Es ist eine packende, gut lesbare Geschichte zu schwierigen Themen: ein Strang handelt von einer gefährlichen Radikaldiät und dazu gehöriger sektenartiger Online-Community, ein zweiter Strang von einer zweitklassigen Model-Agentur, die osteuropäische junge Mädchen nach Shanghai vermittelt. Hierin kommen mehrere extrem unsympathische und schwierige Männer und eine Menge übergriffiges Verhalten vor. Die Geschichte erinnert daran, tiefer zu schauen, als das, was auf den ersten Blick sichtbar ist. Aber auch daran, dass es Grenzen der Sichtbarkeit gibt, wenn Menschen sich verschließen und nicht mehr zeigen wollen. In den Teilen, die in Shanghai spielen, kommt es in einigen Aussagen zu antiasiatischen Rassismen. Dies geschieht bewusst in der Sprache des Unsympathen, aber sie stehen trotzdem da.
eigentlich mag ich offene enden aber hier hat mir noch ein bisschen was gefehlt. trotzdem ein sehr gut geschriebenes buch mit einer besonderen geschichte, das vielleicht manchmal unbedingt schockieren will (und das auch schafft) trotzdem aber unterhält und zum nachdenken anregt.
„Fliegende Hunde“ ist ein Buch über zwei Mädchen im Winter des tristen St. Petersburg. Seit langem verbindet sie eine enge Freundschaft, die nachts wenn sie sich schlafend stellen auch zu mehr wird. Doch darüber reden tun sie nie. Stattdessen flüchtet Lena sich nach China in eine vermeindliche Modellkarriere und Oksana findet Anschluss in einem Magersuchtsforum. Das Buch berichtet abwechselnd von den Leben der beiden. Beide verrennen sich in einer Scheinwelt und merken erst spät, auf was für einen Handel sie sich da einlassen. Der Titel und das Cover haben mich erst etwas verwirrt, denn es klingt so nach einer leichten Geschichte, das ist es aber nicht. Die fliegenden Hunde spielen aber eine kleine, jedoch zentrale Rolle. Es ist ein Spiel zwischen Lena und Oksana, das sonst keiner versteht. Wie gesagt, hatte ich durch den Titel und das bunte Cover eigentlich etwas anderes erwartet. Ich dachte vielleicht wird es eine humorvoll aber traurige Liebesgeschichte, doch damit lag ich eigentlich völlig falsch. Liebe ja, traurig ja, Liebesgeschichte nein, nicht wirklich. Eher eine Geschichte über das Leben junger Menschen, die nicht wissen, was aus ihnen werden soll und bereit sind sehr weit zu gehen um aus ihrer jetzigen Situation rauszukommen. Die Sprache ist leicht und lässt sich gut und schnell lesen. Das Ende ist sehr offen gehalten, obwohl es definitiv einen Abschluss hat. Ich persönlich fand das gut, es passt zum Buch. Alles in allem eine ernste Lektüre, die man aber schnell und leicht lesen kann und die auch nicht schwer im Magen liegt, so wie Oksanas Blockaderezepte.
Die Inhaltsbeschreibung klingt so interessant. Zwei Freundinnen aus Russland die ihren Platz im Leben finden möchten. Als ich das lass, wusste ich, ich möchte ddem Buch eine Chance geben. Mit voller Erwartung lass ich Seite um Seite. Während Lena als Model in Shanghai versucht sich über Wasser zu halten, driftet Oksana immer mehr in die Magersucht ab. Was beide über die Distanz verbindet ist das Verlangen nach Liebe und Zuneigung. Was mich an dem Buch störte war das man von Oksana auch nicht viel mehr erfährt. Sie hungert und denkt an Lena. Über diese wiederum wird ausführlich geschrieben und die unschönen Seiten der Modelszene erzählt. So gut das Buch klang und began umso enttäuschtet wurde ich desto eher es sich dem Ende zuneigte. An dieser Stelle ein Dank an Voarablesen für dieses Rezensionsexemplar.



