelrecht spüren, als auch die Isolation, die Weite und Gefahr, die sich im Schnee oder hinten den Bergen verbirgt.
FAZIT
Ein einzigartiger Roman mit vielen Aspekten und doch bleibt der Tiger das Herzstück, das alles zusammenhält. Stark und wild präsentiert und Polly Clark die Menschen, die Natur und den Herrn des Waldes.
Starkes Plädoyer für den Erhalt von natürlichen Lebensräumen für Tiger und gegen das Einsperren selbiger! Die urplötzlichen Brüche in der Handlung bremsen allerdings den Erzählfluss etwas.
Ein sehr eindringliches Buch, mit starken Protagonisten und dem sibirischen Tiger als Hauptcharakter. Intensiv und wild und voller spannender Gefühle von Mensch und Tier. Mit viel bildhafte Natur, weiße Weite vor dem man Angst bekommt und in die man sich gleichzeitig sehnt. Leider mit ein paar Momenten, die in meinen Augen nicht zu Ende geführt wurde. Dennoch eins der ersten Highlights dieses Jahr.
Dieses Buch lebt von sehr guten Beobachtungen der Autorin, die sie mit einem schönen aber nüchternem Schreibstil in sehr detaillierte Schilderungen verpackt. Man spürt ihre Liebe und Faszination für Sibirische Tiger und Menschen. Obwohl Tiger hier eine zentrale Rolle einnehmen, geht es inhaltlich noch mehr um die Menschen und ihre Psyche.
Der erste Teil des Buches hat mich sehr überrascht (ich habe ein Jugendbuch erwartet
Düsterer Roman mit starken Naturbeschreibungen
Raubkatzen faszinieren seit jeher den Menschen. Auch einige Künstler und Schriftsteller konnten sich der Faszination, die die erhabenen Jäger ausstrahlen, nicht entziehen und setzten ihnen mit ihren Bildern und Worten ein Denkmal. Man denke nur an den eckigen gelben Tiger von Franz Marc, Rainer Maria Rilkes Gedicht "Der Panther" oder an Giuseppe Tomasi di Lampedusas einzigen Roman "Der Leopard", in dem der gepunkteten Raubkatze aber als Wappentier des Fürsten nur eine symbolische Rolle zuteil wird. Nun also Polly Clarks "Tiger", ein wilder Roman über das gespaltene Verhältnis zwischen Mensch und Tier, zwischen Kultur und Natur. Es geht für mich vor allem darum, welchen Preis der Mensch zahlen muss, wenn er sich ganz auf die Natur und die Gefahren, die in ihr lauern, einlassen möchte bzw. muss.
Der Roman besteht aus mehreren Erzählsträngen, in der das Geschehen aus der Perspektive von verschieden Protagonisten wiedergegeben wird. Sie alle haben etwas mit den Amur-Tigern aus der Sibirischen Taiga zu tun, die die eigentlichen “Stars” dieses “Natur-Romans” sind. "Tiger" ist wie das titelgebende Tier: anmutig, roh, archaisch, ernst und "in your face".
Die erste Protagonistin ist die englische Primatenforscherin Dr. Frieda Bloom. Die Biografie der jungen Frau Anfang dreißig ist geprägt von Brüchen und Schicksalsschlägen. Weil sie Drogen zur Bekämpfung ihrer zahlreichen Traumata nimmt, verliert sie ihren Job an einem Londoner Forschungsinstitut. Sie bekommt eine neue Chance an einem Privatzoo in Devon, wo sie ihre Nemesis in Form des Zoogründer-Sohnes Gabriel trifft. Die Begegnung mit dem Tiger Luna ist der Mittelpunkt der Geschichte, die abrupt endet und erst zum Ende des Romans wieder aufgegriffen wird. Ich fand Friedas Verhalten teilweise sehr befremdlich. Ich weiß nicht ob ihre Denkweise der einer drogenabhängigen Person entspricht, aber sie kommt für eine promovierte Biologin stellenweise sehr naiv und fatalistisch rüber. Überhaupt ist die Geschichte, die hier erzählt wird, sehr destruktiv und negativ, aber ohne dass sie mich berührt hätte.
Ganz anders hingegen die zweite Geschichte rund um Tomas, die durchaus Potenzial zur Einfühlung durch de Leser hat. Abgeschieden von der Zivilisation lebt der 41-jährige Jäger ein karges Dasein in den Wäldern der russischen Taiga. Zusammen mit seinem Vater Iwan, anderen Jägern und Holzfällern lebt er in einem Camp bzw. Naturreservat am Rande des Wades. Er und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiger der russischen Taiga vor Wilderern zu schützen und erhoffen sich durch ihr Engagement das Prädikat “Tigerreservat” und dadurch Unterstützung vom russischen Staat zu bekommen. Tomas hat eine schwierige Beziehung zu seinem narzisstischen Vater Iwan. Tomas' Mutter starb, als er 10 war, von seinem Vater Iwan wurde er verprügelt und mit Verachtung gestraft, wenn ihm etwas missfiel. Nichtsdestotrotz verschaffte Tomas seinem damals arbeitslosen Vater eine Position in seinem Waldarbeiter-Lager, wo dieser schnell zum Chef aufsteigt. Immer wieder reflektiert Iwan, ganz allein in der Natur, seine eigene Vergangenheit, die ihn belastende Familienlosigkeit, das toxische Verhältnis zu seinem Vater und die gescheiterte Beziehung zu seiner großen Liebe Marta. Auch ihn wird eine Begegnung mit einem Tiger - und einem Menschen - aus der Bahn werfen.
Der dritte Teil kommt sehr märchenhaft daher. Es war einmal eine sibirische Indigene aus dem Volk der Udehe namens Edit, die verließ das Dorf, in das sie zugezogen war und ihren Alkoholkranken Mann Wasili und zog mit ihrer kleinen Tochter Sina in eine Hütte in den Wäldern. Dort sahen die beiden jahrelang keine Menschenseele, sie lebten von den Früchten und Tieren des Waldes. Bis sie eines Tages beschlossen, ihr Eremitendasein zu beenden und dabei auf einen Tiger und seine Jungen trafen, deren Sicht im vierten Teil des Romans aufgenommen wird.
Alle drei Handlungsstränge mit den menschlichen Protagonisten sind ziemlich starker Tobak und für meinen Geschmack viel zu dramatisch. Man könnte meinen die Autorin hat alles, was es an Leid und Elend in einem Menschenleben geben kann, in ihren Roman gepackt und an ihre Protagonisten ausgeteilt: Drogensucht, toxische Beziehungen, Narzissmus, rohe Gewalt, unberechenbare Natur, Depression, Abtreibung, Alkoholismus, Vergewaltigung, Hunger, Krankheit und Tod. Nicht mal ein bisschen, ein kleines bisschen Leichtigkeit oder Positivität ist in all dem zu finden. Erst am Ende, dort, wo alle Erzählstränge zusammenlaufen, darf der Leser/die Leserin aufatmen: Ein Licht am Ende des langen dunklen Tunnels.
In Clarks Prosa blitzen zuweilen sehr poetische Momente auf. Wie sie die Erhabenheit der Natur beschreibt ist ihre große Stärke. Man merkt, dass die Autorin eigentlich Lyrikerin ist und im dichterischen Schreiben mehr zu Hause als in der Roman-Schriftstellerei. Sie kann Momentaufnahmen sprachlich einfangen und sie wie in einem Gemälde oder Foto festhalten. Weil die lyrischen Momente mit ihren starken Naturbeschreibungen über die Schwächen im Plot, die erzählerische Überdramatisierung und das gelegentlich angewandte Pathos hinwegtrösten und man wirklich viel über die Amur-Tiger und ihren bedrohten Lebensraum in der sibirischen Taiga erfährt, bekommt der Roman als Gesamtpaket von mir noch knappe 4 Sterne.
Dieser Roman hat mich beeindruckt. Der Schreibstil der Autorin ist großartig und sehr bildgewaltig. Ihre Naturbeschreibungen und auch die Beschreibung der Tiger sowohl in Gefangenschaft als auch in der Taiga Russlands sind wunderbar. Man wird beim Lesen gefangen von ihrer Art zu schreiben.
Das Juchbistvin drei Teile geteilt, in jedem Teil gibt es einen Menschen, um den es geht und dessen Leben auf die ein oder andere Weise mit Tigern verknüpft ist. Ich war die ganze Zeit sehr gespannt darauf, ob und wie diese Handlungsstränge sich berühren und finde, es ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen.
Ein Buch das mir zufällig in die Hände geraten ist und das ich euch unbedingt ans Herz legen möchte.
Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, habe ich mir einen anderen Weg für die Geschichte vorgestellt. Daher war ich doch ein wenig enttäuscht. Eigentlich ist das nicht unbedingt die Art von Büchern, die ich sonst lese. Trotzdem eine schöne Geschichte dreier Menschen mit viel Liebe zu einem atemberaubenden Tier, dem sibirischen Tiger.
In diesem atemberaubenden Roman finden sich die Erzählungen dreier Personen. Der Primatologin Frieda Bloom, die einen Raubüberfall mit einer Delle am Kopf überlebt. Um über diesen Schock hinwegzukommen schluckt sie Morphium, um sich ihren Gefühlen und Ängsten nicht stellen zu müssen. Frieda erforscht die Bonobos. Affen, die kleiner sind als Schimpansen, aber nicht so aggressiv wie ihre Artgenossen. Nach dem Überfall ist sie traumatisiert, dauernd unsicher, zweifelt an ihrer Professionalität und man fiebert richtig mit ihr und den (Ver-)Änderungen in ihrem Leben, die auch ihrer Sucht nach den Drogen geschuldet sind. Als sie dann ihren Forschungsjob verliert, schafft ihr Mentor es, ihr einen neuen Job in einem Zoo zu besorgen. Frieda kann plötzlich nicht mehr mit Affen arbeiten, sondern muss sich den Tigern im Zoo widmen. Der Zoo führt erfolgreiche Zuchtprogramme durch und wildert die Tiere wieder aus.
Plötzliche Szenenänderungen und wir befinden uns im tiefsten Sibirien bei Tomas. Tomas ist Umweltschützer und quasi wie der Leibeigene seines Vaters. Sein Vater will die Amurtiger schützen und setzt alles, ohne Rücksicht auf Verluste, daran das Reservat auf Vordermann zu bringen, als es heißt, dass der Präsident Wladimir Putin die Station besuchen will, um sich ein Bild vom dortigen Zustand der Tiger zu machen. Erneuter Szenenwechsel und wird befinden uns in der Welt von Edit und ihrer Tochter Sina, die in den Tiefen des sibirischen Waldes in einer Hütte wohnen und sich den Naturgewalten stellen. Edit, eine idigene Frau, die ihre Tochter zum eigenen Wohle allein aufgezogen hat und ihre Hartnäckigkeit und den Überlebenswillen einer Mutter, eines menschlichen Wesens, eindrucksvoll darstellt. Die zeigt, wie man mit nichts, ein Kind großziehen und ihm alles lernen kann, was es in der rauen Wildnis wissen muss, um überleben zu können.
Den Schluss dieses phänomenalen Buches bildet die ergreifende Geschichte der Tiger selbst, welche mit den Geschichten der drei Personen verwoben ist und dann auch den Bogen schließt.
Meine Meinung:
Das Layout finde ich phänomenal und überaus passend. Das Spiel mit gelb-schwarz bettet sich super zur Story.
Die Geschichte fängt grandios an, als der wodkatrinkende Jäger mit seinem kleinen Köter in der sibirischen Taiga ein Lager aufschlägt, um einen Tiger zu fangen und reich zu werden.
Das Buch ist tiefsinnig, schön und an manchen Stellen einfach brutal, so wie das Leben. Es werden Themen wie Einsamkeit, Sucht, Trauer, Selbstbestimmung, Überlebenswille, Hierarchie, Liebe, etc. behandelt. Und das auf eine besondere Art. Man geht auf eine faszinierende Reise mit drei Menschen und dem*der König*in des Nordens: TIGER.
Faszinierend finde ich außerdem, wie die Autorin die Recherche für dieses Buch betrieben hat. Auf einer persönlichen Reise in die Amur-Region. Sie hat es brillant verstanden zu erzählen, wie Mensch und Tier im Grund voneinander abhängig sind, um überleben zu können.
Polly Clark ist es gelungen ein tiefes Verständnis zu erzeugen, um das Leben der Menschen mit den Tigern. Eindrucksvoll schildert sie die Sicht aus den Augen der Menschen, in einigen Szenen auch aus den Augen der Tiger.
Da ich von Großkatzen ungemein fasziniert und beeindruckt bin, habe ich mich unendlich gefreut, die Zusage zum Buch zu erhalten. Und ich bin dankbar, dass dieses Buch geschrieben wurde. Ich hatte solche Freude beim Lesen, habe mitgefiebert, getrauert, war wütend an manchen Stellen … und ich fand es magisch!
Von meiner Seite 5+/5 Sternen!
Dieser Roman zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights!
Ein eindringliches, besonderes Buch, das im Gedächtnis bleibt und das den majestätischen Sibirischen Tigern ein Denkmal setzt!
⭐️⭐️⭐️⭐️(⭐️) Dieser Roman hat mich ganz schön gefordert. Es ist ein Buch, das einen nicht mehr loslässt, wenn man erst einmal eingetaucht ist in seine wilde Welt...
Der schlichte Titel "Tiger" bereitet einen kaum vor auf das, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt - und doch ist es genau das: die Geschichte einer Tigerdynastie mit all seinen Höhen und Tiefen. Das Buch ist in mehrere Trile gegliedert, die jeweils den Namen des Protagonisten tragen. Am Anfang ahnt man noch nicht, wie diese Teile sich letztlich zusammenfügen, doch am Ende wird klar: es ist ein perfekt komponierter Roman.
Man muss sich einlassen können auf die Wildheit, auf die raue Natur Sibiriens, auf die Zwänge, denen Tier und Mensch mitunter ausgesetzt sind. Aber es lohnt sich, denn ich kann euch versprechen, dass ihr dieses Buch nie wieder vergessen werdet und dass ihr jedes Mal daran denken werdet, wenn ihr im Zoo oder im Fernsehen einen Tiger seht (hoffentlich nicht in freier Natur, denn dann wird das wahrscheinlich euer letzter Gedanke sein) 😳
Kurzum:
ein eindringliches, besonderes Buch, das im Gedächtnis bleibt!
Mich hat »Tiger« zutiefst berührt und ich habe es genossen dieses literarische Werk zu lesen. Die Geschichte umfasst vier verschiedene Handlungsstränge, welche gekonnt miteinander verbunden werden und am Ende ein in sich schlüssiges Ende bilden. Mir persönlich wurde das Ende ein bisschen zu schnell aufgelöst, was allerdings natürlich nichts an der grandiosen Handlung zuvor ändert. Clark zeigt wie sensibel und zugleich grausam die Natur sein kann und welche menschlichen Abgründe in uns schlummern. Danke für dieses schneereiche Lesevergnügen 🧡🐅✨
Polly Clark begann sich während ihrer Arbeit als Wärterin im Edinburgher Zoo für den vom Aussterben bedrohten Sibirischen Tiger zu interessieren. Für die Recherchen zu ihrem Roman „Tiger“ reiste sie in die russische Taiga, wo sie im tiefsten Winter bei Temperaturen von -35° C lernte, wie man die Spur eines Tigers verfolgt. Das machte mich neugierig und ich war gespannt darauf, mehr über diese Spezies zu erfahren.
Der Roman „Tiger“ von Polly Clark besteht aus drei großen Handlungssträngen, in die man als Leser unvermittelt hineingeworfen wird und über lange Lesestrecken hinweg keinen anderen Zusammenhang erkennen kann, als das in ihnen als verbindendes Element Tiger vorkommen.
Der erste Teil handelt von der dreiunddreißigjährigen englischen Primatenforscherin Frieda, die durch ihre Drogenabhängigkeit ihren Arbeitsplatz verliert. Als sie nach einiger Zeit in einem kleinen Zoo in Devon unterkommt, ist sie plötzlich für die Tiger verantwortlich. Für sie waren Tiger bislang nichts als wilde Tiere, roh und aggressiv. Doch nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich sie zu lieben. Außerdem trifft sie dort auf Gabriel, einen widerlichen Unsympathen, der aus mir unerfindlichen Gründen Gefühle in ihr hervorruft. Und genau das wäre eigentlich für mich der Zeitpunkt gewesen die Augen entnervt zu verdrehen und das Buch abzubrechen, weil mich diese Geschichten vom unnahbaren Badboy einfach schon seit langem nicht mehr reizen. Aber Polly Clark ist es durch den Prolog und im Laufe dieses ersten Teils bereits gelungen mich durch ihre bildhaften Naturbeschreibungen und das gekonnte Erzeugen von Stimmungen und Spannungen im Zusammenhang mit den Tigern so für dieses Buch einzunehmen, dass ich es unmöglich aus der Hand legen konnte. Und das war gut so.
Denn mit diesen Raubkatzen habe ich mich bisher nicht genauer beschäftigt und so gibt es neben der fesselnden Atmosphäre für mich viel Interessantes über diese Tiere, aber auch über die russische Taiga zu erfahren. Tatsächlich bin ich allerdings auch froh, als der erste Teil des Buches abrupt endet und mich von der unsympathischen Frieda, deren Geschichte mich nicht packen kann und deren Handeln ich als verantwortungslos und übel konstruiert empfinde, befreit. Der zweite Teil spielt nicht mehr in Großbritannien, sondern in der russischen Taiga und nimmt mit zu Tomas in ein Tigerschutz-Reservat und im dritten Teil lernen wir dort Edit kennen, die dem indigenen Volk der Udehe entstammt und sich mit ihrer Tochter Sina für ein abgeschiedenes sehr naturnahes Leben im Wald entscheidet. Zum Ende setzt sich schließlich alles zu einem großen Ganzen zusammen – man erfährt die Zusammenhänge und was die einzelnen Protagonisten miteinander verbindet.
Die Art, wie diese Geschichte erzählt ist, wirkt dabei insgesamt etwas holprig und nimmt in fast schon zu viele menschliche Abgründe mit, die ich in diesem Buch nicht unbedingt gebraucht hätte. Denn wenn Polly Clark die Natur beschreibt und die Leser mit auf die Pirsch nimmt um an der atemberaubenden Schönheit und Gefährlichkeit der ausgewachsenen Tiger teilhaben zu lassen, ist das so beeindruckend und atmosphärisch, als wäre man in unmittelbarer Nähe dieser majestätischen Tiere. Dabei lässt sie die Leser sogar an einigen Stellen wohldosiert und überaus gelungen die Welt aus den Augen des Tigers erleben. Das geschieht sehr eindrucksvoll und ohne dabei in kitschige Vermenschlichung zu verfallen. Auch gelingt es ihr, dass man die eindringlich geschilderte sibirische Kälte ebenso wie den Kampf ums Überleben in der unwirtlichen Umgebung fast schon am eigenen Leibe spüren kann.
„Tiger“ von Polly Clark ist ein intensives und packendes Leseerlebnis, wenn man die Geschichte rund um Frieda, die im vierten Teil des Buches nochmal aufgegriffen wird, ausblenden kann.