Axel Ranischs Nackt über Berlin verbindet skurrilen Humor mit Coming-of-Age-Drama: Zwei Schüler entführen ihren Schulleiter – und geraten in ein Spiel um Macht, Freundschaft und Identität. Es überzeugt durch Tempo, Witz und emotionale Tiefe.
Ein kurzweiliger, spannender Roman mit einigen unerwarteten Wendungen.
Ich habe dieses Buch in meinem Buchclub gelesen. Nach den ersten Seiten war ich etwas skeptisch, aber dann war ich voll und ganz in der Geschichte drin. Zwei 17-Jährige, Jannik und Tai, geraten nach einem Streich mit ihrem betrunkenen Rektor in eine gefährliche Spirale. Während Tai die Situation ausnutzt und Macht über den Lehrer ausübt, kämpft Jannik mit Schuldgefühlen und seinen Gefühlen für Tai. Die Ereignisse spitzen sich zu – und Jannik muss eine Entscheidung treffen. Ein sehr spannendes und ereignisreiches Buch über Verliebtheit, Abhängigkeit, Gewissen und Gerechtigkeitsgefühl. Es behandelt die Aspekte von Ausländerfeindlichkeit mal anders und zeigt, wie gefährlich es sein kann, wenn man sich von Rache und Machtgefühl leiten lässt und den Unterschied zwischen richtig und falsch nicht mehr erkennt. Dieses Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Ich fand es stellenweise etwas sehr krass, aber es war ein sehr lehrreiches Buch, dass zum Nachdenken anregt.
Dieses Buch habe ich direkt nach dem Buch Klapper gelesen und sie waren sich von der Thematik sehr ähnlich. Allerdings hatte dieses Buch noch mehr Tiefe und ich fühlte mich den Personen näher. Allerdings war es auch sehr viel brutaler….
Mehr als nur ein Jugendroman
Themen, die Jugendliche bewegen, kommen hier im Buch zum Vorschein: Freundschaft und Liebe, Schule, Familie, Vertrauen und Gerechtigkeit. Und das Buch bietet noch viel mehr, Verknüpfungen zur klassischen Musik, denn Jannik kennt sich in diesem Bereich sehr gut aus. Und auch Rassismuskritik kommt zum Vorschein, denn Tai und seine Familie litten und leiden unter rassistischen Angriffen. Mit diesen vielen Gedanken ist der Jugendroman versehen. Fantasievoll und tief, einladend zum Weiterdenken, spannend und auch in der Tragik unterhaltsam.
ich hatte ein wirklich wirklich gutes leseerlebnis! es war so so seltsam mit so vielen skurrilen, komischen szenen, aber auch überraschend, total unterhaltend und mitreißend geschrieben und aufgebaut. teilweise fand ich es auch frustrierend, vor allem durch einige charaktere, die eben so gar nicht sympathisch waren. die hauptfigur ist mir allerdings ans herz gewachsen, mit allen unsicherheiten und problemen, und hat am ende eine tolle entwicklung durchgemacht.
Alex Ranisch war für mich vor diesem Buch ein unbeschriebenes Blatt, denn ich kannte keinen seiner Filme. Als Lehrerin hat mich jedoch der Klappentext dieses Buches angesprochen, weil mich Technik und Smart Homes ebenso interessieren, war dieses Buch für mich daher doppelt spannend und ich habe mich auf diese ungekürzte Lesung gefreut. Worum geht es? (Klappentext des Verlages - mehr will ich gar nicht verraten): Jens Lamprecht ist angesehener Direktor einer Berliner Schule. Bis er mit seinem Verhalten den Selbstmord einer Schülerin auslöst und sich alle von ihm abwenden.Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind zwei ganz normale Sechzehnjährige. Bis sie eines Tages ihren sturzbetrunkenen Rektor auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. Tai genießt es, Gott zu spielen, und zwingt den Lehrer zu einem Seelenstriptease. Ein Höllentrip für Jannik, der sowieso mit seiner zarten Verliebtheit zu Tai ringt. Er muss handeln. Normalerweise bin ich abgeneigt, Hörbücher zu hören, die von den Autoren selbst eingelesen werden, denn meist reichen diese nicht an professionelle Sprecher heran. Durch die Hörprobe konnte ich mich überzeugen, dass der Autor auch ein grandioser Sprecher ist. Zum Herausstreichen der unterschiedlichen Erzählperspektiven von Jannik und Jens Lamprecht wird eine zweite Erzählerstimme eingesetzt, nämlich die von Thorsten Merten. Die Stimmen passen hervorragend zu den Charakteren und beide Sprecher hauchen ihren Protagonisten dadurch Leben ein. Jannik ist ein großartiger Protagonist - jung, schwul (was ihm zu Beginn der Handlung noch nicht so richtig bewusst ist), übergewichtig, hat eine Überfigur als Vater und ist relativ neu in der Schule. Von Tai erhält er, wegen seines musikalischen Talents, den Spitznamen "Tschaikowski", was ihm jedenfalls lieber ist, als von seinen anderen Mitschüler*innen "Fetti" genannt zu werden. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Welt durch seine Augen zu sehen, die sich, wie es in diesem Altern normal ist, sehr emotionsgeladen ist. Jens Lamprecht spricht die Rolle des verzweifelten Inhaftierten und auch in seinem Leben gab es schlechte Wendungen, falsch getroffene Entscheidungen werden ihm bewusst. Mitgelitten habe ich mit dem Raucher, dem die Zigartten ausgegangen sind (ja, dieses Detail muss ich verraten) und der im Laufe seines Eingesperrtseins eine große Entwicklung durchmacht. Es war interessant, die Rolle durch seine anfans selbstherrliche Brille zu sehen, denn nach eigener Aussage war der Direktor überzeugt, "der Nabel der Welt" zu sein. Tai wirbelt durch die Handlung und bringt immer wieder frischen Wind und überraschende Wendungen in die Geschichte, wodurch ich diesen Charakter ganz besonders zu schätzen weiß. Der "Bad Boy" ist eben meist die spannendere Figur - die aber auch in diesem Fall große Tiefe hat. Beim Zuhören musste ich mehrmals lachen, wodurch ich dieses Buch auch unbedingt als Hörbuch weiterempfehle, denn hierbei handelt es sich um einen wahren Ohrenschmaus. Fazit: Das witzigste Hörbuch, dass ich bisher gehört habe.
Story: Es beginnt scheinbar mit einem Zufall – Jannik und sein heimlicher Schwarm Tai beobachten ihren Schuldirektor Jens Lamprecht vollkommen besoffen in der Stadt. Tai, der immer mit einer Kamera bewaffnet ist, nimmt die peinlichsten Stunden im Leben des Mannes auf, anschließend bringen sie Lamprecht in sein Luxusappartment. Für Jannik ist die Sache damit erledigt, doch Tai hat andere Pläne – er zerstört jegliche Kommunikationsmittel innerhalb der Wohnung und sperrt den Betrunkenen in dessen Wohnung ein. Aus dem anfänglichen Spaß wird schon bald bitterer Ernst, denn Tai hat sich darauf eingeschossen, Jens Lamprecht ein Geständnis zu entlocken hinsichtlich den Hintergründen des Selbstmordes einer Mitschülerin vor sechs Monaten. Dafür ist ihm jedes Mittel recht – das Abstellen von Strom und Wasser ist nur der Anfang. Jannik weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll, zieht aber mit, weil er in Tai in verliebt ist und selbst die Wahrheit kennen will … Eigene Meinung: Die skurrile, ungewöhnliche Coming-of-Age Geschichte „Nackt über Berlin“ stammt von Axel Ranisch und erschien 2018 im Ullstein Verlag. Der Autor ist vielen bereits als Regisseur bekannt – so war er für den schwulen Improvisationfilm und Überraschungserfolg „Dicke Mädchen“ verantwortlich, ebenso drehte er zwei „Tatort“-Filme und war auch als Schauspieler tätig. Die Geschichte um Jannik, Tai und Direktor Lamprecht ist Ranischs erster Schritt als Autor. Die Geschichte beginnt einfach und skurril – die Entführung des Direktors mit dem klaren Ziel ihn zu einem Seelenstriptease zu zwingen – und endet in vielen Punkten unerwartet, denn in den wenigen Wochen, in denen die Geschichte spielt, machen alle Figuren einen ordentliche Weiterentwicklung durch. Axel Ranisch lässt seine Figuren die Höhen und Tiefen des Lebens erfahren, allen voran Hauptfigur Jannik, der aufgrund seiner Leibesfülle und seiner Vorliebe für klassische Musik ein Außenseiter ist und der seine Homosexualität und damit sich selbst vor jedem versteckt. Er ist ein schwacher, unsicherer Jugendlicher, der schnell zum Mitläufer wird und dementsprechend oft ausgenutzt wird. Es dauert bis er die Kraft und den Mut findet, für sich selbst einzustehen und das zu tun, was richtig ist. Tai im Gegenzug ist das Genie hinter der gesamten Operation Lamprecht – er weiß, wie man sich ins Gebäude hackt, jegliche Kommunikation nach draußen unterbindet und was er tun muss, um dem Direktor die Hölle auf Erden zu bereiten. Auch er hat sein Päckchen zu tragen, ist jedoch aufgrund seiner Intelligenz und seiner Rachegedanken die Triebfeder der Geschichte. Als letzter Hauptakteur tritt Jens Lamprecht auf den Plan, der sich als guten Menschen sieht, wenngleich er sich soeben erst auf sehr schmutzige Art von seiner Frau getrennt hat und die Ehre der Schule mit einer Lüge gerettet hat . Für ihn ist die Gefangenschaft in seiner Wohnung kein Zuckerschlecken und seine Versuche denjenigen zu entlarven der hinter der Entführung steckt, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Es dauert bis Jannik (und damit auch der Leser) hinter Tais Beweggründe kommt und die wahren Hintergründe erfährt. Erst nach und nach deckt Axel Ranisch die Geheimnisse rund um Melanie Heises Selbstmord auf, denn die Wahrheit und der Umgang mit ihrem Tod sind der eigentliche Auslöser für alles. Axel Ranisch erzählt sehr ausführlich, was Jens Lamprecht alles wiederfährt und wie er mit der Situation umgeht. Zeitgleich legt er auch sein Hauptaugenmerk auf Jannik, der im Laufe des Buches stärker wird und endlich lernt zu sich selbst zu stehen. Das bedeutet nicht nur sich zu outen, sondern auch mit seinem Vater Frieden zu schließen, vor dem er die meiste Zeit Angst hat und mit dem er nur selten redet. Die Charaktere sind sehr realistisch und agieren nachvollziehbar. Man versteht sowohl Jannik und seine Ängste, als auch Tai, der als sich Asiate in Deutschland immer noch nicht willkommen fühle. Man versteht Lamprecht, der teils zur Lüge gezwungen war und der nach seiner Gefangenschaft beschließt, mit all die Fehler, die er gemacht hat, wieder gutzumachen und mit seinem Leben aufzuräumen. Seine Wandlung wirkt fast ein wenig zu krass, wenngleich er dank Tai wirklich durch die Hölle gegangen ist. Axel Ranischs Schreibstil ist amüsant, spritzig und teils sprachlich sehr deutlich. Er zeichnet sehr realistische Figuren mit Ecken und Kanten. Sein Buch lebt von guten Beschreibungen und sehr spritzigen Dialogen. Einzig die Längen am Anfang nehmen ein wenig den Schwung aus der Geschichte, insbesondere wenn Jannik über Musik und Komponisten schwadroniert – wenngleich das zu seiner Art passt. Die Kapitel aus seiner Sicht werden aus der Ich-Perspektive geschrieben, weswegen man Jannik sehr gut kennenlernt. Neben Jannik gibt der Autor auch Jens Lamprecht eine Stimme – seine Gedanken und Gefühle werden dem Leser in der dritten Person näher gebracht. Fazit: „Nackt über Berlin“ ist ein witziger, skurriler Coming-of-Age, der zum Ende hin mit überraschend viel Tiefgang und Herz punktet. Man ist schnell in der Geschichte, begleitet die Figuren durch die ungewöhnliche Geschichte und erkundet mit ihnen die Hintergründe zum Selbstmord Melanies. Man schließt die Figuren ins Herz, allen voran Jannik, der einen ähnlichen Entwicklungssprung hinlegt wie Jens Lamprecht. Axel Ranisch legt einen ungewöhnlichen Roman vor, der sich angenehm aus der breiten Masse abhebt und im Gedächtnis bleibt. Auf jeden Fall reinschauen.
Jannik ist ein ziemlich normaler Siebzehnjähriger – abgesehen davon, dass er ein wenig übergewichtig ist, sich extrem gut mit klassischer Musik auskennt und darüber hinaus auch noch in seinen besten Freund Tai verliebt ist. Als dieser eines Abends ihren verhassten Schuldirektor betrunken auf der Straße aufliest und in dessen Wohnung einsperrt, sieht sich Jannik der Frage gegenüber, ob seine Gefühle für Tai alles rechtfertigen. Neben der Hauptstory geht es rückblickend noch um die Geschichte der Schülerin Melanie Heise, die sich aufgrund unerwiderter Liebe zu ihrem Deutschlehrer das Leben genommen hat. Dieser Fall wird während der Gefangenschaft des Direktors noch einmal aufgerollt, da vor allem die Eltern der Schülerin ihm taktloses und mangelhaftes Verhalten vorwerfen. Im Prinzip gibt es zwei Protagonisten: Jannik und den Direktor Jens Lamprecht. In diesem Fall mochte ich den Wechsel der Perspektiven, da klar war, in wessen Sicht man sich gerade befindet. Janniks Kapitel sind in der Ich-Perspektive verfasst, während die des Lehrers in einer personalen Erzählsituation, also in der dritten Person, geschildert werden. In erster Linie ist Nackt über Berlin ein Roman, der wunderbar darstellt, wie verwirrend und erbarmungslos die erste Liebe sein kann. Dabei wirkt er absolut authentisch, man merkt, dass der Autor autobiografische Elemente eingebaut hat. Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Anfangs zog es sich zwar ein bisschen, aber dann nahm die Geschichte Fahrt auf und etwa ab der Hälfte konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Je weiter der Roman fortschreitet, desto angespannter fühlt man sich als Leser ob der heiklen Situation Jens Lamprechts, der in seinem Apartment von den zwei Jugendlichen regelrecht gefangen gehalten wird und keinen Kontakt zur Außenwelt hat. Man fragt sich, wie das Ganze am Ende noch halbwegs glimpflich ausgehen soll. Trotzdem ist das Buch, vor allem in der zweiten Hälfte wirklich witzig – und es passiert sehr selten, dass ich beim Lesen laut loslache. Generell ist die Geschichte sehr emotional, auf den letzten paar Seiten musste ich sogar ein wenig weinen… Der Protagonist Jannik mach eine Entwicklung durch, er wird im Laufe des Buches erwachsener und entfaltet und akzeptiert sich. Obwohl ich fand, dass das sehr gut dargestellt wurde, waren mir seine „innere Stimme“, oder besser gesagt, die Gedanken, die er hat teilweise ein bisschen zu lebenserfahren. Natürlich durchlebt er die normalen Wirrungen des Erwachsenwerdens, aber manchmal sagte er Dinge, die für meinen Geschmack ein wenig zu abgeklärt klangen. Ich weiß nicht, ob ich den Roman der Sparte „Jugendbuch“ zuordnen würde, dafür ist er meiner Meinung nach ein bisschen zu derb und besonders die Hintergrundgeschichten Jens Lamprechts sind wahrscheinlich eher für Erwachsene interessant. Auf jeden Fall war es ein witziges, skurriles Leseerlebnis, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Danke an Vorablesen und Ullstein Fünf für das Leseexemplar! :)
Es geht um Jannik und Tai beide 17 sie beide hasste die schule. Es ist spannend und für junge Leute sehr interessant gemacht.









