Ein Weg aus der Dunkelheit. Berührende Trauerarbeit trifft auf eine süße, wenn auch etwas zu perfekte Romanze.
"Am Horizont ein Morgen" ist ein Roman der leisen Töne und Neuanfänge. Der Einstieg ist zunächst ungewöhnlich und leicht verwirrend, da man als Leser erst begreifen muss, dass die präsenten Szenen mit Ehemann Charlie Träume einer jungen Witwe sind. Dieser traumatische Verlust steht im Zentrum der Geschichte, und Anouska Knight beschreibt den Umgang mit der Trauer sehr realistisch, bildhaft und ohne unnötiges Selbstmitleid. Holly ist eine sympathische, bodenständige Protagonistin, die versucht, sich zurück ins Leben zu kämpfen. Als sie auf Ciaran trifft, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und bietet viele süße, witzige und auch einige Momente zum Fremdschämen. Ciaran ist der klassische "Prinz auf dem weißen Pferd": steinreich, gutaussehend und fast schon zu perfekt in seinen Reaktionen. Er bleibt als Charakter leider etwas blass und wenig greifbar, da man kaum etwas über sein Innenleben erfährt. Insgesamt ist es eine schöne Wohlfühlgeschichte für zwischendurch, die zeigt, dass ein neues Glück das alte nicht ersetzen muss, sondern ergänzen kann. Auch wenn der Plot vorhersehbar ist und mich nicht völlig vom Hocker reißen konnte, überzeugt das Buch durch seinen Humor und die emotionale Botschaft. Eine gemütliche Lektüre, die trotz kleiner Längen im ersten Drittel eine angenehme Atmosphäre schafft. Hintergrundinfos Anouska Knight gewann mit diesem Debütroman (Originaltitel: Since You've Been Gone) einen Schreibwettbewerb der britischen ITV-Sendung "The Lorraine Show", bei dem eine neue Stimme für Liebesromane gesucht wurde. Der Roman widmet sich dem schwierigen Prozess des "Moving on", wie man nach dem Verlust eines Lebenspartners wieder Mut fasst, ohne sich schuldig zu fühlen.




