
Meine Eindrücke zu Kekeli von Jessica Mawuena Lawson sind gemischt. Sowohl die Hauptgeschichte als auch die Nebenhandlung lassen aus meiner Sicht einiges an Potenzial liegen. Vieles bleibt recht oberflächlich und geht nicht wirklich in die Tiefe. Das finde ich besonders schade, weil die Familie im Buch ihre Wurzeln in Togo hat. Gerade solche Hintergründe könnten genutzt werden, um Kultur und Geschichte stärker einzubinden und greifbarer zu machen. Auch die Figuren konnten mich nicht ganz überzeugen. Weder Kekeli noch andere wichtige Charaktere wie Afi wirken besonders greifbar oder vielschichtig. Dabei hätte man aus ihnen deutlich mehr herausholen können. Insgesamt fehlen mir Ecken und Kanten, die die Figuren lebendiger und unterscheidbarer machen. Die Handlung selbst hat mich ebenfalls nicht richtig gepackt. Das im Klappentext angekündigte Familiengeheimnis klang vielversprechend, bleibt aber letztlich eher unspektakulär und wird nur oberflächlich behandelt. Gegen Ende habe ich mich gefragt, was mir das Buch eigentlich mitgeben möchte. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich vermutlich nicht ganz zur Zielgruppe gehöre. Für mich wirkt es eher wie ein Jugendbuch, das sich an ein jüngeres Publikum richtet. Für diese Leserschaft kann der Blick auf die Welt durch die Augen der Protagonistin sicherlich interessant sein. Trotz meiner Kritik habe ich mich für drei Sterne entschieden, weil ich mir vorstellen kann, dass das Buch für die passende Zielgruppe durchaus seinen Reiz hat.




