Gelungene Fortsetzung
Nach langer Zeit habe ich endlich zum finalen Band von Schattenthron gegriffen und es hat mir richtig gut gefallen. Im ersten Band hatten wir ein kleines HappyEnd, aber noch eine Menge offener Fragen, die nun endlich beantwortet wurden. Während im ersten Band viele Märchenelemente wiederzufinden waren, liegt hier der Schwerpunkt auf dem Fantasyteil. Die Prophezeiung aus dem ersten Band wird entschlüsselt und die dortige Aufgabe angegangen. Auch Ivald ist weiterhin ein Problem, dem sich gestellt werden muss. Aber nicht nur das wartet auf den Leser, sondern auch die Beziehung zwischen Leonard und Rahel wird auf die Probe gestellt. Was mir besonders gefallen hat, war die Darstellung von Rahels Leben im Palast. Aufgewachsen in einem Dorf ist das Leben am Hof neu und die Erwartungen, die an sie als zukünftige Königin gestellt werden, sind alles andere als einfach zu erfüllen. Ihre Ängste und Sorgen, nicht gut genug zu sein, werden toll dargestellt. So wirkt sie im Vergleich zum ersten Band dadurch auch viel unsicherer und passiver, wächst aber an ihren Aufgaben. Auch in Leonard erhält der Leser einen tieferen Einblick. Die Wahrheit, die er über sich am Ende des ersten Bandes erfahren musste, fällt ihm schwer zu akzeptieren und so ist sein Verhalten auch deutlich reservierter gegenüber Rahel. Die Handlung kann immer wieder mit neuen Entdeckungen und Wendungen überraschen. Rahel und Leonard werden viele Steine in den Weg gelegt, die nicht nur für Spannung sorgen, sondern auch die Charakterentwicklung vorantreiben. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Rahel, aber auch Wechsel in andere Perspektiven sind vorhanden, um dem Leser wichtige Entscheidungen mitzuteilen, wenn Rahel nicht an einem Ort ist. Für mich war dieser Band ein würdiger Abschluss der Dilogie!

