Ich „musste“ dieses Buch für ein Rothmann Seminar im Germanistikstudium lesen. Vorab muss ich dazu sagen, dass ich kein Fan von Rothmann, seinem Schreibstil oder seinen Ansichten zu seiner Wortwahl in den Romanen bin. Von insgesamt fünf Büchern, die ich von ihm nun gelesen habe, muss ich aber zugeben, dass dieses mich als erstes Buch emotional gepackt hat. Es geht um Walter, der als 60-Jähriger im Sterben liegt und seinem Sohn, dem Schriftsteller, nie so wirklich von der Zeit im Krieg erzählt hat. Seine Geschichte wird sehr lebhaft beschrieben. Der Anfang des Romans ist in meinen Augen nicht sonderlich mitreißend gestaltet - das war bei Rothmann aber auch schon in anderen Romanen nicht der Fall. Das letzte Drittel hat mich dennoch sehr mitgenommen. Wie bereits in anderen Romanen wird hier aufgezeigt, dass der Protagonist eine wirklich schwierige Verbindung zu seiner Familie, besonders zu seiner Mutter, hat, was sich - zumindest in den Romanen - durch Generationen zieht. Besonders schlimm stößt mir in Rothmanns Romanen der Umgang mit Tieren auf, weswegen es mir sehr schwerfällt, an den Erzählungen dranzubleiben. Ich bin mir sicher, dass mir dieses Buch mit einem etwas anderen Schreibstil sehr gut gefallen hätte - auch, wenn ich freiwillig nicht zu Kriegsliteratur greifen würde.
Naja
Habe ich als letzte Lektüre gelesen für die Schule. Habe es ein bisschen langwierig gefunden, denn die Szenen werden ein bisschen gestreckt. An sich eine Geschichten von Walter Urban und Fiete Caroli, die im zweiten Weltkrieg leben.
Endlich habe ich Rothmanns Trilogie gestartet, keine Ahnung wie lange dieses Buch schon auf meinem SuB schlummerte. Und ich hab‘s direkt am Stück durchgesuchtet. Ein wirklich starker, erschütternder und in Erinnerung bleibender Beitrag zum 2. Weltkrieg aus Sicht ein paar Halbstarker, die kurz vor Kriegsende noch sinnlos eingezogen wurden. Bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band (auch wenn sie wohl komplett unabhängig voneinander gelesen werden können).
Sehr ergreifend, nicht leicht zu lesen, aber stellenweise poetisch. Absolut empfehlenswert.
Fesselnd, begeisternd, mitreißend – ein grandioser Roman über die letzten Kriegstage 1945.
Schullektüre. War zwar sehr interessant aber auch traurig zu lesen, wenn man darüber nachdenkt, dass es früher wirklich so passiert sein kann bzw. ist. (2. Weltkrieg)
UNBEZAHLTE WERBUNG Ralf Rothmann, „ Im Frühling sterben“ @suhrkampverlag Mit keiner Rezension habe ich mich bisher so schwer getan, wie mit dieser. „Im Frühling sterben“ ist ein herausragendes literarisches Werk, das habe ich sehr schnell gemerkt. Aus der Perspektive von Walter werden die letzten Tage des 2. Weltkriegs beschrieben. Als noch nicht mal 18-jähriger wurde er, gemeinsam mit Fiete, zwangsrekrutiert und begegnet den Schrecken des Krieges. Sein Freund Fiete, ein schlauer Kopf, rebelliert auf seine eigene Art und Weise und bezahlt dafür einen hohen Preis. Walter wird mit rein gezogen. Die Bilder sind stark, man kann den Krieg hören, riechen, fühlen und auch schmecken. Beim Lesen hatte ich das Gefühl ich durchwandere die Höllenringe der „Göttlichen Komödie“ von Dante. Grausamkeit und hysterische Freude haben in diesem Buch genau so einen Platz, wie Resignation und Ignoranz. Walter, eigentlich noch ein Kind, versucht sich stark von den Ereignissen zu distanzieren, es gelingt ihm nicht wirklich. Ein Buch, welches mich die Auswirkungen des Krieges deutlich und ungeschminkt spüren lässt. Ich glaube so ist es und nicht anders und meine Gedanken schweiften immer wieder in die Ukraine, wo sich genau das im Moment wiederholt. Obwohl es nur etwas über 200 Seiten hat musste ich es ab und zu zur Seite legen, um durch zu atmen. Der Autor ist nah bei seinen Figuren und schreibt trotzdem mit notwendiger Distanz. Der Tod wird so intensiv beschrieben, dass man am liebsten wegschauen würde. Die Frauenfiguren wirken auf mich autonom und Ton gebend. Ob Mutter, Freundin oder Bekanntschaft, jede hat mich überrascht. Am Ende bleibt ein schaler Geschmack im Mund mit der Frage: Werden wir so etwas erleben? Meine Antwort ist ein resigniertes und trotzdem hoffnungsvolles Schulterzucken! Nichts für Zartbesaitete 4,5/5⭐️ #gelesen #lesen #buchtipp #buchempfehlung #lesenswert #bücher #leseliebe #bookstagram #bücheliebe #liebelesen #büchersüchtig #lesetipp #tollesbuch #bookstagramgermany #booklover #lovebook #instabook #reading #readersofinstagram #büchersucht #lesenmachtglücklich #lesenmachtsüchtig #buchliebe #bookobsessed #lovereading #buchliebe #lieblingsbuch
Sprecher: Thomas Sarbacher Dauer: 6 h 16 min Anfang 1945 ist Deutschlands Niederlage im 2. Weltkrieg absehbar, doch die beiden erst 17-jährigen Melker Walter und Fiete werden für die Waffen-SS zwangsrekrutiert. Walter hat das Glück, einen Führerschein zu haben, und wird daher als Fahrer eingesetzt, Fiete hingegen wird zur Front geschickt. Einmal verletzt davongekommen, ist es für ihn undenkbar, kurz vor Kriegsende noch einmal zur Front zurückkehren zu müssen. Es kommt, wie es kommen muss, Fiete desertiert, wird gefasst und Walter soll zum Erschießungskommando gehören, das seinen Freund hinrichten muss. Es wird ihn für immer prägen. Ralf Rothmanns Roman über die Grausamkeit des Krieges befasst sich mit einer besonders perfiden Praxis des deutschen Militärs gegen Ende des zweiten Weltkrieges, und zwar der “Verheizung” der eigenen Jugend für das sinnlose Ankämpfen gegen den sicheren Untergang. Eine Praxis, die – wie ich finde – ganz besonders schwer zu ertragen ist. Ich erinnere mich daran, wie ich das erste Mal den Film “Die Brücke” von Bernhard Wicki gesehen habe, der diese unsägliche Grausamkeit besonders eindringlich darstellt. Dieser Aspekt ist natürlich nicht der einzige, der schwer zu ertragen ist an dem Buch, die Entsetzlichkeiten des Kampfs, Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung, die Tatsache, dass die Kameraden ihren eigenen Freund erschießen müssen, das alles macht den Roman zu einer schwer zu schluckenden Lektüre. Die man jedoch gelesen haben sollte, genauso wie man den noch unerträglicheren Roman “Im Westen nichts Neues” von Erich Maria Remarque gelesen haben sollte, nicht nur, um das Bewusstsein für die Unerbittlichkeit des Krieges zu stärken und dazu beizutragen, weitere Kriege unbedingt zu verhindern, sondern auch, um die vom Krieg traumatisierten und unter den Spätfolgen leidenden Generationen besser zu verstehen. Schließlich führt uns Rothmann auch vor Augen, dass Mitglieder der Waffen-SS keineswegs automatisch Unmenschen waren, oft ließ man ihnen keine Wahl. Rothmann wählt dabei eine schnörkellose, gut lesbare Sprache, der man sich nicht entziehen kann. Umschlossen wird das Buch von einer Rahmenhandlung, Walter ist inzwischen alt und todkrank, hat jedoch sein ganzes Leben über die Vorfälle im Krieg geschwiegen, wie es so typisch ist für diese Generation. Erst durch alte Bilder erfährt sein Sohn von der Geschichte seines Vaters. Zum Hörbuch: Thomas Sarbacher liest angenehm, in einem für das Buch angemessenen Ton, solide Leistung.
Ein Roman über das Erwachsenwerden, das Überleben und die sinnlose Brutalität in Kriegszeiten. Zwei Leben, gleichermaßen zerrissen und zerstört durch die Zwangsrekrutierung zur Waffen-SS kurz vor Ende des Krieges. Tiefgreifend und aufrührend, erfüllt von einer stillen Traurigkeit, die sich wie ein schwarzes Tuch über die gesamte Geschichte legt.








