Wenn die Wellen der Vergangenheit auf die Küste eines Neuanfangs treffen. Emotionen, Vertrauen und Herzenswärme.
In "Einmal hin und für immer" entführt uns Sarah Morgan auf die malerische Insel Puffin Island. Der Roman ist wunderbar gefühlvoll geschrieben und bietet trotz der romantischen Grundstimmung eine beeindruckende Tiefe. Es geht um Vergangenheitsbewältigung, Kindheitstraumata und die schwierige Suche nach wahrem Vertrauen. Die Erzählweise, die zwischen den Perspektiven von Emily und Ryan wechselt, hat mir besonders gut gefallen. Man wird mitten in das Geschehen hineingeworfen und lernt die Vorgeschichte erst nach und nach kennen, was die verworrene Situation der beiden Protagonisten sehr greifbar macht. Sowohl Emily als auch Ryan tragen schwere Lasten mit sich herum. Ryan, der auf den ersten Blick wie ein Womanizer wirken mag, ist für mich der absolute Traummann. Nachdem er in seiner Jugend seine Eltern verlor und sich allein um seine Schwester kümmern musste, hat er Familienpläne eigentlich für immer ad acta gelegt, bis Emily in sein Leben tritt. Sie schleppt ein schweres Päckchen aus ihrer Kindheit mit sich herum, was sie anfangs schwer greifbar machte. Doch sobald ihre Geschichte gelüftet wurde, konnte ich voll und ganz mit ihr mitfühlen. Die Inselgemeinschaft ist einfach anbetungswürdig. Der Zusammenhalt der Bewohner und die bildhaften Beschreibungen von Strand und Wäldern haben bei mir sofortiges Fernweh ausgelöst. Obwohl das Ende für meinen Geschmack etwas zu hektisch abgearbeitet wurde, war ich positiv überrascht, dass die Geheimnisse nicht erst auf den letzten Seiten ans Licht kamen. Ein unterhaltsamer, humorvoller Roman, der trotz seiner Leichtigkeit niemals platt wirkt. Wissenswertes Mit dem Auftakt der Puffin-Island-Trilogie beweist Sarah Morgan erneut ihr Händchen für stimmungsvolle Settings vor der Küste Maines. Die Autorin nutzt hier das beliebte "Fish out of Water"-Motiv, bei dem die Protagonistin in eine eng verschworene Gemeinschaft geworfen wird und lernen muss, ihre Schutzmauern fallen zu lassen. Ein zentrales Element der Geschichte ist die Aufarbeitung von Verlust und die Neudefinition von Familie. Themen, die Morgan oft mit ihrer eigenen Erfahrung als Krankenschwester und ihrem tiefen Verständnis für menschliche Psychologie untermauert. Die Insel Puffin Island ist zwar fiktiv, fängt aber die reale Atmosphäre der New-England-Küste so authentisch ein, dass viele Leser nach den realen Vorbildern für das Castaway Cottage suchen.






