
Die Bilder und Geschichten sind schon eindrucksvoll, aber ich habe zu oft nicht gewusst, wer die Personen da grade sind und was sie vorhaben. Es wurde alles immer nur knapp angerissen und viel zu wenig erklärt. Sehr schade.

Die Bilder und Geschichten sind schon eindrucksvoll, aber ich habe zu oft nicht gewusst, wer die Personen da grade sind und was sie vorhaben. Es wurde alles immer nur knapp angerissen und viel zu wenig erklärt. Sehr schade.
112 Seiten Kopfschütteln
Das Buch beginnt im Januar und endet im April. Ich war noch nichtmal richtig im Februar gelandet und war fassungslos, dass noch fast 3 Monate Buch vor mir liegen. Ich meine, wir wissen alle was Hitler gemacht hat, aber nochmal so schonungslos in Tagebuchform zu lesen/sehen was Tag für Tag passiert ist, ist schon ne andere Hausnummer. Grausam wird dem Ganzen nicht gerecht…

Ein Bunker, ein Wahnsinn – und das Ende: Geschichte, die unter die Haut geht
Manchmal schlägt einem Geschichte wie ein nasser Lappen ins Gesicht – und genau so hat es sich beim Lesen dieser Graphic Novel angefühlt. „Die letzten 100 Tage Hitlers“ ist kein gemütlicher Abend-Schmöker, sondern eine knallharte, bildgewaltige Konfrontation mit dem Ende eines Regimes, das Europa in den Abgrund gestürzt hat. Die Autoren und Zeichner ziehen den Leser tief in die düsteren, klaustrophobischen Gänge des Führerbunkers. Jeder Tag, jede Entscheidung, jede noch so absurde Anweisung wird hier seziert – nicht analytisch trocken, sondern emotional packend. Die Bilder sind nicht einfach nur gut – sie sind wuchtig. Sie drücken, bedrücken und lassen einen nicht so schnell wieder los. Jean-Pierre Pécau gelingt es, die klaustrophobische Atmosphäre des Untergangs spürbar zu machen. Kein Pathos, kein Voyeurismus, sondern ein harter Blick auf einen Mann, der in den eigenen Wahn abtaucht, während draußen die Welt brennt. Die Übersetzung von Sarah Pasquay ist präzise und lässt die Sprache scharf und beklemmend stehen. Was mich besonders beeindruckt hat: Der Band verliert sich nicht in Spektakel. Er bleibt nah an den historischen Fakten, ohne belehrend zu sein. Gleichzeitig verleiht die grafische Umsetzung den Ereignissen eine Unmittelbarkeit, wie ich sie in dieser Form selten erlebt habe. Das Buch ist eine eindrucksvolle Erinnerung daran, was geschieht, wenn Macht, Ideologie und Realität endgültig kollidieren. Es dokumentiert nicht nur das Ende eines Diktators, sondern auch das Leiden eines ganzen Kontinents – eindrucksvoll, verstörend und wichtig. Wer glaubt, Comics sorry Graphic Novel's seien nur Unterhaltung, sollte sich dieses Werk zu Gemüte führen. Es ist ein Mahnmal aus Papier – sorgfältig recherchiert, künstlerisch stark und historisch notwendig.