Eine wundervolle fantastische Reise in das zukünftige Berlin
700 Jahre hat es gebraucht. Vor 700 Jahren ist die Welt durch die Klimakatastrophe untergegangen, die Menschheit war am Ende. Alles war zerstört und da tauchten die Magier wieder auf. Wir befinden uns in einer Zukunftsversion, einer Welt, die wenig an früher erinnert und keiner erinnert sich noch an die Zeit vor den dunklen Jahren. Hier beginnt unser Abenteuer, zwischen Fingerschnipsern (den magischen Begabten) und Rostfressern (den Erfindern der Stadt), die miteinander in einem brüchigen Frieden leben. Und wie kann es nicht anders sein, da braut sich was zusammen. Dabei gerät Mathilda, ganz ungewollt, zwischen die Fronten und verliert nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch das Mädchen, dass sie liebte. In erster Linie will sie natürlich herausfinden, wer sie umgebracht hat, genauso wie der junge Magier Fidelio, der auch sein Herz an Rosa verloren hatte und sich sicher ist, dass Mathilda die Mörderin ist. Aus einem Katz und Maus Spiel durch Berlin, wird eine gefährliche Reise, mit mehr Toten und Gefahren, als die beiden erwartet hatten. Auf jeden Fall wird einem schnell klar, es steckt viel mehr hinter dem Tod von Rosa und es ist nicht nur eine magische, phantasievolle Geschichte, sondern auch furchtbar spannend aufgebaut. Mit jeder Seite steigt die Spannung, es gibt verbotene Rennen, gefährliche Zauber, eine Rebellion und einige interessante Charaktere, die alle eine Rolle spielen in der Geschichte. Doch es kommt schnell die Frage auf, wem kann man vertrauen? Das ganze Geschehen erleben wir aus der Sicht von zwei Personen – Mathilda und Fidelio, die Rosa sehr nahe standen und mit den beiden haben wir auch eine unterschiedliche Sicht aus beiden Parteien der Stadt. Mathilda ist eine starke junge Frau, die auch ihre verletztliche Seite zeigen kann und dass sie sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt, ist mal was neues in der Fantasy. Es ist noch ein Thema, dass wirklich selten eingebaut wird, aber die Autorin schafft es ganz locker die Beziehung der beiden einzubringen. Fidelio, also dieser junge Mann kann Herzen brechen! Er ist markant, sympatisch und verdammt gut darin Illusionen zu schaffen, auch um sich herum. Er hatte mir gleich mit seiner etwas rebellischen und auffälligen Art gefallen. Zu der Welt könnte ich ebenfalls sehr viel schreiben. Zu aller erst, die Beschreibungen hatte mir wirklich gut gefallen, ich konnte mir gleich alles vorstellen und die Stimmung richtig spüren. Einerseits haben wir hier eine Steampunk-Welt, wir befinden uns oft in der chaotischen Werkstatt von Mathilda und andererseits gibt es noch eine ganz anderer Seite der Stadt, die wir oft durch Fidelio kennen lernen: die magischen Orte, wie der Zaubererturm. Es ist ein richtig gelungener Mix aus den beiden Dingen und macht einfach Spaß zu lesen. Es gibt viele schöne, gefährliche und mysteriöse Orte in Berlin oder unterhalb von Berlin, zu entdecken. Ein rundum gelungenes Steampunk-Abenteuer mit einer guten Portion Magie und viel Spannung! Bis zur letzten Seite läuft die Jagd nach dem Mörder und die Auflösung des Geheimnisses, dass alles miteinander verbindet. Wir gelangen an aufregende, mysteriöse Orte, stellen uns Gefahren und die Seiten vergehen wie im Flug! Wer Lust auf ein magisches Steampunk-Abenteuer hat, dem kann ich das Buch ans Herz legen und alle, die bis jetzt wenig mit dem Genre zu tun hatten, für die wäre Berlin: Rostiges Herz ein guter Start.
Story: Mathilda ist Erfinderin, Rosa die Tochter des mächtigsten Zauberers von Berlin. Erfinder sind seit dem zweiten Zeitalter den Zauberern ein Dorn im Auge, habe die Erfindungen doch den Untergang der Welt verursacht und sämtliche neue Entwicklungen werden streng überwacht und im Notfall auch konfisziert. Auch der junge Fidelio, Magierlehrling der höchsten Bibliothekarin der Stadt mag Erfinder nicht, ganz besonders Mathilda, deren Herz ebenso für Rosa schlägt, wie seins. Auf Rosas Geburtstagsparty kommt es zur Katastrophe – sie stirbt in Mathildas Armen, vergiftet durch einen der Macarons, die die junge Erfinderin als Geschenk mitgebracht hat. Plötzlich ist die gesamte magische Gemeinschaft der Stadt hinter Mathilda her und die schwelenden Konflikte zwischen Magiern und Erfindern drohen in eine handfeste Auseinandersetzung umzuschlagen. Fidelio und Mathilda gehen zunächst getrennt voneinander auf der Suche nach der Wahrheit, bis sie erkennen, dass sie trotz aller Diskrepanzen zusammenhalten müssen, um nicht nur Rosas Mörder zu finden, sondern auch die Geheimnisse zu lüften, die sich unter den Straßen von Berlin verbergen … Eigene Meinung: Mit dem Steampunk Roman „Berlin – Rostige Stadt“ legt Sarah Stoffers nach einem Jugendbuch bei cbj ihren zweiten Roman vor. Der in sich abgeschlossene Band erschien im Herbst 2018 im Amrun Verlag und entführt den Leser in eine zukünftige Welt, die weit nach unserer Zeit spielt und in der die Magie zurückgekehrt ist und einen Großteil des Lebens der Menschen bestimmt. Obwohl der Roman die Geschichte zu einem Ende führt, bleiben einige Fragen offen, so dass eine Fortsetzung der Abenteuer von Mathilda und Fidelio möglich wäre. Die Geschichte ist spannend und nimmt den Leser schon auf den ersten Seiten mit in das neue Berlin – eine Stadt voller Wunder und Widersprüchlichkeiten. In den hohen Türmen leben die Magier, deren Magie für Wohlstand und Sicherheit sorgen kann, die rostigen Werkstätten am Fluss sind Heimat der Erfinder, die normalen Menschen und Magiern mit ihren Erfindungen das Leben leichter machen. Die Autorin erschafft eine lebendige Stadt, die bis ins kleinste Detail geplant und beschrieben ist, so dass man sich die einzelnen Viertel und das Leben der Menschen gut vorstellen kann. Sie hat Berlin eine eigene Geschichte gegeben, die sich auf das Leben der Menschen auswirkt und die Handlungen der Protagonisten bestimmt. In dieser Welt versuchen Mathilda und Fidelio der Wahrheit auf die Spur zu kommen und herauszufinden, wer Rosa auf ihrer Party ermordet hat – beide, weil sie Rosa geliebt haben. Dabei stolpern sie auf eine Verschwörung im Hintergrund, denn zwischen schillernden Magiertürmen, verbotenen Rennen im Untergrund und einer geheimen, illegalen Rebellengruppe der Erfinder, brodelt mehr, als die beiden sich vorgestellt haben. Sarah Stoffers baut die Handlung nach und nach auf, streut immer wieder Hinweise und legt den beiden Hauptfiguren Spuren, die mitunter auch in Sackgassen führen. Leider wirft sie, gerade zum Ende hin, gesetzte und zuvor festgelegte Dinge über den Haufen, was für ein wenig Verwirrung stiftet. Da ist zum Beispiel der von Fidelio erschaffene Kolibri plötzlich nicht mehr sein Zauber, sondern der seiner Meisterin oder die Tatsache, dass Mathilda die ganze Zeit eine Ahnung hat, wer Rosa ermordet hat, der Leser davon aber nichts mitbekommt (da die Geschichte zur Hälfte aus Mathildas Sicht erzählt wird und der Leser vom Wissen her auf ihrem Stand sein sollte, ist das ein unschöner Kunstkniff um die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser länger im Dunkeln tappen lässt). Auch bei anderen Dingen nimmt die Autorin es nicht so genau, baut Perspektiven und Handlungselemente ein, die man genauso gut hätte weglassen können – insbesondere, wenn sie nicht aufgelöst werden. Die Figuren wachsen dem Leser schnell ans Herz und sind lebendig in Szene gesetzt. Sowohl Mathilda als auch Fidelio sind tolle Charaktere, die beide um ihre Stärken und Schwächen wissen und nur zusammen die Wahrheit ergründen können, ganz gleich wie wenig sie sich anfangs vertrauen. Mathilda ist eine starke, selbstständige Frau, die weiß wo ihre Grenzen liegen und deren Liebe zu Rosa ihre Triebfeder ist. In diesem Zusammenhang ist es angenehm, dass der Schwerpunkt der Geschichte nicht auf Mathildas Homosexualität liegt, denn im zukünftigen Berlin ist es vollkommen egal, wen man liebt. Queere Figuren werden daher wie selbstverständlich in die Geschichte eingebaut, ohne diesen Aspekt innerhalb der Geschichte genauer zu beleuchten oder auch nur einen Schwerpunkt darauf zu legen. Fidelio ist zu Beginn wesentlich leichter und unbekümmerter, ändert sich aber im Laufe der Geschichte und reift im Laufe der Zeit. Zu Beginn mag er ein wenig arrogant daherkommen, doch das legt er zum Glück schnell ab. Die übrigen Figuren sind ebenfalls sehr lebendig und überzeugend – sei es der Magier der Wacht Kalim, die Artistin Ling oder die Hauptfrau Oppenheimer, die mit den Gendarmen ebenfalls im Mordfall von Rosa ermittelt. Die Autorin hat einige tolle Charaktere entwickelt, die Spaß machen und über die man gerne mehr erfahren möchte. Stilistisch legt Sarah Stoffers einen spannenden, gut geschriebenen Roman vor, der den Leser direkt in die Straßen von Berlin entführt und die vielen Besonderheiten der Stadt lebendig macht. Hin und wieder, gerade bei Actionszenen sind die Beschreibungen zu ausführlich – manchmal wäre weniger mehr gewesen, da der Schreibstil bei einigen Szenen zu überladen und adjektivlastig wirkt. Auch stören die Rechtschreibfehler und falsche Worttrennung zunehmend, denn mit der Zeit fallen die Fehler zunehmend ins Auge und man fragt sich, ob der Korrektor geschlafen hat. Hin und wieder wirken Sätze komisch oder man verliert den Faden, gerade bei Dialogen. Das ist schade, denn insgesamt macht das Buch Spaß, ist gut geschrieben und Steampunkfans auf jeden Fall zu empfehlen. Fazit: „Berlin – Rostiges Herz“ von Sarah Stoffers ist ein gut geschriebener, spannender SciFi/Steampunk Roman, der mit einer komplexen Handlung und tollen Charakteren punkten kann. Die Kritikpunkte sind nicht so tiefgreifend um das Lesevergnügen zu schmälern, so dass man an Ende hofft, dass eine Fortsetzung geplant ist, um die offenen Fragen zu klären. Wer spannende, ungewöhnliche Steampunk-Romane mag und Geschichten mit queeren Figuren lesen will, in denen die Liebesgeschichte nicht im Fokus steht, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Solche Bücher wünscht man sich öfters, denn es gibt nur wenige Romane, in denen schwule und lesbische Helden Abenteuer erleben können, ohne dass eine zumeist problematische Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Zu empfehlen.
Die Erfinderin Mathilda ist in Rosa verliebt, die Tochter des Großmeisters von Berlin. Aber sie ist nicht die Einzige, die um Rosa buhlt, denn auch der Zauberlehring Fidelio ist an ihr interessiert. Bei Rosas Geburtstatsfest wollen beide ihre Chance nutzen und ihre Gefühle offenbaren. Nur kommt es völlig anderes als erwarten, denn auf dem Fest geschieht ein Mord und auf einmal müssen Mathilda und Fidelio zusammenarbeiten, um den Täter zu finden. Schon als ich das Cover zu diesem Buch gesehen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen muss. Ich lese nämlich total gerne Steampunk und das hier klangt sehr vielversprechend. Die Autorin entführt den Leser in ein alternative Welt. Diese hat sich sehr verändert, nachdem eine Klimakatastrophe fast alles zerstört hat. Jetzt nach 700 Jahren haben die Zauberer die Welt neu aufgebaut und die Menschen und Zauberer haben sich nach einige kriegerischen Auseinandersetzungen arrangiert. Diese Welt mit ihrer Luftschiffen, Erfindungen und ihrer Magie hat mich sehr fasziniert. Die Autorin erzählt das ganze sehr spannend und beschreibt die Welt sehr detailliert. Sie mischt Steampunk-Elemente mit eine wenig Fantasy, was mir unheimlich gut gefallen hat. In dieser Welt ist die Erfinderin Mathilda groß geworden. Mathilda ist eine sehr intelligente und rebellische junge Frau, die lieber an ihren Maschinen bastelt, als auf Feste zu gehen. Sie ist in Rosa verliebt, einer jungen Frau, die gesellschaftlich weit über ihr steht. Denn Rosa ist die Tochter der Großmeisters von Berlin und will eigentlich den Zauberlehrling Fidelio heiraten. Eigentlich mag ich ja keine gleichgeschlechtlichen Liebesgeschichten in Romanen, aber hier wird die Romanze nur als Nebensache erzählt. In erster Linie geht es um den Mord, in den Mathilda und Fidelio verwickelt werden und der sie unfreiwillig zu Verbündete macht. Insgesamt kann ich hier eine klare Leseempfehlung aussprechen und vergebe die volle Punktzahl.
Interessante Geschichte, manchmal für mich schwer greifbar. Ich habe noch nicht viele Bücher in dieser Richtung gelesen, aber im Mittelteil habe ich mir etwas schwer getan, das eigentliche Thema war nicht ganz klar. Der Beginn und das Ende hat mich aber in jedem Fall überzeugt. Mathilda und Fidelio fand ich sehr sympathisch und interessant dargestellt. Das Cover ist der absolute Hammer, die Illustration bei den einzelnen Teilen wunderschön gestaltet.




