
„Wenn du in eurem kleinen Club mehr Mädchen aufnehmen würdest, wärst du jetzt garantiert nicht halb so überrascht.“
Anstatt die verregneten Ferien bei ihrer Oma zu Hause zu verbringen, beschließt Amy mit ihrem ängstlichen Bruder Liam durch einen Wasserfall zu gehen, der rückwärts fließt. Plötzlich sind sie im sagenumwobenen Tír na nÓg, wo Liam sofort von den kopflosen Reitern entführt wird. In Tír na nÓg braucht ein böser Zauberer, der die Sonne und somit alle Bewohner des Königreichs gefangen hält, ein Menschenkind von jenseits des Wasserfalls für seinen Fluch. Jetzt muss Amy alle Wesen des Königreichs vereinen, um ihren Bruder zu retten. Währenddessen trifft Liam im Schloss des Zauberers das verlorene Königsmädchen, mit dem ihn mehr verbindet als er je geahnt hätte. Das Buch spielt in der wunderschönen Kulisse Irlands. Trotzdem ist in Tír na nÓg nicht alles so schön, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, was man im Laufe des Buches erfährt. Mit den vielen Beschreibungen der Umwelt seitens der beiden Geschwister kann man sich ein gutes Bild von dem Schloss und dem gesamten Königreich machen. Dass man von beidem ein genaues Bild bekommt, liegt an der Kapitelaufteilung, da in einer gewissen Zeitspanne des Buches immer ein Kapitel aus Liams und eins aus Amys Sicht geschrieben ist. Dadurch kann man auch die Charaktere des Schlosses und des Königreichs besser kennenlernen. Die Charaktere sind generell der beste Teil des Buches. Sie sind alle sehr durchdacht und machen eine super Entwicklung mit. Mir gefallen die vielfältigen Charaktere mit ihren besonderen Eigenschaften. Außerdem ist die Protagonistin eine kleine Feministin, auch, wenn sie es vielleicht gar nicht richtig merkt, was sie alles mit ihren Worten bewirkt. Der Plot ist nicht extrem spannend und birgt auch keine großen Überraschungen, ist aber für ein Kinderbuch völlig ausreichend. Der „Plottwist“ am Ende kam für mich jetzt nicht besonders überraschend, war aber trotzdem ein schöner Part der Geschichte. Was ich noch bemängeln kann, sind ein paar Sinnfehler gegen Ende des Buches so, als hätte es jetzt schnell fertig werden müssen. Wenn man aber nicht so genau liest und ein paar Fehlerchen verzeiht, ist das Buch wirklich schön. Es hat Spaß gemacht dieses zu lesen. Der Lesefluss wurde vom Schreibstil auch nur noch verstärkt, da dieser flüssig und einfach zu verstehen war. Insgesamt eine tolle Geschichte.

