22. Jan.
Rating:5

Eine schöne, berührende Geschichte über die deutsche Nachkriegszeit des 2. Weltkriegs.

Rosemarie und Gerd, ein Zwillingspaar, kommen im Alter von sieben Jahren im Rahmen des Hilfsprogramms „Operation Shamrock“ nach Irland. Dieses Programm nimmt deutsche Kriegskinder für eine Weile auf und bringt sie bei Pflegefamilien unter, um ihnen Erholung und neue Perspektiven zu ermöglichen. Rosie und Gerd werden ungewollt voneinander getrennt, was beiden schwerfällt. Doch sie fügen sich schnell ihrem Schicksal. Als ihre Zeit in Irland endet, bleibt Rosie dort, während Gerd nach Deutschland zurückkehrt. Viele Jahre später kehrt Rosie nach Deutschland zurück, um ihre Wurzeln zu erkunden und ihren Zwillingsbruder wiederzufinden. Sie wird dabei von Delia, einer jungen Deutschen, unterstützt, die von Rosies Geschichte tief bewegt ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Gerd. Dorothea hat einen berührenden und einnehmenden Roman über die deutsche Nachkriegszeit geschrieben, der eine weniger bekannte Episode deutscher Geschichte beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die lebendig beschriebene irische Landschaft weckt den Wunsch, die grüne Insel selbst zu bereisen. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, und Rosies Schicksal hat mich Seite für Seite mitfiebern lassen. Die letzten Seiten des Buches haben bei mir Tränen der Rührung hervorgerufen. Der Glaube an Gott ist dezent in die Handlung eingewoben, und auch eine feine Liebesgeschichte findet ihren Platz. Wenn du gern Romane liest, die sich mit deutscher Geschichte befassen, wird dir dieses Buch sicher gefallen.

Auf den Flügeln der Zeit
Auf den Flügeln der Zeitby Dorothea MorgenrothGerth Medien
17. Jan.
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Rating:4

In einem emotionalen, herzergreifenden Roman erlebt man den Werdegang der siebenjährigen Zwillinge Rosmarie und Gerd Henke, die mit vielen anderen Kindern während einer Hilfsaktion des irischen roten Kreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg, Operation Shamrock genannt, nach Irland gebracht werden. Dort werden sie verhängnisvollerweise getrennt. In zwei Zeitebenen begleitet man die mittlerweile 80jährige in Irland lebende Rosie auf der Suche nach ihren deutschen Wurzeln und vor allem nach dem Verbleib ihres Zwillingsbruders. Dabei unterstützt sie die Grafikdesignerin Lia, die voller Eifer auf Spurensuche geht, was sich nach so langer Zeit schwieriger entpuppt als gedacht. Parallel durchlebt man all die Geschehnisse rund um den Krieg, die schwere Zeit danach, der besonders an den Kindern nicht spurlos vorbei gegangen ist. So viele kleine unschuldige Menschen, die unter den Folgen zu leiden hatten, denen man Gutes tun wollte und dabei Entwicklungen angestoßen hat, die einerseits berührend, andererseits aber auch traurig und emotional verliefen. Sich in die Gefühlswelten dieser jungen Menschen hineinzuversetzen, ihre enge Verbundenheit und die Zerrissenheit, die daraus entstand, hat die Autorin auf mitreißende Art und Weise rübergebracht. Denn trotz allem Leid gibt es auch viele schöne Momente, die den Roman besonders machen. Auch was das Vertrauen in Gottes Gnade und Fügung angeht, zeigt sich durch viele kleine Details, wie Gott auffängt, tröstet, Mut macht und Menschen an die Seite stellt, die die Suche nach Geborgenheit und Heimat auf eine ganz spezielle und herzensgute Art auffangen und Hoffnung vermitteln. Selbst kleine Menschen sind in der Lage, trotz Hass, Grausamkeit und Zerstörung anderen Licht, Freude und bedingungslose Liebe zu schenken und wieder zu vertrauen. Und auch in solch kleinen Menschen kann Gottes Liebe unendlich weit scheinen und transportiert werden. Mit landschaftlich bezaubernden Bildern, einer sanften Romanze und vielen sympathischen Charakteren wird man auf eine kleine Zeitreise deutscher Geschichte mitgenommen, die dann durch Empathie liebenswerter, irischer Helfer ein Netz aus Gemeinschaft und Nächstenliebe knüpft, das noch über Generationen anhält und so manche Überraschung parat hält. Beruhend auf wahren Begebenheiten. An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr anhaltenden Spannungsbogen gewünscht, ab und zu zogen sich einige Passagen etwas in die Länge, während sich andere zu schnell, unspektakulär und etwas schlicht aufgelöst haben.

Auf den Flügeln der Zeit
Auf den Flügeln der Zeitby Dorothea MorgenrothGerth Medien