Nicht nur Mütter waren schwanger - wer denn noch? Auf diese Frage bietet das Buch eine Vielzahl an Antworten. Es handelt von cis Frauen in heterosexuellen Beziehungen, die daran verzweifeln, nicht schwanger zu werden. Von trans Männern, die Kinder zur Welt bringen (wollen). Von Menschen, die Fehlgeburten erlebt haben. Die Eltern geworden sind, ihre Kinder aber zu früh verloren haben und nun nicht wissen, ob sie noch Eltern sind, ob ihre Kinder noch zählen. Es handelt auch von queeren Freund*innenkreisen, die gemeinsam ein Kind in die Welt setzen wollen, von Lebensmodellen, die nicht der Norm entsprechen oder, wie es in einer Erzählung heißt, so "im Gesetz nicht vorgesehen" sind. Aufgeteilt in drei Abschnitte (Wünsche, Katastrophen, Umgänge) finden sich hauptsächlich Essays, aber auch ein paar Gedichte oder Interviews von unterschiedlichen Autor*innen. Bei all der Diversität an Perspektiven schafft es 'Nicht nur Mütter waren schwanger', nicht wie ein chaotisches 'Zuviel' zu wirken, sondern authentischen Stimmen Gehör zu verleihen und dabei keine dieser Stimmen zu verurteilen, so konträr die Meinungen und Vorstellungen teilweise auch sind. Es zeigt, wie vielfältig das Thema der Reproduktion ist und wie wichtig es ist, immer den Betroffenen selbst zuzuhören anstatt sich eine Meinung zu bilden, die auf Halbwissen und Vorurteilen beruht. So habe ich für mich persönlich gemerkt, dass ich Vorurteile gegenüber Langzeitstillen habe und war froh darüber, durch das Buch damit konfrontiert zu werden. Eine ganz große Empfehlung!
17. Sept.Sep 17, 2022
Nicht nur Mütter waren schwangerby edition assemblage
