3 Stars - Review in German Das E-book habe ich freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen. Es war sehr einfach in das Buch reinzukommen, auch ohne den ersten Band der Reihe gelesen zu haben. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich also schnell weglesen. (Leider hat mir meine Leseflaute das Lesen dennoch etwas erschwärt, was aber nichts mit dem Buch selbst zu tun hat.) Leider konnte mich die Geschichte nicht so, wie der Schreibstil, überzeugen. Ich fand die Beziehung der Protagonisten wirkte sehr überstürzt und daher nicht sehr realistisch. Auch den weiteren Verlauf des Buches fand ich nicht sehr überraschend und teilweise auch ein wenig zu Klischee belastet für meinen Geschmack. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich schon sehr viele Geschichten im LGBT+ Bereich gelesen/gesehen habe. Dennoch ist es ein gutes Buch für zwischendurch, dass sich schnell weglesen lässt und das einem ein paar entspannte Stunden bescheren kann, da es kein allzu anspruchsvolles Werk ist und gut an einem gemütlichen Nachmittag gelesen werden kann.
* Ich habe dieses Buch dankenswerterweise via NetGalley erhalten * Ach, wie schade... Ich hatte mich so auf "Just two hearts" gefreut, vor allem weil ich dachte, dass einer der beiden Hauptcharakere bi ist... Ich möchte aber erst mal mit ein paar positiven Dingen anfangen: Man bekommt auf jeden fall das, was drauf steht, nämlich eine seichte und leicht kitschige Romanze im Chick-Lit-Stil. Das finde ich völlig in Ordnung, denn sowas mögen einige (ich auch). Die romantische Szenen waren ansprechend und die meisten (Haupt-)Charaktere sympathisch. Ich kann mir vorstellen, dass die Geschichte um Leon und Ole insgesamt für viele ein netter Schmöker zwischendurch ist. Den Vorgänger muss man nicht kennen, man kommt auch so wunderbar in die Geschichte rein. Wer diesen jedoch gelesen hat, wird sich sicher über ein Wiedersehen mit den Charakteren freuen. Das Cover gefällt mir außerdem auch ausgesprochen gut. Nun komme ich zu mehr Kritik und damit erstmal auf die Bi-Sache zurück: Das Problem bei diesen Gay-for-You Stories ist nämlich leider häufig das Unsichtbarmachen. Ole steht eigentlich auf Frauen, das hat er auch nie infrage gestellt. Dann kommt Leon und plötzlich ist alles anders. Anstatt zu erkennen, dass seine Sexualität anscheinend doch nicht so sehr in Stein gemeißelt und er vermutlich bi ist, ignoriert Ole das alles und behauptet weiterhin, dass er eigentlich auf Frauen steht und Leon eine Ausnahme ist. Ich verstehe den Reiz daran natürlich. Da ist eine Liebe, die so stark ist, dass man vom Gewohnten abweicht und selbst Geschlecht keine Rolle mehr spielt. Allerdings ist Bisexualität eben ein Spektrum und ein Mann kann sich da durchaus hauptsächlich zu Frauen und nur sehr selten zu Männern hingezogen fühlen. Ich würde mir einfach Wünschen, dass sich Autorinnen und Autoren auch trauen, das so zu benennen, denn das Wort taucht nicht ein mal im Buch auf (die Möglichkeit wird also nicht mal in Betracht gezogen) und Stigmata haben wir genug. Womit ich mich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht anfreunden konnte, war Oles plötzliches Desinteresse an Frauen. Er findet sie nach einer Nacht mit Leon einfach nicht mehr so heiß, aber natürlich ist er trotzdem nicht schwul oder bi. Und sein Kumpel Aidan sagt dazu: "Seit ich Lea kenne und mit ihr zusammen bin, bin ich immun gegen andere Frauen." Ja, nee, so funktionieren Menschen leider nicht, aber ich kann auch hier wieder die Intention verstehen: diese Art Bücher richten sich ja vorwiegend an Frauen und irgendwie hat die Vorstellung von der einen großen Liebe, bei der andere Menschen keine Rolle mehr spielen, ja was sehr Romantisches. Mein nächstes Problem sind leider mal wieder ein bisschen die Frauen im Buch und hier meine ich vor allem die, mit denen Ole irgendwie flirtet, Sex hat usw. Ich fand es schade, wie sie als Störfaktor inszeniert wurden, außerdem als unreif, irrational und manchmal als regelrecht durchgeknallt. Ole hat einen ziemlichen "Frauen-Verschleiß", redet aber dann nicht allzu nett über die, mit denen er geschlafen hat. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er sie überhaupt als vollwertige Personen wahrnimmt, meistens wirkte es auf mich nicht so. Der kleine Auftritt von Aidans Ex war leider auch ein ziemlich übles Klischee und als sie mit dem Wort "Schlampe" um sich geworfen hat, musste ich kurz stutzen. Genau wie bei der Szene, in der die Frauen einen Tarantino Film zu blutig und eklig finden - persönlich kenne ich überhaupt keine Frau, die so reagieren würde. ;) Mega positiv überrascht war ich dagegen beim Wort "Mädchen", das hier einmal als eine Art Beleidigung dient: "Du verhältst dich wie ein Mädchen, Mann." Diese Dinge sind für mich riesen pet peeves und ich war schon richtig sauer. Die Autorin nimmt dem ganzen dann ein paar Seiten später aber den Wind aus den Segeln, indem Leon sagt: "Ich hab kein Problem damit, wenn man mich mit einem Mädchen vergleicht. Frauen sind cool. (...) rede nie wieder so, als wäre es etwas Schlechtes, eine Frau zu sein." So macht man es in meinen Augen richtig, denn ja, Menschen sagen leider diesen Quatsch und das muss man in Geschichten auch darstellen können - allerdings sollte es erkannt und benannt werden. Das fand ich hier richtig gut! Das Buch wird aus der Sicht von beiden Protagonisten in der Ich-Form erzählt, dadurch hat man einen guten Einblick in deren Gefühlswelten. Leider fühlte es sich für mich aber nicht immer so an, als hätte ich es hier mit zwei Männern zu tun. Das Wort "süß" fällt zum Beispiel viel zu oft und der ganze Ton war irgendwie komisch. Mir fehlen da grade ein bisschen die Worte, um das genauer zu beschreiben, aber einige wissen glaube ich, was ich meine. Das Problem ist hier vielleicht, dass die Geschichte von einer Frau geschrieben wurde - allerdings gibt es wiederum eine Menge Frauen, die sehr realistische und auch von Männern geliebte M/M Bücher schreiben. Richtig greifen kann ich das also nicht, aber mir hat definitiv der Echtheits-Faktor gefehlt. Der Spannung zwischen den Protas hätte außerdem ein bisschen mehr showing und weniger telling gut getan, soll heißen, dass zwar immer wieder die Rede davon ist, dass da was zwischen den beiden ist, dass es knistert usw. aber ich habe mich da einfach gefragt warum. In anderen Stories versucht man dieses Problem häufig zu lösen, indem man die beiden Hauptcharaktere in eine Situation bringt, in der sie miteinander interagieren müssen (z.B. zusammen arbeiten, ein Problem, das nur gemeinsam gelöst werden kann) und dadurch gezwungen sind, sich besser kennenzulernen. Ich konnte mich einfach nicht ganz so einfühlen, habe mich manchmal (leider, leider) sogar gelangweilt, an anderen Stellen dafür aber wieder gut unterhalten gefühlt. Das größte Problem hatte ich eigentlich mit der zweiten Hälfte des Buches. Mein Kindle zeigte knapp über 50 % an, da war die Geschichte für mich eigentlich schon durch und ich habe mich gefragt, was da denn jetzt noch kommen soll. Und tatsächlich fühlten sich die dann folgenden Dramen doch sehr konstruiert und unrealistisch an und über eine psychische Krankheit als kleinen Plot-Twist, bin ich meistens auch eher nicht so begeistert... Mal ganz abgesehen von der Darstellung und Beschreibung von Merle (die (zumindest anfangs) "hinterhältig" ist und sich mit ihren "geschminkten Klimperwimpern" anbiedert, während ihre "Zunge den Strohhalm umspielt"), die dann von Ole auch noch zum Eifersüchtigmachen ausgenutzt und danach wie Dreck behandelt wird - um dann ernsthaft nochmal ausgenutzt zu werden und, als sie erfährt, dass Ole Leon liebt, natürlich sofort flötet: "Geh zu ihm!" und "Zum Glück haben wir nicht miteinander geschlafen, sonst hätte ich mich hinterher ziemlich mies gefühlt." Sie! Die gar nichts von den beiden wusste und nichts falsch gemacht hat! Über den Schreibstil möchte ich gar nicht meckern, denn auch wenn er nicht ganz so meins war, passte er sehr gut zum Buch und war solide. Fazit: Manche Stellen haben mich gelangweilt, manche ziemlich gut unterhalten... ich entscheide mich für die goldene Mitte und vergebe 2,5 Sterne - aufgerundet auf 3, weil die Geschichte sicher ein bisschen darunter leiden musste, dass ich vorher Cordelia Kingsbridges Bücher gesuchtet und geliebt habe und das Vergleichen nicht so ganz lassen konnte.

