21. Jan.
Rating:5

Zwischen Bleistiftstrichen und Glaubensspuren - Eine zauberhafte Winterromanze •tiefgründig ●berührend •nachdenklich

„Das ist eben so, das Leben ist nicht bloß fabrikneu, man kann so einen abgenutzten Bleistift lieben, weil man mit ihm schöne Sachen gezeichnet und erlebt hat und weil er zu einem gehört, und ich weiß zumindest, dass du…“ (Seite 138) Dieses schmale Büchlein erzählt von den feinen und behutsamen Nuancen der Liebe und des Glaubens an Gott. In einer Bibliothek mitten im Winter irgendwo in Berlin arbeitet Stefan an seiner Kunstmappe und eines Tages sieht er dort die wunderschöne Mathematikstudentin Lenja. Doch er spricht sie nicht an, stattdessen zeichnet er sie. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Ich- Perspektive von Stefan erzählt. Er der Atheist und sie die gläubige Christin. Ihre Familie und Freunde sind gegen die Beziehung. Schafft es ihre Verbindung dennoch zu bestehen? Als sie ihren Glauben verliert, macht Stefan sich auf den Weg ihn für sie wiederzufinden. „Wenn die Trauer sie zu überwältigen drohte, floh sie in die Mathematik.“ (Seite 111) Mir gefiel das Buch unglaublich gut, gerade aufgrund des zarten und beinahe poetischen Schreibstils, welcher das Wesen der Liebe, den Glaube und die Selbstfindung auf leise aber wunderbare Weise einzufangen vermag. Die Charaktere blieben in der Geschichte ein wenig blass, sie dienten mehr als Sprachrohr für die vielen Fragen über Gott und die interessanten Sichtweisen. Ich habe Gott zum Beispiel noch nie als Außerirdischen betrachtet. Ein wenig habe ich mich mit den beiden verbunden gefühlt, Lenja welche Sicherheit in den Zahlen sieht und Nachts Matheaufgaben löst, aber auch Stefans künstlerische Sicht und die detaillierten Beschreibungen seiner Zeichnungen haben mich sehr berührt. Der Autor Titus Müller webt hier ein ganzes feines und schönes literarisches Gemälde, das sich durch eine leise aber kraftvolle Erzählweise auszeichnet. Der Autor umgeht bei der Liebesgeschichte gängige Klischees und beschreibt eine zarte und einfühlsame Beziehung, die den Respekt und die Einzigartigkeit des anderen in den Mittelpunkt stellt. Er erzählt von einer selbstlosen Verbindung und taucht dabei in die Gedankenwelt der Charaktere ein. Er lässt Raum für Selbstreflexionen und regt dazu an, über die eigenen Überzeugungen und Beziehungen nachzudenken. Insgesamt ist dieses Buch ein kleines aber feines Meisterwerk der Wortgewandtheit, welches den Leser auf eine Reise der Selbstfindung mitnimmt. Es werden Türen zu großen Fragen des Lebens geöffnet und dabei zum Nachdenken verführt. Ein wirklich tiefgründiges und berührendes Buch, dass mir eine Achterbahnfahrt der Gefühle beschert hat. Ich war gefangen in der Geschichte und habe viel nachgedacht, als ich es beendet hatte ließ es mich mit Wehmut aber auch Begeisterung zurück. „Wunderschön“, möchte ich leise flüstern. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Deine Spuren im Schnee
Deine Spuren im Schneeby Titus MüllerGerth Medien
26. Dez.
Rating:4

Die erste Begegnung von Stefan und Lenja hat etwas Magisches, und als die beiden zueinander finden, fühlt sich das richtig an. Allerdings steht die Beziehung unter keinem guten Stern, denn Lenjas Freundeskreis und ihre Familie sind dagegen. Sie sehen keine Zukunft; Stefan passt ihrer Meinung nicht zu ihnen, denn er ist Künstler und Atheist, während Lenja einer christlichen Gemeinschaft angehört. Stefan habe ich als starken Charakter empfunden, während mir Lenja fast oberflächlich vorkam. Sie bemüht sich nicht wirklich um eine gemeinsame Zukunft, sondern nähert sich lieber ihrer alten Beziehung an, obwohl ihr Ex-Freund Philipp ihr nicht gutgetan hat, aber den Segen der Familie genießt, nur aus dem Grund, weil er ebenfalls der christlichen Gemeinde angehört. Im Lauf der Geschichte erfährt man, dass Philipp sehr egoistisch handelt und Stefan als Konkurrenten ansieht. Für ihn ist es wohl eher Besitzerstolz, wenn er Lenja wieder für sich gewinnen will. Dabei geht er nicht immer ehrliche Wege. Lenja habe ich eher als schwach empfunden; sie weiß nicht recht, was sie will und geht nicht nach ihren eigenen Gefühlen, sondern lässt sich von Freundes- und Familienkreis in ihren Entscheidungen beeinflussen. Das wovor sie Stefan warnt "Erwarte nicht, dass du Gott vorgeführt bekommst.", erwartet letztendlich sie selbst. Als nicht alles nach ihren Vorstellungen läuft, gerät sie in eine seelische Krise, durch die sie sich von ihrem christlichen Glauben immer weiter entfernt. Letztendlich ist es Stefan, der für sie alle Bemühungen auf sich nimmt, um sie wieder glücklich zu machen und ihr zu helfen, den Glauben wieder zu finden. Damit hilft er aber nicht nur Lenja, sondern diese Suche ist auch für ihn selbst sehr bereichernd und bringt ganz neue Aspekte in sein Leben. Ihn mochte ich sehr und fand seine Handlungsweise bewunderungswürdig, vor allem weil er von Lenjas Seite und durch den Kontakt zu Philipp einige Enttäuschungen verkraften muss. Lenja war mir zu sprunghaft und wirkte auf mich oft sehr naiv. Sprachlich ist die Geschichte von Titus Müller wunderschön dargestellt und eindrucksvoll in Worte gefasst.

Deine Spuren im Schnee
Deine Spuren im Schneeby Titus MüllerGerth Medien
20. Dez.

Konnte ich leider nicht mit warm werden.

Stefan und Lenja sind fasziniert voneinander und auch sehr unterschiedlich. Stefan ist Atheist und Lenja ist gläubig. Als sie ihn mit in ihre Kirchengemeinde nimmt, entsteht eine schwierige Situation. Ihre Familie und Freunde finden, dass dieses Paar nicht zusammenpasst und Stefan argumentiert eifrig, warum es keinen Gott geben kann. Lenja stürzt in eine tiefe Lebens- und Glaubenskrise und trennt sich von Stefan. Dieser macht sich auf um für Lenja den Glauben wiederzufinden und findet ihn dabei selber… Der Roman „Deine Spuren im Schnee“ von Titus Müller ist ein Gewinn von einem Gewinnspiel, das GerthMedien durchgeführt hat, der Gewinn ist an keine Bedingungen geknüpft und ich rezensiere von mir aus. Dennoch nennt sich das wohl unbeauftragte Werbung. Ich bin ehrlich, der Roman und ich sind nicht kompatibel. Er entspricht nicht meiner Auffassung von Glauben und auch nicht meinen Erfahrungen mit Gott. Es hat mich regelrecht betroffen gemacht, dass die persönliche Beziehung zu Gott eigentlich nicht stattgefunden hat und darin auch sonst keine Freiheit zu finden war sondern regelrecht ein steifes Glaubens- Korsett. Auch die Sicht auf das Gebet war befremdlich für mich. Es liegt mir fern mich darüber zu „erheben“, es macht mich nur traurig und machte es mir schwer den Roman zu lesen. Was ich schön fand, das war die Art, wie Stefan einen Zugang zum Glauben fand, seine Sicht veränderte sich und das auf sehr poetische Weise, die mir gefallen hat. Auch, dass er Lenja so geholfen hat ihren Blick auf ihre Situation zu ändern. Die Ausdrucksweise des Autors ist ebenfalls sehr angenehm und bildlich stark, auch das mochte ich sehr. Eine Sternebewertung ist mir hier unmöglich. Deswegen berichte ich nur von meinem Leseerlebnis und meinen Gedanken dazu. Meine persönliche Meinung sagt nichts über das Können des Autors aus, sie spiegelt nur mein Empfinden wider.

Deine Spuren im Schnee
Deine Spuren im Schneeby Titus MüllerGerth Medien