Der Wunsch nach Erfolg, Respekt und ein frühzeitiges Portrait von erhoffter Chancengleichheit zwischen Mann und Frau.
Es ist ein kurzes eintauchen in das Leben einer jungen Frau, die die Leitung eines Buchladens übernehmen will. Wir durchleben ihre Beziehungen zu sämtlichen Nebenfiguren und tauchen in ihre kurzweilige Welt ein.
Ich fand es etwas zu abschweifend und langatmig aber mit der richtigen Atmosphäre kann man das Buch trotzdem genießen.
»Zack, zack, zack. Amanda musste nicht hinschauen, um zu wissen, Oma hatte ihn zerlegt wie einen widerspenstigen Ast, der noch nicht in den Ofen passte.«
„Das Fräulein Buchhändlerin“ ist für mich eine Reise in die gute, alte Zeit...1965.
Als diese Geschichte spielt, wurde ich geboren. Bielefeld ist meine Heimatstadt und ich habe besonders das alte Bielefeld geliebt, das ich als Kind kannte.
Viele der genannten Orte kenne ich noch so, denn sie waren noch Jahre später da. Teilweise sogar bis heute.
Karstadt gibt es allerdings nicht mehr, aber ich habe schöne Erinnerungen daran.
Das Buch ist in typischer ostwestfälischer Manier geschrieben und der eine oder andere Leser mag vielleicht denken, es sei eigenartig. Ist es nicht 😄
Amandas Oma hat mich stark an meine eigene Omma (wie der Ostwestfale zu sagen pflegt) erinnert. Sie war nicht so wohlhabend aber sie kannte auch Gott und die Welt.
Und Amanda mochte ich total gerne. Eine starke junge Frau, die gelernt hat, dass sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen sollte. Durch ihre Heimatverbundenheit hat sie es geschafft, dass sie ihre eigene Buchhandlung an der Top Adresse eröffnen konnte...und nicht der Bertelsmann Club. Der hatte übrigens erst viele Jahre später die Gelegenheit dazu. Übrigens, das schöne Gebäude mit dem tollen Giebel, auf meinem Bild, das Bielefelder Crüwell Haus, war zwar nie im richtigen Leben eine Buchhandlung, aber in dieser Geschichte kann Amanda ihre eigene dort eröffnen.
Ganz anderen Schreibstil, aber dadurch interessant zu lesen. Stellt die Rolle der Frau und die Emazipation in den 60er Jahre sehr gut mit Hintergrundwissen dar. Empfehlenswert.
„Das Fräulein Buchhändlerin“ war für mich insgesamt ein durchaus netter Ausflug in die Vergangenheit. Die historischen Aspekte und die Atmosphäre einer früheren Zeit haben mir gut gefallen – sie vermitteln ein angenehmes, leicht nostalgisches Gefühl. Allerdings hätte ich mir mehr inhaltliche Tiefe gewünscht. Manche Figuren und Entwicklungen bleiben etwas oberflächlich, sodass mich die Geschichte emotional nicht ganz erreicht hat.
Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht vollständig warm geworden. Er ist zwar gut lesbar, traf aber persönlich nicht meinen Geschmack; an einigen Stellen wirkte er für mich etwas zu schlicht oder zu distanziert.
Alles in allem ein solides Buch, das schöne historische Momente bietet, aber für mich nicht ganz das Potenzial ausschöpft, das in der Thematik steckt.
Ein emotionaler Ausflug in die Gesellschaft der 1960er Jahre. Eine intelligente junge Frau will eine Buchhandlung übernehmen und stößt dabei auf viel Gegenwind, erhält aber plötzlich auch sehr wichtigen Rückwind. Sprachlich genial. Ein tolles Buch.
Bielefeld Mitte der 1960er Jahre. Amanda – das Fräulein Buchhändlerin – ist ausgebildete Buchhändlerin. Neben Horst Brüsemeier, dem ersten Sortimenter, ist sie die einzige Angestellte von Otto Angler, dem Ladeninhaber. Amanda genießt einen hohen Stellenwert inner- und auch außerhalb der Buchhandlung – keine Selbstverständlichkeit als Fräulein in diesen Zeiten. Einen Verlobten hat sie auch, Gisbert, ein Studierer aus besseren Kreisen in Heidelberg. Aber Heiraten kommt, wenn überhaupt für Amanda noch lange nicht in Frage, denn dann wäre es vorbei mit dem Fräulein Buchhändlerin und eine Ehefrau und Mutter zu Hause sein? Nein das konnte sie sich beim besten Willen (noch) nicht vorstellen. Sowieso nicht mehr, als Otto Angler plötzlich stirbt und Amanda die Buchhandlung – nur Bücher, ohne Kunst – als Inhaberin weiterführen will. Da merkt sie schnell, dass die Offenheit der Mitmenschen – vor allem der männlichen – zu wünschen übriglässt, das Fräulein Buchhändlerin lässt sich davon zum Glück nicht von ihrem Kurs abbringen.
Fazit:
Welch ein leises und doch so starkes, besonderes Buch über eine sehr fortgeschrittene junge Frau. Das Buch fängt mit dem eher antiken, manchmal fast naiven Schreibstil die Zeiten der 1960er Jahren perfekt ein. Die Bundesrepublik ist noch jung, der zweite Weltkrieg noch nicht lange zurück und dennoch deutet alles Richtung Moderne hin. Dieser Spagat zwischen der Vergangenheit und der unaufhaltsamen Zukunft ist in der Geschichte sehr gut spürbar, auch die verschiedenen Charaktere zwischen Fortschritt und Stagnation oder auch Ablehnung allem Neuen gegenüber kommen gut zur Geltung. Es ist ein Buch über starke, fortschrittlich denkende Frauen die sich den Konventionen jener Zeit nicht untergeworfen haben. Für mich war es eine Buchperle, die ich sehr gerne gelesen habe.
Ein nett zu lesendes Buch über eine Buchhändlerin, die 1965 ihre eigene Buchhandlung eröffnet.
Amanda, der von ihrem Chef Otto Angler und ihrer Oma eine Ausbildung zur Buchhändlerin ermöglicht wird. Horst, der Kollege der scheinbar alles für Amanda tut, um sie zu beschützen.
Als Otto Angler verstirbt bietet es sich an , dass Amanda die Buchhandlung übernimmt. In Zeiten, in denen es noch nicht üblich ist, das Frauen sich selbstständig machen.
Eine junge Buchhändlerin die ihren eigenen Weg geht um ihre Träume zu leben 🤍
Können wir erstmal darüber sprechen, wie schön dieses Cover ist? Ich muss gestehen, dass ich ja sehr verliebt in die Optik des Buches bin aber auch das Klappentext konnte mich voll überzeugen 😊
Wir begleiten hier die junge Buchhändlerin Amanda auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung. Sie arbeitet in einem Buchladen als Buchhändlerin und arrangiert sich notgedrungen mit ihrem geschwätzigen Kollegen.
Als das ganz überraschend ihr Chef stirbt, ist unklar wie es mit dem Buchladen weitergehen soll 🙏🏻
Als Amanda sich dazu entschließt, den Laden zu übernehmen erkennt sie Schritt für Schritt wer auf ihrer Seite steht, wem sie trauen kann und wer ihr Potential erkennt.
Das Buch hatte wirklich einen tollen Vibe. Man will einfach wissen wie Amandas nächster Schritt aussieht und wie sie sich in einer durch Männer dominierten Welt ihren Platz erkämpft. Wie sie sich nicht abbringen lässt und genau weiß was sie will und kann ✌🏻
Das hat wirklich Spaß gemacht! Kann ich jedem, der gerne über starke und kluge Frauen liest sehr empfehlen. Wenn ihr dann noch Bücher und einen ausgefallenen Schreibstil mögt, seid ihr hier genau richtig.
1965, Bielefeld: Amanda ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Sie liebt ihren Beruf, die Ordnung im Laden, die Gespräche - und natürlich die Bücher. Als sich ihr die Chance bietet, die Buchhandlung ihres verstorbenen Chefs zu übernehmen, zögert sie nicht lange. Doch in einer Zeit, in der Frauen entweder Fräulein oder Ehefrau sein sollen, ist ihr Weg alles andere als einfach. Vor allem nicht, wenn Männer glauben, alles besser zu wissen.
Der Roman erzählt leise, aber eindrücklich von Amandas Leben. Ihre Entschlossenheit zeigt sich in kleinen, konsequenten Entscheidungen. Gerade diese stille Hartnäckigkeit macht sie als Figur interessant, vor allem wenn man beachtet zu welcher Zeit der Roman spielt. Unterstützt wird sie dabei von starken Frauenfiguren wie ihrer resoluten Großmutter oder der jungen Mutter Henriette aus dem Hinterhaus, die zu ihrer Freundin wird. Der Ton des Romans ist ruhig und eher zurückhaltend, aber gut lesbar – stellenweise ein wenig altmodisch, was aber zur Zeit und Atmosphäre passt. Die Einblicke in den Buchhandelsalltag der 60er Jahre fand ich besonders interessant. Man erfährt viel Historisches. An manchen Stellen hat mir aber leider etwas emotionale Nähe zu Amanda gefehlt hat.
Eine unaufgeregt und dennoch atmosphärische Geschichte über Selbstbehauptung, weibliche Solidarität und die Liebe zu Büchern. Leseempfehlung für alle, die ruhige Geschichten mit starken Frauenfiguren mögen und an keiner Buchhandlung vorbeigehen können.