5. Aug.
Rating:4

Eine schöne Geschichte über Gemeinschaft und neue Freunde, die Vergangenheit, den Regen und den Sommer. Über den zwölfjährigen Jona, der diesen bei der alten Dame Gesomina verbrachte. Beide hatten sich das letzte Mal vor fünf Jahren gesehen und für beide war es etwas Neues. Für Jona ein Abenteuer, für sie eine Herzenssache. Die Stadt Berlin und ihre Bewohner der Straße, in der Gesomina wohnte, waren ein Setting das mir richtig gut gefallen hat. Da waren Herr Ergün mit seinem Frisör Salon, Herr Dong, mit seinem Lebensmittel Laden, Julika mit ihrem kleinen Laden voller Besonderheiten, Tom Spencer mit seinem Stiefelgeschäft und Milan mit seiner Bar. Und dann war da natürlich Gesomina und ihre Wohnung unter dem Dach, in der sie mit Jona Backgammon spielte aber vor allem backte und kochte. Italienische Gerichte aus einem besonderen Kochbuch, dem Jona lustige Namen gab wie Quatschlappen, Gespenstergnocchi und Süßizza. Die Interaktionen der beiden waren schön zu lesen, die Besuche bei den Bewohnern der Straße, Gesominas Bekannten und die Ausflüge in den Zoo und zu den Idianern. Jona fühlte sich dort Zuhause und zeigte Neugier in Bezug auf Gesominas Vergangenheit. Und so erzählte sie ihm ihre Geschichte. Sie erzählte ihm über ihre Kindheit und ihren Mann, über ihren Sohn und über ihr Leben. Dieses war alles andere als einfach und ich musste beim lesen oft schlucken. Aber es war nun einmal Gesominas Leben und wie sie sagte: ,,Das Leben geht weiter. Man muss da einmal durch, aber nicht immer wieder.“ Dennoch kamen Erinnerungen hoch und Jona wollte ihren Sohn finden. Und auch die anderen Bewohner der Straße wurden Teil der Geschichte, kamen in Bewegung. Jona brachte Veränderung, wie ein Prophet und sein Namensvetter, den ein Wal verschluckte. Diesen philosophischen Aspekt fand ich schön und besonders, es gab noch weitere und trotzdem lies sich das Buch leicht lesen. Durch den Perspektivenwechsel bekam man den Blick auf die verschiedene Charaktere, trotzdem war mir dies zu wenig, ich hätte gerne noch mehr über ihre Leben erfahren. Einige wirkten somit etwas blass, leider auch Jona und seine Eltern. Das Ende jedoch war genau richtig, emotional und schön, ebenso wie das schöne Cover.

Sommer bei Gesomina
Sommer bei Gesominaby Florian BeckerhoffHarperCollins