3 Sterne = ganz gut, aber muss man nicht unbedingt gelesen haben So viel gibt es zu dieser Geschichte gar nicht zu sagen. Den Auftakt fand ich total spannend und dann wurde daraus eine nette Geschichte, die so vor sich hin plätscherte. Meist recht vorhersehbar, mit etwas Kitsch, aber trotz der Länge nie richtig langweilig. Die Sprache wirkte manchmal etwas holprig in der Wortwahl und das über die Maßen verständnisvolle Verhalten einiger Personen in Gesprächen war manchmal nur mit einem Augenverdrehen zu ertragen, aber es ist eben eine "Liebesschnulze" (nicht negativ gemeint). Die grundsätzliche Thematik, die sich damit beschäftigt wie es Eltern eines Täters geht, der andere und sich selber umgebracht hat, fand ich interessant. Diese Zerrissenheit zwischen einerseits Hass, Unverständnis und Fassungslosigkeit und auf der anderen Seite der Trauer über den Verlust des geliebten Kindes. Was für Auswirkungen die Tat des Kindes auf das Leben seiner Eltern hat und wie diese sich wieder ins Leben zurückkämpfen, war hier sehr gut dargestellt.
„Der Pub der guten Hoffnung“ von Alexandra Zöbeli erschien im April 2018 im forever Verlag als E-Book. Andere Formate sind derzeit nicht erhältlich. Von der Autorin habe ich bereits „die Rosen von Abbotswood Castle“ gelesen, was mir sehr gut gefallen hat und daher von Romantik und Spannung als Richtlinie für die Bewertung des aktuellen Buches herangezogen wird. Das Cover hat, wie auch die anderen Bücher der Autorin, Wiedererkennungswert. Auf allen sind Gebäude vor blauem Himmel mit Schönwetterwolken abgebildet, der Buchtitel ist stets in Weiß gehalten. Auch bei diesem Cover ist klar, was dahinter steckt: eine schöne Liebesgeschichte in Großbritannien. Lehrer Sam und Hausfrau Hannah ist das Schlimmste passiert, was Eltern passieren kann: der Sohn läuft Amok und tötet sich danach selbst. Außer der eigenen Trauer müssen sie noch mit der Berichterstattung in den Medien fertig werden – der Pädagoge steht außerdem vor großen beruflichen Schwierigkeiten. Während Hannah nach einer Einlieferung ins Krankenhaus versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, verschlägt es Sam in das Ferienhaus eines Freundes. Im Cottage angekommen ist er verwundert darüber, dass das Haus bereits illegal bewohnt wird – und zwar von der schlagfertigen Hope, die ihre Nichte und ihren Neffen nach dem Tod deren Mutter groß zieht. Über die Geschichte möchte ich nicht mehr verraten, da ich die Handlung ohnehin sehr vorhersehbar gefunden habe, und nur einmal kurz von der Reaktion einer Person überrascht wurde. Anders als in meinem vorigen Buch der Autorin kam also keine Spannung auf und ich habe auch mit keiner der Personen mitgefiebert. Sam ist mir sehr sympathisch und ich finde es toll, die Geschichte aus der Sicht eines Mannes zu lesen. Meine Identifikationsfigur in der Geschichte ist Hope, denn in sie kann ich mich am besten hineinvorsetzen und kenne auch das Arbeiten zwischen mehreren Jobs und das Übernehmen von Verantwortung. Wir scheinen auch die gleichen Schwierigkeiten miteinander zu teilen, nämlich zu schnell Verantwortung zu übernehmen und uns damit so viel aufzuhalsen, dass für die eigenen Wünsche immer weniger Zeit bleibt. Hopes Familie finde ich schön konstruiert, auch, wenn sich Sian für ein Kind ihres Alters viel zu angepasst verhält, was trotz der traumatisierenden Situation nicht zu passen scheint – überhaupt kommt es zwischen Hope und den Kindern zu nur wenigen Zusammensetzungen. Auch zwischen Mary und Pat kommt es nach anfänglichem Streit zu keinen Auseinandersetzungen mehr, beide scheinen das Schicksal gut hingenommen und zu haben und hadern damit überhaupt nicht. Die weiteren Personen verhalten sich ebenso stereotyp bzw. halten sich sehr im Hintergrund und sind für die Handlung nicht weiter wichtig. Der Schreibstil ist wieder mitreißend und die Liebesgeschichte ist schön konstruiert und plätschert über hunderte Seiten gleichmäßig vor sich dahin. Es tun sich keine größeren oder unerwarteten Schwierigkeiten auf, die Geschichte ist trotzdem nett zu lesen. Fazit: Ein schön konstruierter Liebesroman, der keine für mich überraschenden Wendungen hatte und in dem die Handlung vor sich hinplätschert.
Der Schreibstil von Alexandra Zöbeli gefällt mir gut. Es liest sich leicht und flüssig. Ich habe auch schon andere Bücher von ihr gelesen und ich versinke gerne in ihre Geschichten. Auch diese Story ist wieder gespickt mit vielen wunderbaren bildlichen Landschaftsbeschreibungen, die mich tief in die Geschichte gesogen haben. Die Protagonisten Sam und Hannah haben auf tragische Weise ihren geliebten Sohn verloren. Ich habe mit ihnen gelitten. Man spürte wie sehr sie kämpfen und konnte besonders Hannahs Reaktionen nachvollziehen. Ich fand es rührend, wie Sam sich sich immer wieder bemüht hat. Die Charaktere sind alle sehr lebhaft und ich konnte sie mir lebendig in dem Dorfleben vorstellen. Eine wundervolle Geschichte zum abschalten, die sehr emotional und mitfühlend ist. Es hat mich teilweise verrissen, aber sie konnte mein Herz auch mit viel Positiven füllen durch viele freche und tiefgehende Dialoge. Wieder einmal ein gelungener Roman der Autorin.


