10. Jan.
Kein skandinavisches Highlight
Rating:1

Kein skandinavisches Highlight

Skandinavische Krimis haben ihren eigenen Charme. Meist tue ich mich mit den fremdklingenden Namen schwerer, weshalb ich darum oft einen Bogen mache. Allerdings habe ich schon viele tolle Bücher aus Schweden gelesen, sodass ich mich tatsächlich sehr auf das Buch freute. Leider hat die Autorin es nicht geschafft, dass die Reihe um Dennis meine nächste Suchtreihe wird. Dabei fing es gut an. Im knappen Prolog ertrinkt jemand, der eigentlich weiß wie man schwimmt. Meine Neugierde war geweckt. Und dann kam Dennis. Erstens hatte ich das Gefühl, dass ich nicht Band 1, sondern Band 2 oder 3 lese. Dazu kommt, dass mir Dennis mit seinen Problemen und dem Alkoholkonsum nicht gefällt. Generell sind die Ermittlungen sehr schwach. Zeugen werden befragt, aber meist werden sie nur hinausgebeten, keine Fragen beantwortet und das ist okay. Andere Dinge werden gar nicht weitergegeben, weil ein Abendessen wichtiger ist als die Ermittlung. Sorry, aber ich fand die Ermittlungen schrecklich. Ein weiteres Problem sind die vielen unwichtigen Figuren, die eingeführt und in Nebenhandlungen integriert werden, die aber unnötig sind. auf wen soll ich mich nun konzentrieren und wer ist relevant? Ich fand es anstrengend aus der Tatsache, dass ich ein sehr schlechtes Namensgedächtnis habe. Das alleine hat mir schon das Lesen nicht versüßt, aber logische Lücken machen es nicht besser. Ein gemietetes Boot, dessen Vermieter fremd ist. Und irgendwann ist sein Schlagzeug da ohne das es vorher groß erwähnt wurde. Und vieles ist da nicht vollends durchdacht. Ein Ermittler, der aus der Elite stammt, macht Anfängerfehler? Wohl kaum. Ach, ich könnte einiges aufzählen. Hier wollte ich jedoch den Ausgang wissen und habe mich durchgekämpft. Der wirkt schnell und konstruiert. Also kein Highlight, aber zumindest ok. Leider kann das auch nichts mehr reißen.

Mord in den Schären
Mord in den Schärenby Anna IhrénHarperCollins
23. Sept.
Rating:3

Dennis Wilhelmson ist gerade auf Smögen angekommen, als der Mann einer Freundin spurlos verschwindet. Und ein anderer Mann tot aus dem Hafenbecken gefischt wird. Doch da er sich hat beurlauben lassen, verdrängt er die berufliche Neugier und versucht seinen Urlaub zu genießen. Allerdings wird er kurz darauf zum Polizeidirektor gemacht, da der Kollege kurzfristig ausgefallen ist. Damit steckt er mitten in den Ermittlungen. Polizeianwärterin Sandra ist nicht ganz unglücklich über den plötzlichen Wechsel, traut ihr Dennis doch deutlich mehr zu, als sein Vorgänger. Das Buch hat mir an sich recht gut gefallen. Die Gegend ist super beschrieben und Schweden zu Mitsommer muss einfach toll sein. Der Fall, bzw. die Fälle sind ziemlich undurchsichtig und es ist lange nicht klar, um was es sich dreht. Allerdings muss ich sagen, dass die Ermittlungen in den ersten zwei Dritteln des Buches ziemlich gemächlich verlaufen. Da wird früh Feierabend gemacht, mal ein halber Tag frei genommen und ausgiebig Mittag gegessen. Aber gleichzeitig wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, schnell zu arbeiten. Das hat für mich nicht wirklich zusammengepasst. Zusätzlich haben sich Dennis und Sandra an vielen Stellen ziemlich unprofessionell verhalten, was bei Sandra als Polizeianwärterin noch zu verstehen ist. Aber Dennis wird eigentlich als knallharter, professioneller Ermittler beschrieben, dem dürfte so etwas nicht passieren. Im letzten Drittel geht es dann plötzlich ganz schön actionreich zur Sache. Da wurde es noch einmal richtig spannend, nachdem die Geschichte vorher etwas vor sich hin gedümpelt hat. Zusätzlich gab es am Ende eines jeden Kapitels immer noch einen Einschub aus der Vergangenheit, bei dem erst ganz am Schluss klar wurde, was er mit der Gegenwart zu tun hat. Dieser ganze Erzählstrang war zwar recht interessant, wäre aber für die Logik des Buches nicht wirklich notwendig gewesen. Vermutlich wird es wohl noch weitere Bände in diesem Setting geben, zu mindestens werden am Ende des Buches die Voraussetzungen dafür geschaffen. Ich würde einem weiteren Band durchaus auch noch lesen, in der Hoffnung, dass die Ermittlungen dann professioneller von statten gehen. Trotz aller Kritik gibt es von mir eine Leseempfehlung. Die Fälle waren gut konstruiert und das Ende sehr spannend. Manche Dinge hätten weg gelassen werden können, da war mir einiges zu viel an Nebengeschichten. Ein schönes Setting hat das Buch allemal, auch wenn ich bei den vielen Ortsnamen, die alle mit S beginnen, manchmal etwas durcheinander gekommen bin.

Mord in den Schären
Mord in den Schärenby Anna IhrénHarperCollins