2. Mai
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Rating:3

Meine Eindrücke zu Kekeli von Jessica Mawuena Lawson sind gemischt. Sowohl die Hauptgeschichte als auch die Nebenhandlung lassen aus meiner Sicht einiges an Potenzial liegen. Vieles bleibt recht oberflächlich und geht nicht wirklich in die Tiefe. Das finde ich besonders schade, weil die Familie im Buch ihre Wurzeln in Togo hat. Gerade solche Hintergründe könnten genutzt werden, um Kultur und Geschichte stärker einzubinden und greifbarer zu machen. Auch die Figuren konnten mich nicht ganz überzeugen. Weder Kekeli noch andere wichtige Charaktere wie Afi wirken besonders greifbar oder vielschichtig. Dabei hätte man aus ihnen deutlich mehr herausholen können. Insgesamt fehlen mir Ecken und Kanten, die die Figuren lebendiger und unterscheidbarer machen. Die Handlung selbst hat mich ebenfalls nicht richtig gepackt. Das im Klappentext angekündigte Familiengeheimnis klang vielversprechend, bleibt aber letztlich eher unspektakulär und wird nur oberflächlich behandelt. Gegen Ende habe ich mich gefragt, was mir das Buch eigentlich mitgeben möchte. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich vermutlich nicht ganz zur Zielgruppe gehöre. Für mich wirkt es eher wie ein Jugendbuch, das sich an ein jüngeres Publikum richtet. Für diese Leserschaft kann der Blick auf die Welt durch die Augen der Protagonistin sicherlich interessant sein. Trotz meiner Kritik habe ich mich für drei Sterne entschieden, weil ich mir vorstellen kann, dass das Buch für die passende Zielgruppe durchaus seinen Reiz hat.

Kekeli
Kekeliby Jessica Mawuena LawsonVerbrecher
24. März
Rating:5

Kekeli hat es geschafft. Sie hat ihr Abitur in der Tasche und alles, auf was sie sich noch konzentrieren müsste, wäre der Abschlussball. Aber es soll ganz anders kommen... Ihr Klassenkamerad Kwame lädt sie und ihre Cousine Afi, welche aus Togo zu Besuch ist, zu einem Roadtrip ein. Gemeinsam mit seinem Bruder dreht er eine Doku über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland. Kekeli wird auf ihrem Weg nicht nur auf die Spuren anderer stoßen, sondern auch auf die ihrer eigenen Familie. "Kekeli" ist ein wunderbarer Mix aus Roadtrip und Coming-Of-Age Story. Die Dynamik zwischen Afi und Kekeli hat mir sehr gut gefallen. Jessica Mawuena Lawson erzählt dieses zarte Annähern der Cousinen, die sich trotz großer Distanz gar nicht mal so sehr voneinander unterscheiden, so feinfühlig und empathisch. Nicht nur ein Mal stellt sich die Frage, wie es wäre, wenn Kekeli anstelle von Afi in Togo groß geworden wäre. Dadurch wird die Tür geöffnet, über die Identität im Allgemeinen nachzudenken, aber auch darüber, welche Bedeutung Heimat haben kann. Ich konnte einiges aus dem Buch über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland lernen. (Gert Schramm!? - Wieso habe ich diesen Namen in der Schulzeit nie gehört?!) Neben den informativen Passagen konnte mich Jessica Mawuena Lawson aber auch mit ihrem bezaubernden Erzählstil begeistern. So viele Absätze habe ich mir markiert (siehe Slide). Ich würde so gerne wissen, wie es mit Kekeli, Kwame, Kofi und Afi weitergeht.

Kekeli
Kekeliby Jessica Mawuena LawsonVerbrecher
6. März
„Freiheit ist, wenn man sich über die Freiheit lustig machen kann.“ (Seite 87)  

Was für ein Zitat, was eine Aussage! Dieser Satz hat mich tief berührt.
Rating:5

„Freiheit ist, wenn man sich über die Freiheit lustig machen kann.“ (Seite 87) Was für ein Zitat, was eine Aussage! Dieser Satz hat mich tief berührt.

Ein Roadtrip nach Berlin, eine Dokumentation über Schwarzes Leben in Deutschland und eine Entdeckung, die alles verändert. „Kekeli“ von Jessica Mawuena Lawson / Verbrecher Verlag Kekeli stellt sich immer wieder Fragen über ihre Familie, ihre Herkunft und ihre Geschichte. Doch ihr Vater schweigt meist und zieht sich in seine Malerei zurück. Vieles bleibt unausgesprochen und Kekeli spürt, dass es da mehr geben muss, als sie bisher weiß. Als ihre Cousine Afi aus Togo wegen einer Hochzeit nach Deutschland kommt, merkt Kekeli schnell, dass Afi über die Familie weit mehr weiß, als Kekeli je erfahren hat. Gleichzeitig bittet ihr heimlicher Schwarm Kwame sie, bei einer Dokumentation über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland mitzuwirken. Gemeinsam mit der Organisation Pamoja Society, einer Gruppe afro-deutscher Jugendlicher, arbeiten sie an einem Filmprojekt. Kekeli darf, zusammen mit Afi sowie den Brüdern Kofi und Kwame nach Berlin reisen. Auf diesem Roadtrip lernen die vier jungen Menschen viel über Schwarze Geschichte in Deutschland, unter anderem über Gert Schramm, den einzigen schwarzen Häftling im KZ Buchenwald. In Berlin macht Kekeli eine Entdeckung, die jedoch alles, was sie über ihre Herkunft zu wissen glaubte, plötzlich infrage stellt. Während die vier an ihrer Dokumentation arbeiten, entwickelt sich zwischen Kekeli und Kwame eine zarte Verliebtheit. Afi verfolgt ganz eigene Pläne und Kofi, der charmante Frauenheld, sammelt unterwegs mit Leichtigkeit Telefonnummern. Jessica Mawuena Lawson erzählt diese Geschichte in einer wunderschönen, flüssigen Sprache und bringt uns den Gefühlen, Fragen und auch den Rassismuserfahrungen Schwarzer Menschen in Deutschland sehr nahe. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrücklich, was politische Entscheidungen und Abschiebungen mit Familien machen können und wie stark auch afro-deutsche Menschen von Geschichte und gesellschaftlichen Strukturen betroffen sind. Kekeli ist eine unglaublich unterhaltsame und zugleich sehr wichtige Coming-of-Age-Geschichte. Der Roadtrip der vier Jugendlichen ist nicht nur informativ, sondern durch die leichte, lockere Erzählweise auch sehr lebendig und mitreißend. Besonders die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte verleiht dem Buch trotz der ernsten Themen eine wunderbare Leichtigkeit. Für mich ein Buch, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient; unterhaltsam, berührend und lehrreich zugleich. „Freiheit ist, wenn man sich über die Freiheit lustig machen kann.“ (Seite 87) Was für ein Zitat, was eine Aussage! Dieser Satz hat mich tief berührt. Herzlichen Dank an den Verbrecher Verlag für das Rezensionsexemplar (unbezahlte Werbung).

Kekeli
Kekeliby Jessica Mawuena LawsonVerbrecher