"Nicht auf allen Vieren gehen. Das ist das Gesetz. Nicht das Wasser schlürfen. Das ist das Gesetz. Weder Fleisch noch Fisch essen. Das ist das Gesetz. Nicht von Bäumen die Rinde reissen. Das ist das Gesetz. Keine anderen Menschen jagen. Das ist das Gesetz. Wer gegendas Gesetzverstösst, den ereilteine furchtbare Strafe. Keiner entkommt. "
Ich finde, dass ist bis jetzt die düsterste Geschichte von allen. Düster, bedrückend und brutal. Dies spiegelt sich in den Bildern und Dialogen wieder. H.G. Wells hält mit dieser Geschichte den Menschen einen Spiegel vor das Gesicht. Es geht um die Stellung des Menschen in der Evolution, seine Verantwortung allen Lebewesen gegenüber und die kritische Betrachtung der Entwicklung der Wissenschaft. Steht der Mensch wirklich über dem Tier? Gibt ihm seine Intelligenz, seine Fähigkeiten das Recht, in die Evolution selbst einzugreifen? Haben wir Menschen das Recht, Tiere zu quälen, sie für medizinische Experimente zu nutzen? Dr. Moreau glaubt all das tun zu dürfen, da er als Wissenschaftler die Fähigkeit dazu hat. Er schwingt sich zu einem Gott auf, der alle Moral und Ethik außer Acht lassen darf und sich als alleiniger Herrscher über seine geschaffenen Kreaturen sieht. "Sein ist das Haus des Schmerzes! Sein ist die Hand, die schafft. Sein ist die Hand, die verwundet und heilt. Sein ist der Blitz. " Doch wie alle fanatischen Despoten, beißt ihn die Hybris in den Allerwertesten, denn er überschätzt seine Macht und die Natur rächt sich an ihm.
