Ich haben den Film "Hidden figures", also die Verfilmung dieses Buches, bereits vor einiger Zeit gesehen und war begeistert. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich jetzt auch das Buch lesen konnte. Das Buch erzählt die Geschichten einiger afroamerikanischer Frauen, die als Mathematikerinnen oder "Rechenmaschine" bei der NASA gearbeitet haben und ohne die viele Dinge wie zb. Die Mondlandung, nicht so früh hätten gelingen können. Von diesen Frauen hat man bisher viel zu wenig gehört, da die nie im Scheinwerferlicht standen. Ich finde es großartig, dass sie die Hauptpersonen dieses Buches sind! Ich mag es, wie das Buch geschrieben ist, wie die Geschichten erzählt werden. Und auch, dass man so viele Fakten und Entwicklungen erfährt. Fakten, eingebettet in die Geschichten besonderer Frauen. Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch!
Gibt es Geschichten, zu denen euch der Film besser gefallen hat, als das Buch? Für mich ist das untypisch – doch dann habe ich „Im Kernschatten des Mondes gelesen“ und „Hidden Figures“ gesehen. Wenn ein Buch den Fokus verliert… „Im Kernschatten des Mondes“ hat meinen Unwillen, Bücher abzubrechen, auf die Probe gestellt. Ab der Hälfte habe ich einen Großteil nur noch quergelesen. Wirklich schade, denn eigentlich interessierte mich die autobiographische Erzählung sehr. In den 1930er und 1940er Jahren wurden aus simpler Personalnot heraus afroamerikanische Frauen in der Raumfahrtbehörde der USA eingestellt. Rassentrennung und patriarchalische Strukturen erschwerten den talentierten Frauen ihre Arbeit. Obwohl sie maßgeblich zum Erfolg der Apollo-Mission beitrugen, wissen heute die wenigsten Menschen etwas über ihre Mitarbeit. Sie verschwanden, wurden verschluckt und absichtlich vertuscht, doch Shetterly holt sie mit ihrem Werk zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Zumindest war es das, was ich von dem Buch erwartet hatte. Ich glaubte, eine informative und dennoch spannende Erzählung vor mir zu haben – über die damaligen Ungerechtigkeiten und den Kampf afroamerikanischer Frauen um die Chancen und die Anerkennung, die sie verdienten. Stattdessen aber wurden diese Aspekte von dem physikalischen Teil der Geschichte verschluckt, gerieten völlig aus dem Fokus. Ich schaffte es kaum, einem Satz des Buchs wirklich zu folgen. In Kombination mit dem äußerst trockenen und verschachtelten Schreibstil ging mir die Motivation, weiterzulesen, mit jedem Kapitel mehr verloren. Ständige Personen- und Zeitsprünge auch innerhalb einzelner Kapitel irritierten mich zusätzlich. Das Buch ist sicherlich wertvoll – aber eben nichts für Leser, die auf dem Gebiet der Raumfahrt Laien sind und bleiben wollen, sich eigentlich für die Geschichten der Frauen interessieren. Deshalb hat „Im Kernschatten des Mondes“, meiner Meinung nach, sein Thema verfehlt. Oder zumindest das, was ich als solches verstanden hatte. Es war weniger eine autobiografische Erzählung über Diskriminierung und Ungerechtigkeit als ein Sachbuch zu den Hintergründen der Raumfahrttechnik.

