Ich habe dieses Buch von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen. Nochmal vielen Dank dafür. Fee leidet unter Mobbing. Aber nicht nur das Mobbing macht ihr das Leben schwer, sondern auch ihre Eltern, die nicht für sie da sind und von denen sie sich ungeliebt fühlt. Und dann ist auch noch ihre geliebte Großmutter gestorben, der einzige Mensch, der ihr Halt gegeben hat. Fee beschließt, ihrem Leben ein Ende zu setzen und so steht sie eines Abends auf einer Brücke und will springen. Doch sie wird abgehalten, denn genau in dem Moment kommt Markus vorbei. Ihr Mitschüler Markus, der Schulsprecher, der ihr bisher nie geholfen hat, wenn sie in der Schule fertig gemacht worden ist. Doch genau dieser will ihr nun helfen und bittet sie, eine Therapie zu machen. Fee lässt sich in eine psychiatrische Klinik einweisen und kämpft sich zurück ins Leben. Mit der Hilfe von Markus kann sie es schaffen. Oder? Als ich das Cover das erste Mal gesehen habe, dachte ich, es handle sich hierbei um einen Fantasy-Roman, doch der Schein trügt, denn unter diesem Buchdeckel befindet sich die totale und leider traurige Realität. Mobbing ist ein schlimmes Thema, was leider immer noch zu selten thematisiert wird und wovor die meisten Menschen lieber die Augen verschließen. So auch in diesem Buch. Und die Leidtragende: unsere Protagonistin Fee, die am Ende keinen anderen Ausweg mehr wusste, als sich das Leben zu nehmen. Zum Glück wurde sie von Markus aufgehalten. Markus hat selber einen Klinikaufenthalt hinter sich und scheint der erste Mensch zu sein, der Fee versteht und ihr ein wenig Halt gibt, nachdem ihre Großmutter verstorben ist. Fee begibt sich in therapeutische Hilfe und somit haben wir hier schon das nächste Tabuthema, welches in diesem Buch vorkommt. Psychische Anstalten, Therapien und psychische Erkrankungen. Denn genau dies wird leider immer noch viel zu sehr totgeschwiegen und die meisten Menschen wissen gar nicht, was eine psychische Erkrankung überhaupt ist. Das Klischee einer „Irrenanstalt“, wie viele die Klinik gerne nennen, wird hier nach Strich und Faden widerlegt. Auch Fee selber hatte einige Vorurteile, hat aber schnell begriffen, dass es gar nicht so schlimm dort ist und man nicht wie im Fernsehen ans Bett geschnallt und mit Medikamenten vollgepumpt und ruhig gestellt wird. Das Buch ist abwechselnd aus Markus und aus Fees Sicht geschrieben und dank der relativ kurzen Kapitel, ist man nur so durch die Seiten geflogen, sodass ich das Buch in sehr schneller Zeit durchgelesen habe. Natürlich trägt auch der leichte und flüssige Schreibstil der Autorin dazu. Fazit: Ein toller Jugendroman, über die Folgen von Mobbing und über den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das Buch ruhig noch etwas ausführlicher sein und 100 Seiten mehr haben können. Die Autorin schreibt sehr flüssig, sodass man leicht mitkommt und das Buch sehr schnell zu lesen ist. Ich empfehle dieses Buch also sehr gerne weiter.
Hat mir sehr gefallen. :-)
Die Geschichte spielt zum einen aus der Sicht von Fee, dem Mädchen, das so sehr unter ihren Mitschülern leidet und Markus, der Held in schimmernder Rüstung, der sie rettet. Okay, er hat keine Rüstung und reitet auch nicht auf einem stattlichen Hengst, sondern einem Drahtesel, aber ich will heute nicht kleinlich sein. Der Handlung zu folgen ist trotz des ständigen Wechsels des Erzählers kein Problem. Wobei ich gut reden habe, denn ich habe das Buch an einem Wochenende durchgelesen. Entsprechend könnt ihr euch ableiten, wie gut es zu lesen war. Ob es jetzt per Definition in die Kategorie "Märchen" passt, sei dahin gestellt, dennoch beinhaltet es ein wichtiges Thema, weshalb ich doppelt froh bin, dass es einfach geschrieben ist, denn somit besteht die Möglichkeit eine jüngere Zielgruppe zu erreichen, sodass die Menschen vielleicht schon angesprochen werden, bevor der Ernstfall überhaupt eintreten kann; da Kinder und Jugendliche eher Opfer von Mobbing werden. Denn sind wir mal ehrlich: Wir großen haben den Scheiß meist schon hinter uns. (Damit will ich die Folgen auf keinen Fall klein reden. Bitte nicht falsch verstehen!) In der Geschichte geht es um den absoluten Ernstfall, wenn ein Mensch einfach nicht mehr weiterweiß und ich denke, dass dies oft verkannt wird. Sabrina Schuh hat das sehr schön dargestellt, wie Fee beispielsweise von der Spirale aus Selbstzweifel gepackt wird, obwohl sie schon auf dem Weg der Besserung ist. Sie beschreibt die Gefühle der Protagonisten zum einen im präsenten Zustand (Fee) sowie im vergangenen Zustand (Markus). Trotz der Einfachheit, die hinter vielen Beschreibungen steht, konnte ich mich oftmals sehr gut in die Beiden hineinversetzten. Angst, Wut, Trauer, Zweifel und Vorwürfe werden auf subtile Art dargestellt. Man sollte sich aber auch vor Augen halten, dass das Verhalten, welches die Mitschüler sowie andere Charakter in dem Buch an den Tag legen, nicht zwangsläufig zum Tod führen, aber dennoch massive Schäden bei betroffenen Personen hinterlassen können. Deswegen sollte man einfach immer überlegen was man sagt. Man sollte nicht wegschauen, wenn man in solche Situationen kommt. Und eigentlich will ich über das Thema in einem gesonderten Beitrag mit euch reden. Deswegen bleibt mir nur zu sagen: Lest dieses Buch bzw. gebt es euren Kindern, Nichten, Neffen und einfach jedem zu lesen. Fazit: Ein unglaublich wichtiges Thema, das heute gefühlt oft noch tabu zu sein scheint, in eine emotionale, düstere und packende Geschichte verpackt.


