„Manche Geschichten berühren so tief, dass sie noch lange nachklingen – dies ist eine davon.“
Wow! Der Schreibstil fesselt von der ersten Seite an. Die Lebensgeschichte von Minka ist spannend und zutiefst berührend. Sehr oft hatte ich beim Lesen Tränen in den Augen – und genauso oft musste ich daran denken, wie unwissend viele Menschen in den 1920er-Jahren waren. Minka ist 16 Jahre alt, als ihr während eines Ausflugs mit einer Mädchengruppe etwas Schreckliches widerfährt. Sie spürt, dass etwas nicht stimmt, weiß jedoch nicht, was genau geschehen ist. Erst als ihre Mutter bemerkt, dass sie schwanger ist, erfährt Minka die Wahrheit: Sie erwartet nach einem Gewaltakt ein Kind. Unverheiratet schwanger zu sein, war damals ein großes gesellschaftliches Tabu. Daher beschließt Minkas Mutter, ihre Tochter in ein Heim für ledige Schwangere zu schicken – mit dem Ziel, das Kind nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Minka gehorcht. Als sie ein Mädchen zur Welt bringt, nennt sie es Betty Jane. Sechs wunderschöne Wochen darf sie mit ihrer Tochter verbringen. In dieser Zeit entsteht ein Foto – Minkas einzige Erinnerung. Trotz der Umstände liebt sie das Kind von Herzen. Sie wünscht ihr ein glückliches Leben und betet, dass sie eines Tages Gott begegnet. Fast 80 Jahre später erfährt Minka, dass ihr Gebet erhört wurde: Sie darf Betty Jane – inzwischen Ruth genannt – wiedersehen. Acht wertvolle Jahre verbringen die beiden noch miteinander. Dies ist die ergreifende Biografie einer Frau, die im Leid an Gott festhielt und dadurch vielen Menschen zum Vorbild wurde. Leider ist die Printausgabe vergriffen. Wer das Buch lesen möchte, um zu erfahren, wie Gott auch aus schwerem Leid Gutes entstehen lassen kann, muss es gebraucht kaufen oder als E-Book erwerben. Ganz gleich, für welche Ausgabe man sich entscheidet: Ich spreche für dieses Buch eine uneingeschränkte Empfehlung aus.


