Ich bin ein bisschen zwiegespalten, weil es wie viele solcher Selbsthilfe-/Philosophie-Bücher sehr viel toxische Positivität enthielt sowie Aussagen wie „Es gibt keine schmerzhaften Erfahrungen, nur Lektionen“ oder „Man kann niemanden aufhalten, der sich nicht aufhalten lässt“. Das ist faktisch einfach nicht wahr. Es gibt Krankheiten/Behinderungen und Lebensumstände, die einen eben doch aufhalten und daran hindern, das zu tun, was man tun möchte. Ebenso gibt es Traumatisierungen, die KEINE Lektionen sind, sondern schlicht und ergreifend Traumatisierungen. Ich habe das Gefühl, dass solche Lebensrealitäten von den Autoren solcher Bücher nicht mitgedacht werden. Vielleicht weil sie es selbst nie erleben mussten. Das kann ich nicht beurteilen. So oder so stößt es mir immer etwas sauer auf, solche Sätze zu lesen, weil es die eigenen Traumata bagatellisiert und negiert. Dennoch gab es auch einige Stellen in diesem Buch, die mir gut gefallen haben. Insbesondere die vielen Zitate, die immer wieder eingebaut wurden. Vieles ist für die meisten Menschen bestimmt lehrreich, besonders für Menschen, die sich stark gestresst fühlen und in Führungspositionen arbeiten. Für jemanden wie mich, der berufsunfähig und chronisch krank ist, ist es wohl eher weniger hilfreich, weil ich ganz andere Probleme und Schwierigkeiten habe und vieles auch einfach nicht umsetzen kann. Trotzdem gab es auch für mich einiges, was mich zum Nachdenken angeregt hat und was ich für mich persönlich mitnehmen kann.
25. MärzMar 25, 2024
Wer wird um dich weinen, wenn du nicht mehr bist?by Robin SharmaFinanzBuch Verlag

