Kurzweiliges praktisches Handbuch zum Stoizismus
„Für viele ist die Stoa ein kostbares Relikt, das in einer sicheren Vitrine aufbewahrt und angeschaut, aber nicht berührt werden sollte.“ William B. Irvine ist Philosoph und praktizierender Stoiker. Doch mit diesem Zitat trifft er auf den Punkt, was ich schon mehrmals aus dem Munde von Philosophen gehört habe. Dass der aktuelle Trend des Stoizismus sich nur die Sahnestückchen herauspicken würde. Nicht die Stoa an sich, sondern nur Bruchstücke betrachtet. Eine beinahe schon übersinnliche Philosophie erschafft, die so nicht in der Antike entstand. Doch die Frage, die sich dann stellt, ist: Warum nicht? Wenn uns genau diese Häppchen helfen, das Leben und den Tod gelassener zu sehen, so sei’s drum. Eine Geschichte der Stoa ist etwas anderes, als den Stoizismus zu praktizieren. Wie das gehen kann, das erklärt Irvine in diesem kurzen Abriss sehr anschaulich und gelungen. Die Beispiele sind gut gewählt, die Metaphern passen in’s Gesamtbild. Ein schönes Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstreflexion einlädt.
