11. Mai
Okay, erst mal das wirklich gut Gelungene:
Rating:3.5

Okay, erst mal das wirklich gut Gelungene:

... die Autorin brachte die Katastrophe des Tsunamis im Dezember 2004 in Thailand sehr emotional, nah und berührend rüber, sodass man sehr ins Nachdenken kommt. Man erlebt diese Katastrophe nicht nur durch Rebecca und Lukas. Sondern auch durch eine Einheimische - die in dem Hotel arbeitete in dem Rebecca und Lukas abgestiegen sind - und durch Kinder - die Rebecca in ihrem Hotel kennengelernt hat. Durch diese Sichtweisen ist man mitten im Geschehen, als die erste Welle und schließlich auch die zweite Welle über das vermeintliche Paradiese hereinbricht. Man wird durchs Wasser herumgewirbelt; man leidet mit ihnen, wenn sie von unsichtbaren Dingen getroffen werden und Verletzungen erleiden. Ihren Kampf zur 'Zivilisation' zurückzufinden. Und auch unmittelbar nach dem Tsunami und die Tage danach ist die Leserin und der Leser mitten drin und erlebt, die Verzweiflung, die Hoffnung, den Schmerz, die Verluste, die hoffungslos überfüllten Krankenhäuser und die Hilfsbereitschaft - die durch solche Katastrophen leider immer erst dann wirklich zur Geltung kommen. Das hat die Autorin wirklich mit Bravour zu Papier gebracht. Jetzt kommen wir jedoch zudem was mich gerade zu Anfang sehr gestört hat und mich sogar überlegen ließ das Buch doch abzubrechen. Zum einem war da die Romanze zwischen Rebecca und Lukas. 1. fand ich es einfach unendlich übertrieben wie sehr Rebeccas Schönheit hervorgehoben wurde. Musste man das so betonen, weil sie Rettungsanitäterin ist? 2. fand ich Lukas Handlungen einfach nur unterirdisch ... ich meine, ist das normal, dass ein Kerl solange nach der Adresse der Frau sucht - die ihm plötzlich gefällt und nach ein paar oberflächlichen Aufeinandertreffen für die Frau seines Lebens hält - ihre Vorgesetzte schließlich fragt ob sie ihm diese aushändigt. Nur um dann unangekündigt Zuhause bei Rebecca aufkreuzt und mit ihrer Familie zusammensitzt, als würden sie sich schon längst kennen? Die beiden hatten noch nicht mal ein Date! Geschweige denn, dass sie sich wirklich mal öfters miteinander und länger unterhalten hätten. Dann bedrängt er seinen Freund herauszufinden ob Rebecca dessen Einladung nach Thailand - wo besagter Freund heiraten will - annimmt und in welchem Hotel sie eingecheckt um selbst ebenfalls dort einzuchecken und sogar ein paar Tage früher einreist um mit ihr Zeit zuverbringen. Sorry, aber für mich kam dass eher einem Stalker gleich. Hätte die Autorin die anbahnende Romanze einfach ab Thailand gestartet - die sich hier mehr vertieft - wäre es viel angenehmer und für mich überzeugender gewesen. 3. ging mir die Sprechweise des älteren Ehepaars, dass Rebecca kennenlernt, unglaublich auf die Nerven. Jeder zweite Satz begann mit einer Wiederholung ... "Ja, ja ... achso, achso ... nein, nein ... ahja, ahja ..." bei einem von beiden wäre es vielleicht ok gewesen aber bei beiden!? Fazit: wäre die Romanze subtiler angegangen worden wäre es eine fünf Sterne Bewertung ...

Sturm im Paradies
Sturm im Paradiesby Elisabeth BüchleGerth Medien